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Omikron-Welle: RKI-Daten zeigen Verbreitung der Variante in Deutschland

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Von: Julia Volkenand, Martina Lippl

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Omikron breitet sich vor Weihnachten in der Welt und Europa aus. Immer mehr Länder verschärfen ihre Maßnahmen. Der News-Ticker.

Update vom 27. Dezember, 11.00 Uhr: Angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus werden die Forderungen nach einer Lockerung der Quarantänerichtlinien für Kontaktpersonen lauter. „Die Hochrechnungen gehen bei der Omikron-Variante von schlimmstenfalls 700.000 neuen Infektionen pro Tag aus“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Sepp Müller der Welt am Montag (27. Dezember). „In diesem Fall käme es tatsächlich zur Massenquarantäne.“

Nach bisherigem Wissensstand sei Omikron zwar ansteckender, aber nicht gefährlicher, sagte Müller. „Wir brauchen gerade für Geimpfte und Genesene Freitestmöglichkeiten, und zwar nach fünf Tagen. Geboosterte, die keine Symptome aufweisen, sollten bei einer Woche täglicher Schnelltestungen gar nicht in Quarantäne gehen müssen.“

Eine Anpassung der Regeln hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ins Spiel gebracht. „Die aktuell gültigen Quarantäneregeln bedürfen mit Blick auf eine mögliche explosionsartige Verbreitung von Omikron einer Überarbeitung - wir können nicht das ganze Land in Quarantäne schicken“, sagte er der Welt am Sonntag. Das Robert-Koch-Institut (RKI) müsse dazu einen Vorschlag vorlegen.

Corona-Mutation Omikron in ganz Deutschland verbreitet - „Beeindruckende Ausbrüche“

Update vom 25. Dezember, 18.10 Uhr: Inzwischen ist die neue Corona-Variante in allen Bundesländern angekommen (siehe vorheriges Update). „Die Ausbrüche bei Omikron sind beeindruckend. Sehr viele Menschen, die sich mit einem Infizierten in einem Raum befinden, können sich anstecken. Sehr viele werden auch krank“, sagte RKI-Chef Wieler den RND-Zeitungen vom Freitag.

Dies sei eine andere Dimension, als sie von Delta bekannt sei. In Deutschland wird indes nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Omikron hin getestet.

In einem Interview der Süddeutschen Zeitung* (Freitagausgabe) sagte der Virologe Christian Drosten auf die Frage, ob es in Deutschland einen Lockdown brauche, es gelte abzuwarten, „ob und wie die jetzt geltenden und noch einmal nachgezogenen Maßnahmen wirken“. Greifen die Kontaktbeschränkungen nicht so wie erhofft, könnte man Beschränkungen in Betracht ziehen, bei denen nur bereits geboosterte Menschen Zugang haben - was er als „1G“ bezeichnete*.

Aktueller Wochenbericht des RKI zur Corona-Lage in Deutschland

Update vom 24. Dezember, 10.21 Uhr: Omikron breitet sich auch in Deutschland zunehmend aus. Noch hat diese Variante des Coronavirus nicht die Oberhand gewonnen, doch das ist wohl nur eine Frage der Zeit. Denn mittlerweile ist die Variante in allen deutschen Bundesländern angekommen. Zwar ist der Großteil der Infektionen noch immer die Delta-Variante, doch die Zahl der Omikron-Fälle ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen, berichtet das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend.

Corona-Pandemie: Omikron in allen Bundesländern angekommen

Bis zum 21. Dezember seien 441 über eine Genomsequenzierung bestätigte Omikron-Infektionen übermittelt worden. Bei 1438 Fällen bestehe nach einem spezifischen PCR-Test der Verdacht darauf. In Deutschland wird jedoch nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Omikron hin getestet.

Auf einer neuen Übersichtsseite gab das RKI am Donnerstag die Zahl der sicher nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle in Deutschland mit 3198 an (Datenstand 22. Dezember). Im Vergleich zum Vortag seien 810 Nachweise hinzugekommen - sie beziehen sich auf Fälle seit Ende November.

