„Neue Waffe“

Hyperschall-Rakete: Nordkorea spricht von neuen Atom-Tests

Erst feuerte Nordkorea ein Geschoss ins offene Meer ab. Nun heißt es, es handele sich um eine von Machthaber Kim Jong-un angedrohte Hyperschallrakete.

Seoul – Nordkorea*, die selbst erklärte Atommacht, hat nach eigenen Angaben bei hochmodernen Raketen große Fortschritte erzielt. Die Akademie für Verteidigungswissenschaft habe erfolgreich eine neu entwickelte Hyperschallrakete von „strategischer Wichtigkeit“ getestet, berichten die Staatsmedien am Mittwoch (29.09.2021).

Geschwindigkeiten oberhalb der fünffachen Schallgeschwindigkeit, also rund 6180 Kilometer pro Stunde, werden mit Hyperschall bezeichnet. Waffen dieser Art können deshalb nur schwer abgefangen werden. Nach Einschätzung des südkoreanischen Militärs befindet sich Nordkoreas Entwicklung solcher Raketensysteme allerdings noch in der Anfangsphase.

Nordkorea bestätigt Raketentest

Die Rakete des Typs Hwasong-8 wurde den nordkoreanischen Angaben zufolge aus der an China grenzenden Provinz Chagang abgefeuert. Nordkorea bestätigte damit den Raketentest vom Dienstag*. Die neue Rakete habe für die militärische Strategie eine große Bedeutung, hieß es. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte Ende 2019 bei einem Parteitreffen gedroht, die Welt werde in naher Zukunft eine „neue strategische Waffe“ erleben.

Dieses von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellte Foto zeigt eine nach nordkoreanischen Angaben neue Hyperschallrakete.

Das südkoreanische Militär hatte am Dienstag mitgeteilt, Nordkorea habe eine Kurzstreckenrakete ins offene Meer abgefeuert. Unklar war, wie weit die Rakete flog und um welchen Raketentyp es sich handelte. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea eigentlich den Test ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Das Land ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Hyperschallrakete aus Nordkorea: Frühe Stufe der Entwicklung

Was die Geschwindigkeit und andere Merkmale der nordkoreanischen Hyperschallrakete betreffe, „scheint sie auf einer frühen Stufe der Entwicklung zu sein“, hieß es in einer Erklärung des Generalstabs in Südkorea. Demnach erfordert die Entwicklung noch beträchtliche Zeit, bevor die Waffen für den Einsatz aufgestellt werden könnten. Dass Kim Jong-un* die Rakete als „strategische Waffe“ bezeichne, lasse darauf schließen, dass sie auch atomare Sprengköpfe tragen soll, schrieb der Experte Ankit Panda auf Twitter.

Nordkorea deutete an, dass weitere Tests der neuartigen Raketen folgen werden. Bei dem ersten Versuchsstart seien die wichtigsten technischen Voraussetzungen erfüllt worden, einschließlich der Startstabilität und der Manövrierfähigkeit. Das Gleiche gelte auch für die Flugeigenschaften des „separierten hyperschnellen Gleitflug-Sprengkopfs“.

Südkorea sieht in Raketentest von Nordkorea Provokation

Der Nationale Sicherheitsrat in Südkorea hatte wegen des erneuten Raketentests des weithin abgeschotteten Nachbarlandes sein Bedauern geäußert. Nordkorea hatte bereits vor gut zwei Wochen zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete damals den Test als „Provokation“.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA* tragen können. Das Land hat sich selbst zu einer Atommacht erklärt. Sein Status wird aber vor dem Hintergrund der Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm eher offen gehalten. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea kommen jedoch seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. (ktho/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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