Rolex-Uhren sind in München kurz vor Weihnachten ausverkauft (Symbolbild).
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Rolex-Uhren sind in München kurz vor Weihnachten ausverkauft (Symbolbild).

„Dieses Mal ist es ernst“

„Rolex-Krise“ in München: TV-Promi spottet auf Instagram

  • Marcus Giebel
    vonMarcus Giebel
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  • Lukas Schierlinger
    Lukas Schierlinger
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Nichts geht mehr! Wer in München Rolex-Uhren kaufen möchte, guckt in die Röhre. Aber nicht nur hierzulande sind die Luxusartikel ausverkauft. 

  • Die Luxusuhren der Schweizer Marke Rolex sind derzeit ausverkauft.
  • Wegen der großen Nachfrage werden sogar Wartelisten geschlossen.
  • Im Netz wird über den „Notstand“ in München bereits gespottet.

Update vom 20. Dezember: Jüngst hat die Stadt München den Klimanotstand ausgerufen. In der Isar-Metropole scheint es aber wesentlich drängendere Probleme zu geben: Rolex-Uhren sind kurz vor Weihnachten komplett ausverkauft (siehe Ursprungsmeldung).

Auch die Macher des Online-Magazins mitvergnuegenmuenchen treibt dieser „Missstand“ um. Sie haben sich der Münchner Luxus-Krise auf Instagram gewidmet. „Iss‘n Snickers Justus, Mama kauft bestimmt grade drei Ersatzgeschenke bei Hirmer“, ist in dem Posting zu lesen.

Moderator und TV-Autor Micky Beisenherz scherzt ebenfalls über die Nachricht aus der Landeshauptstadt. „Bob Geldorf trommelt die Band wieder zusammen. Dieses Mal ist es ernst“, schreibt der 42-Jährige in einem Instagram-Beitrag. Rockmusiker Geldorf hatte im Rahmen seines gesellschaftspolitischen Engagements einst das sogenannte „Live Aid“-Konzert veranstaltet, um Geld für wohltätige Zwecke zu sammeln.

Die Polizei ermittelt gegen zwei junge Männer aus München. Sie sollen in einer internen Chatgruppe strafrechtliche Inhalte geteilt haben.

„Hype ist wirklich extrem“: Luxus-Produkt in ganz München komplett ausverkauft

Ursprungsmeldung vom 19. Dezember: 

München - Mit Last-Minute-Geschenken ist das ja so eine Sache. Gerade zu Weihnachten, wenn jeder seinen Liebsten unterm geschmückten Tannenbaum strahlende Augen ins Gesicht zaubern möchte. Doch manchmal sind die Wunschartikel eben vergriffen. Und so kann die Suche nach dem perfekten Präsent für den Gabentisch schon einmal in Stress ausarten.

Diesen beschert das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr ganz sicher Freunden von Luxusuhren. Speziell jenen, die noch rasch eine Rolex erwerben wollen. Denn wie die AZ berichtet, heißt es bei den Münchner Händlern Bucherer, Wempe und Juwelier Hilscher: Der Armschmuck aus dem Hause des Genfer Konzerns ist ausverkauft. Die Auslagen und Vitrinen wirken wie leergefegt. Oder eben ausgeräumt. Nichts geht mehr.

Rolex-Ausverkauf: Auch im Ausland keine Luxusuhren mehr erhältlich

Vor Weihnachten. Und auch nach den Festtagen. Somit dürften auch entsprechende Gutscheine eher ein fragwürdiges Vergnügen sein. Und das schlimmste für Rolex-Freunde: Dieser Zustand gilt nicht nur für München, sondern auch über die deutschen Grenzen hinaus.