Update vom 23. Dezember, 19.57 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle ist auch in Deutschland in den letzten Wochen deutlich gestiegen. Das teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem wöchentlichen Bericht mit. Bis zum Dienstag seien 441 Omikron-Fälle in Deutschland bestätigt worden. Bei weiteren 1438 Fällen besteht nach einem PCR-Test der Verdacht auf Omikron. „Bisherige Meldedaten zu Symptomen deuten auf eher milde Verläufe bei Infizierten mit vollständiger Impfung beziehungsweise Auffrischimpfung“, so schreibt das RKI.

28 der Corona-Infizierten, bei denen auch Omikron nachgewiesen wurde, mussten bisher ins Krankenhaus eingewiesen werden, ein Infizierter starb. Trotzdem warnt das Institut vor der raschen Ausbreitung der Virus-Variante. In wenigen Wochen könne sie die Mehrzahl aller Infektionen ausmachen.

Coronavirus-Variante Omikron: Griechenland verschärft Maßnahmen

Update vom 23. Dezember, 13.05 Uhr: Die Regierung in Athen hat angesichts der Gefahr einer Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus alle öffentlichen Feierlichkeiten der Städte zu Weihnachten und Silvester verboten. Das teilte der griechische Gesundheitsminister Thanos Plevris am Donnerstag im Staatsrundfunk mit.

Zudem wurde die Maskenpflicht überall wieder eingeführt. In Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln sind sogar Masken des Typs KN95 (oder deren Äquivalent) Pflicht. Alternativ können zwei einfache medizinische Masken oder Alltagsmasken aus Stoff übereinander getragen werden. Die Pflicht für Reisende nach Griechenland, vor Reiseantritt einen negativen Test vorzuzeigen, bleibt bestehen. Dabei darf ein PCR-Test nicht länger als 72 Stunden zurückliegen, ein Antigen-Schnelltest nicht länger als 24 Stunden. Zudem werde Reisenden nach ihrer Ankunft im Land eindringlich geraten, sowohl zwei wie vier Tage nach ihrer Ankunft einen Schnelltest zu machen, sagte der Gesundheitsminister weiter.

In Griechenland wurden am 22. Dezember 5641 neue Fälle gemeldet. Eine Woche zuvor waren es noch 4801. Bislang sind in Griechenland 29 Omikron-Fälle registriert worden. Das Gesundheitssystem stehe unter starkem Druck, teilte die Regierung mit.

Omikron: Erstmals über 100.000 Neuinfektionen in Großbritannien an einem Tag - bittere Aussichten für Europa

Update vom 22. Dezember, 20.40 Uhr: Mit Belgien verschärft ein weiteres deutsches Nachbarland seine Maßnahmen gegen eine drohende Omikron-Welle. Wie Regierungschef Alexander De Croo mitteilte, werden ab Sonntag die Kinos und Veranstaltungsorte wie Konzertsäle geschlossen. Cafés und Restaurants dürfen demnach nur bis 23.00 Uhr geöffnet bleiben. Alle Großveranstaltungen im Innenbereich werden verboten. 

Update vom 22. Dezember, 20.40 Uhr: Spanien will die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus mit verhältnismäßig milden Maßnahmen wie mehr Impfungen, mehr medizinischem Personal sowie einer Maskenpflicht auch im Freien bekämpfen. Das teilte die Regierung am Mittwoch nach einer Video-Krisensitzung von Ministerpräsident Pedro Sánchez mit den Regional-Regierungschefs mit, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Viele tragen heute schon freiwillig Masken auch im Freien.

