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Raketenabsturz auf dem Mond: Nasa findet Krater und steht vor einem Rätsel

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Von: Tanja Banner

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Gleich zwei sich teilweise überlagernde Krater hat die Rakete, die im März 2022 abgestürzt ist, auf dem Mond hinterlassen. Das zeigt eine Aufnahme der Nasa-Raumsonde LRO.
Gleich zwei sich teilweise überlagernde Krater hat die Rakete, die im März 2022 abgestürzt ist, auf dem Mond hinterlassen. Das zeigt eine Aufnahme der Nasa-Raumsonde LRO. © Nasa

Monate nachdem eine Rakete auf der Rückseite des Monds eingeschlagen ist, veröffentlicht die Nasa erste Aufnahmen des Kraters – die Fragen aufwerfen.

Washington D.C. – Es sind bereits einige Monate vergangen, seit ein Einschlag auf dem Mond für große Aufmerksamkeit sorgte: Im März traf ein großes Stück Weltraumschrott die Rückseite des Mondes. Beobachtende gingen erst davon aus, dass eine ausrangierte Raketenstufe des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX auf Kollisionskurs mit dem Mond war. Später korrigierten Fachleute die Annahme und stellten fest, dass es sich offenbar um ein chinesisches Raketenteil handelte, das auf der Rückseite des Mondes einschlagen sollte.

Den Treffer selbst konnte niemand live beobachten, da er auf der Rückseite des Mondes stattfand. Doch für Forschende ist es ein wichtiges Ereignis, da der Einschlag tiefere Schichten des Mondes freigibt und neue Entdeckungen möglich macht. Tatsächlich fand im Oktober 2009 ein ähnliches Ereignis statt – damals allerdings geplant: Die US-Raumfahrtorganisation Nasa ließ damals die Raumsonde LCROSS auf den Mond stürzen, um anschließend den Krater und den aufgewirbelten Staub zu untersuchen. In der „Apollo“-Ära der Nasa wurden die Mondfähren ebenfalls auf den Mond gestürzt, um diesen so zu erforschen.

Raketen-Einschlag auf dem Mond: Nasa entdeckt Krater – und steht vor einem Rätsel

Weil der unfreiwillige Absturz auf dem Mond wertvolle wissenschaftliche Daten liefern könnte, hatte die Nasa geplant, den Einschlagskrater nachträglich mit der Mond-Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) zu suchen und zu erforschen. Nun hat die US-Raumfahrtorganisation erstmals Aufnahmen davon veröffentlicht. Die Bilder bergen eine Überraschung: Statt eines Kraters fand LRO gleich zwei neue Krater in der Mondoberfläche. Die östliche der beiden Einschlagstellen hat einen Durchmesser von etwa 18 Metern, der westliche Krater ist etwa 16 Meter groß. „Der Doppel-Krater ist unerwartet und könnte darauf hinweisen, dass die Rakete große Massen an beiden Enden hatte“, heißt es bei der Nasa.

Die Nasa hat den Einschlagskrater der Rakete auf dem Mond gefunden. (Archivbild)
Die Nasa hat den Einschlagskrater der Rakete auf dem Mond gefunden. (Archivbild) © IMAGO/imagebroker

Üblicherweise haben ausrangierte Raketenstufen auf einer Seite eine große Masse – den Motor. Die andere Seite besteht nur aus dem leeren und daher leichten Treibstofftank. Da die Herkunft der Rakete, die auf dem Mond eingeschlagen ist, immer noch nicht zweifelsfrei geklärt ist, könnte der Doppel-Krater etwas über deren Identität verraten, betont die Nasa auf ihrer Website. Bisher habe kein Raketeneinschlag einen doppelten Krater auf dem Mond hinterlassen. Die Einschläge im Rahmen der Mond-Missionen „Apollo 13“, „Apollo 14“, „Apollo 15“ und „Apollo 17“ hätten etwas unregelmäßige Krater produziert und seien mit mehr als 35 Metern Durchmesser größer gewesen als der Doppel-Krater. (tab)

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