Die Sonde „Osiris Rex“.
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Wissenschaftler arbeiten an einem Telekommunikations-Satelliten-Modell.

Bedrohung aus dem Weltall

NASA-Experten gehen von Asteroiden-Einschlag in 1 bis 3 Jahren aus - und entwickeln Rettungsplan

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Forscher gehen in einem fiktiven Szenario davon aus, dass in den nächsten Jahren ein Asteroid die Erde bedrohen könnte. Deshalb arbeiten internationale Teams an Lösungen.

Washington, D.C. - Sie sind eine tödliche Gefahr aus dem All: Asteroiden. Von der Wissenschaft wird ihre potenziell zerstörerische Kraft permanent mit Sorge beobachtet. Dabei steht eine Frage im Fokus der Fachleute: Was passiert, wenn sich ein Asteroid in unsere Nähe verirrt?

Derzeit gehen Experten in einem fiktiven Szenario davon aus, dass ein Asteroid in ein bis drei Jahren auf die Erde treffen (*FNP berichtete) könnte. Um vorbereitet zu sein, arbeiten sie unentwegt an einem Rettungsplan.

Asteroiden: Zwei Einschläge in den vergangenen 100 Jahren

In unserem Sonnensystem fliegen Millionen von Asteroiden umher - die meisten im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Wie viele von diesen Gesteinsbrocken sich durchs All bewegen, ist nicht bekannt. Klar ist nur: Von ihnen geht eine destruktive Gefahr aus. Die Erdgeschichte zeigt, dass eine Kollision mit der Erde verheerende Ausmaße annehmen kann.

Vor 66 Millionen Jahren schlug ein massiver Asteroid auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán ein. Dies führte zu einem regelrechten Massenaussterben bei Flora und Fauna, was auch den Untergang der Dinosaurier zur Folge hatte. Die US-Raumfahrtbehörde NASA vermutet zwar, dass Asteroiden auch Leben auf einen erdähnlichen Mond gebracht* haben könnten, weiß jedoch auch um die große Gefahr für unseren Planeten, die von ihnen ausgeht.

Wie der SWR berichtet, gab es in jüngerer Vergangenheit zwei Asteroideneinschläge auf der Erde, wobei jedoch keine Menschen zu Schaden kamen. Im Jahr 1908 traf etwa ein Asteroid das sibirischen Flusstal Tunguska und zerstörte dort 30 Quadratkilometer Waldfläche. 2013 schlug in der Region um Tscheljabinsk ein weiterer Asteroid ein.

Forscher des europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmens Airbus sowie chinesische Wissenschaftler bereiten sich nun auf den Fall der Fälle vor. Sie arbeiten an einem Notfallplan, gesetzt den Fall, dass sich ein Asteroid in naher Zukunft als Bedrohung herausstellen sollte. Auch wenn die Wissenschaft seit Jahren an der „planetaren Verteidigung“* arbeitet: An akuten Lösungen mangelt es noch. Bislang ist unklar, wie vorzugehen ist, falls ein Asteroid unerwartet auf die Erde zusteuern sollte.

Forscher warnt: „Einschlag würde eine Schockwelle, Feuerstürme und Erdbeben auslösen“

Airbus setzt auf den Bau von zahlreichen riesigen Telekommunikations-Satelliten, die jedes Jahr mehr werden sollen. „Wir können davon ausgehen, dass sie in den Firmen der Satellitenbauer verfügbar sind“, sagt Airbus-Studienleiter Albert Falke, gegenüber Space.com. Im Falle einer Asteroiden-Sichtung müssten alle Satellitenbauer die Telekommunikations-Satelliten zu Anti-Asteroiden-Waffen umbauen, berichtet fr.de. Auf diese Weise sollen die Satelliten in den Weltraum abgeschossen werden, um den Asteroiden abzufangen.

„Wir denken, wir können etwa zehn bis 15 weltweite Starts innerhalb eines Monats erwarten“, erklärt Falke. Dazu werden jedoch genügend Raketen benötigt, an denen es derzeit noch mangelt. Auch die Größe des bedrohlichen Asteroiden könnte zum Problem werden. Wenn er mehr als 300 Meter Durchmesser hat, könnten die Folgen bei einer misslungenen Abwehr-Mission verheerend sein. Ein Asteroiden-Radius von mehreren zehn Kilometern reichte immerhin vor 66 Millionen Jahren aus, um die Dinosaurier zu vernichten.

„Ein solcher Einschlag würde eine Schockwelle, Feuerstürme und Erdbeben auslösen“, warnt Falke. „Flora und Fauna wären für Monate und Jahre nach einem solchen Einschlag zerstört.“ Seine chinesischen Kollegen wollen hingegen Asteroiden mittels Raketen vom Kollisionskurs abbringen. „Asteroiden stellen eine große Gefahr für das Leben auf der Erde dar“, erklärt der Hauptautor der Studie, Mingtao Li. „Einen Asteroiden auf Kollisionskurs abzulenken ist wichtig, um diese Gefahr zu entschärfen.“ *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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