Die Regionalregierung von Katalonien hatte sich vergeblich für strengere Vorschriften eingesetzt. Die Region mit der Touristenmetropole Barcelona hatte am Dienstag unter anderem die Schließung von Clubs, Bars und Discos sowie Ausgehbeschränkungen von 1.00 Uhr bis 6.00 Uhr angekündigt. Diese Maßnahmen sollen am Freitag für zunächst 15 Tage in Kraft treten. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am gestrigen Dienstag bei 424, dank der hohen Impfquote von 80% weisen viele Erkrankte keine oder nur milde Symptome auf.

Update vom 22. Dezember, 18.00 Uhr: In Großbritannien sind erstmals mehr als 100.000 Infektionen mit dem Coronavirus an einem einzigen Tag verzeichnet worden. Das Land, das mit einer massiven Omikron-Welle konfrontiert ist, verzeichnete am Mittwoch laut Regierungswebseite 106.122 Neuinfektionen. Eine Verschärfung der Maßnahmen kommt für die Regierung von Premierminister Boris Johnson bisher nicht infrage, stattdessen wolle man abwarten, bis es eine klare Datenlage dazu gibt, ob mit dem starken Anstieg der Infektionen auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt.

Schon jetzt herrscht auf der britischen Insel ein immenser Personalmangel in Krankenhäusern und im öffentlichen Verkehr. Die Quarantänezeit soll deshalb von zehn auf sieben Tage verkürzt werden, kündigte die Regierung an. Die Regionalregierung von Schottland und Wales haben bereits Regelverschärfungen in ihren Regionen angekündigt.

Omikron-Variante: Israel plant Angebot einer vierten Impfdosis

Update vom 22. Dezember, 16.20 Uhr: Israel bietet als erstes Land eine vierte Impfdosis gegen Covid-19 an, um sich vor der neuen Omikron-Variante zu schützen. Über 60-Jährige, medizinisches Personal sowie Menschen mit Immunschwäche sollen Anspruch auf einen zweiten Booster haben. Das empfiehlt das israelische Pandemie-Expertengremium, wie die The Jerusalem Post berichtet. In den nächsten Tagen soll die vierte Impfung starten.

„Wir alle haben gehofft, dass es nicht passiert, doch mit der Zeit lässt der Immunschutz der dritten Dosis nach“, erklärt Mitglied des Expertengremiums Prof. Ron Dagan von der Ben-Gurion Universität. Die Zahl der Antikörper sinkt nach einer Booster-Impfung ähnlich wie nach der zweiten Dosis.  

„Es ist ein natürlicher Prozess, dass die Antikörper allmählich wieder weniger werden nach einer Impfung“, sagte Professor Ejal Leschem, Experte für Infektionskrankheiten, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Erst innerhalb einiger Wochen werde man aber wissen, was das konkret für den Impfschutz bedeute. Denn dieser hängt nicht nur von Antikörpern ab, sondern etwa auch von sogenannten T-Zellen. Israel hatte als erstes Land weltweit im Juli mit der Booster-Impfung begonnen. Gibt das Gesundheitsministerium grünes Licht, startet das Land am Mittelmeer mit der vierten Impfdosis.

Portugal geht wegen Omikron wieder in den Lockdown

Update vom 22. Dezember, 12.44 Uhr: Portugal geht in den Lockdown. Mit allen Mitteln soll eine katastrophale Lage wie im vergangenen Januar verhindert werden. 90 Prozent der Bevölkerung über 12 Jahren sind vollständig geimpft. Trotzdem gehen die Corona-Fallzahlen in die Höhe. Die Inzidenz in dem Urlaubsland liegt schon über 300. Und jetzt droht Omikron.

Homeoffice-Pflicht gilt ab dem 25. Dezember. Diskotheken und Bars müssen dann schließen, kündigte Regierungschef António Costa am Dienstag an. Zudem werde die Testpflicht beim Betreten öffentlicher Innenräume unter anderem auch auf Hotels und Pensionen ausgeweitet. Zu Silvester dürften sich auch im Freien höchsten zehn Personen versammeln und dabei keinen Alkohol konsumieren. Der Schulbeginn wird um eine Woche auf den 10. Januar verschoben.