„So etwas habe ich in all meinen Jahren hier noch nie erlebt. Der Rolex-Hype ist wirklich extrem“, wird ein Mitarbeiter von Bucherer in der AZ zitiert: „Aber ob in der Schweiz oder in Singapur - überall ist es das gleiche Problem: Die begehrten Rolex-Uhren sind komplett ausverkauft.“ Selbst die mittlerweile ausartenden Wartelisten würden teilweise geschlossen. Der plausible Grund: „Weil es utopisch ist, den Nachfragen in den nächsten Jahren auch nur ansatzweise nachzukommen.“

Muss man aktuell schon mit der Lupe suchen: Die Luxusuhren von Rolex sind bei den Händlern vergriffen.

Video: Shitstorm wegen Rolex-Uhr zum 14. Geburtstag 

Rolex-Ausverkauf: Im Internet wird der doppelte Listenpreis aufgerufen

Vom Rolex-Hype profitieren auch die Online-Händler. So berichtet das Handelsblatt, dass bei „chrono24“ - der Handelsplattform für Luxusuhren - Modelle schon einmal für das Doppelte des von Rolex offiziell ausgerufenen Preises über die imaginäre Ladentheke gehen. Besonders die protzigsten Varianten erleben einen Boom. So stieg die Nachfrage nach Rolex-Uhren in der Preisklasse zwischen 10.000 und 25.000 Euro in diesem Jahr um 19 Prozent an, bei den Ausführungen für mehr als 25.000 Euro sogar um 35 Prozent.

So überraschend ist diese Entwicklung aber gar nicht. Die Münchner Händler haben eine simple Erklärung: die Finanzpolitik der Banken, die Sparer abstraft. „Die Menschen vertrauen offenbar der Bank nicht mehr - wegen der Negativzinsen - und investieren lieber in Luxusuhren“, sagte ein Mitarbeiter von Juwelier Hilscher der AZ: „Bei Rolex ist die Wertsteigerung enorm.“ Das Blatt berichtet, die begehrtesten Modelle hätten in den vergangenen zehn Jahren um mehrere 100 Prozent zugelegt.

Rolex-Ausverkauf: „Uhr ist wie eine bessere Aktie - eine Wertanlage“

Auch bei Wempe werden Luxusuhren nicht nur als Statussymbol angesehen. „Für manche ist eine Uhr wie eine bessere und sichere Aktie. Eine Wertanlage. Deshalb ist die Nachfrage in den letzten Monaten explodiert“, betonte ein Mitarbeiter in der AZ. Eben zum Leidwesen der Last-Minute-Einkäufer.

So mancher Kunde soll in seiner verzweifelten Lage schon einen netten oder sogar fetten Aufschlag zum eigentlichen Preis angeboten haben. Wenn denn der Händler nur irgendwie ein Rolex-Exemplar herbeizaubern könnte.

Doch dem sind eben die Hände gebunden. Und so heißt es: Kunden vertrösten. Und ja keine falschen - weil womöglich nicht einzuhaltenden - Versprechungen machen. Wobei die die Rolex-Verkäufer die Situation schon noch mit Humor nehmen. Die besonders nachgefragte Rolex GMT Master II wurde intern bereits mit dem Spitznamen „waiting list“ - also: Warteliste - versehen.

Wie merkur.de* berichtet, sind Diebe in Starnberg mit einer Kettensäge angerückt, um Luxusuhren aus einem Juweliergeschäft zu stehlen. In der „ZDF“-Sendung „Bares für Rares“ rastete einer der Händler wegen einer seltenen Uhr aus und giftete gegen seine Kollegin. Sie wissen, wie man das Vermögen der Eltern ausgibt: Die „Rich Kids of Munich“ stellen sich im Internet provozierend dar. Ein Fußballprofi vom FC Barcelona wurde während des Champions-League-Halbfinales um seine Rolex erleichtert.

Eine neue Serienproduktion lässt in München Welten aufeinanderprallen: Die „Rich Kids“ der Stadt treffen dabei auf Obdachlose*. Gefilmt wird an einem ungewöhnlichen Ort.

*tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

mg

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