Zahlen-Explosion auf Mallorca

Update vom 22. Dezember, 9.46 Uhr: Auf Mallorca geht es schneller als gedacht. Die Corona-Fallzahlen steigen stark an. Die Prognose: Omikron wird an Weihnachten auf der beliebten Urlaubsinsel dominieren. Und das trotz einer Impfquote von über 82 Prozent. Die 7-Tage-Inzidenz liegt auf Mallorca bei 313,9 (in Deutschland aktuell bei 289,0). Auch auf den Nachbarinseln wachsen die Infektionszahlen. Das Infektionsgeschehen macht sich in den Krankenhäusern noch kaum bemerkbar. Die eingewiesenen Covid-19-Patienten seien zu etwa 75 Prozent nicht geimpft, berichtet mallorcazeitung.es.

Vor Weihnachten: Omikron treibt Infektionszahlen auf Mallorca und Teneriffa an

Spanien geht mit den Corona-Regeln noch recht locker um. Auf den Balearen herrschen jedoch schon etwas strengere Regeln als nur 3G-Regeln. Im Freien dürfen sich nur 15 Personen treffen und nicht mehr als 10 Personen im Innenraum. Noch sind Clubs und Diskos offen. Wer tanzen will, muss allerdings eine Maske tragen.

Omikron bremst Zugverkehr in Großbritannien aus

Update vom 22. Dezember, 9.30 Uhr: In Großbritannien zeigt sich schon, welche Folgen die schnelle Ausbreitung von Omikron hat: Etliche Züge fallen wegen Corona-Infektionsfällen aus. Die Belegschaft meldet sich krank und das hat Folgen. Wie die BBC berichtet, sind 8,7 Prozent des Personals im Krankenstand unter anderem wegen Covid-19. Nach Angaben der Rail Delivery Group fielen 5,2 Prozent der Züge aus - der Durchschnitt liege bei knapp 3 Prozent. An Weihnachten müssen sich Reisende auf Zugausfälle einstellen, heißt es. Der Zugbetreiber LNER, der Verbindungen an der Ostküste der Insel betreibt, verringerte die Zahl seiner Verbindungen „wegen einer Zunahme der Beschäftigten in Corona-Quarantäne“. 

Omikron lässt Infektionszahlen in Spanien in die Höhe schnellen

Update vom 21. Dezember, 22.45 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus sorgt auch in Spanien für einen rasanten Anstieg der Neuinfektionen. Binnen eines Tages stieg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus um 50.000 im Vergleich zum Vortag an. Ein neuer Rekord seit Beginn der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr 2020. Die Inzidenz steigt dadurch von 377 sprunghaft auf 424 an, wie das Gesundheitsministerium in Madrid verkündete. Die neue Omikron-Variante mache in Madrid schon 80 Prozent aller Neuinfektionen aus, schrieb die Zeitung El País.

Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten wurde mit 1.472 angegeben, 30 mehr als am Vortag. Sie belegten damit 15,77 Prozent aller Kapazitäten in diesem Bereich. Die meisten spanischen autonomen Gemeinschaften, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, und die Zentralregierung sträuben sich gegen eine deutliche Verschärfung der Corona-Maßnahmen.

Katalonien plant nächtliche Ausgangssperren

Nur Katalonien kündigte die Schließung des Nachtlebens, nächtliche Ausgangsbeschränkungen sowie Einschränkungen der Auslastung von Gaststätten und Freizeiteinrichtungen und der Teilnehmerzahl von Treffen im privaten Bereich an. Die muss jedoch noch von der Justiz bestätigt werden.

Omikron in Europa: Zahlen in Österreich steigen - „Wir können Omikron nicht aufhalten, nur Zeit gewinnen“

Update vom 21. Dezember, 21.20 Uhr: Auch im deutschen Nachbarland Österreich stellen sich die Behörden auf einen rasanten Anstieg der Infektionszahlen durch die Omikron-Variante ein. Zwar wurden in Österreich bisher lediglich 297 Omikron-Fälle bestätigt, die Zahl hat sich jedoch im Vergleich zur Vorwoche vervierfacht. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein zog mit Blick auf die steigenden Zahlen in einer Pressekonferenz am Dienstag ein ernüchterndes Fazit. „Wir können Omikron nicht aufhalten, nur Zeit gewinnen.“

Österreich setzt ähnlich wie Deutschland auf eine flächendeckende Booster-Kampagne, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. „Holen Sie sich noch vor den Feiertagen einen Booster-Shot. Machen Sie sich und Ihren Lieben dieses Weihnachtsgeschenk“, forderte Mückstein die Bürgerinnen und Bürger am Dienstag auf

Omikron in Europa auf dem Vormarsch: Großbritannien stark betroffen

Originalmeldung vom 21. Dezember:

München - Omikron stellt die Corona-Pandemie komplett auf den Kopf. In Großbritannien und Dänemark verbreitet sich die Omikron-Variante besonders schnell. Experten warnen in Deutschland vor einer verheerenden fünften Welle. Neue Daten und Erkenntnisse über die neue Coronavirus-Variante Omikron (B.1.1.529) überschlagen sich. Die Omikron-Szenarien sind düster.

Omikron-Welle überollt Dänemark - Corona-Fallzahlen explodieren

Über Dänemark rollt gerade die heftigste Welle seit Beginn der Pandemie. Die Infektionszahlen schnellen in die Höhe. Die Corona-Zahlen explodieren seit Mitte Dezember regelrecht. Über 10.000 Neuinfektionen meldet das kleine Land (5,8 Millionen Einwohner) inzwischen täglich. Am Montag wurden rund 10.500 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Rund fünf Prozent der Tests fielen positiv aus. Bis Montag wurde bei insgesamt 23.038 Fällen die Omikron-Variante festgestellt, teilt das dänische Serum Institut (SSI) mit. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Dänemark bei über 1.000. Zum Vergleich: In Deutschland befindet sich der Wert bei 316.

Dänemark kämpft gegen Omikron-Krise

Die Lage in Dänemark ist extrem dynamisch. Dabei ist das Land bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. Eindrucksvoll ist der Verlauf auf der Webseite „Our World in Data“ zu sehen. Die höchsten Fallzahlen mit etwa 3.500 Infektionen verzeichnete Dänemark im Dezember 2020. Jetzt sind die Höchstwerte schon dreimal höher.

Dänemark: Den Verlauf der Corona-Pandemie zeigt die Grafik von „Our World in Data“.
Dänemark: Den Verlauf der Corona-Pandemie zeigt die Grafik von „Our World in Data“. © Screenshot Our World in Data

Um die Infektionswelle zu bremsen, fährt Dänemark große Teile des öffentlichen Lebens wieder* herunter: Theater, Kinos, Zoos, Vergnügungsparks und Sportstätten müssen nun wieder geschlossen bleiben. Restaurants dürfen nur noch bis 23 Uhr öffnen. Das Land hat schnell auf die Infektionszahlen reagiert. Erst im September hatte Dänemark den sogenannten Freedom-Day ausgerufen und alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Schon zu diesem Zeitpunkt waren fast alle Menschen über 60 Jahre geimpft. Aktuell liegt die Impfquote bei mehr als 80 Prozent.

Mit einer Booster-Kampagne sollen bis zum Jahreswechsel noch zwei Millionen Menschen geimpft werden, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Die dänischen Gesundheitsbehörden rechnen in aktuellen mathematischen Modellierungen an Weihnachten (24. Dezember) mit 9.000 bis 45.000 Neuinfektionen. Die Bandbreite ist groß, räumt das ISS ein. Es gäbe noch viele Unsicherheiten in den Prognosen der Szenarien, heißt es. Auch hänge die Zahl der Neuinfektion vom Immunschutz in der Bevölkerung und der Übertragungsrate ab. Die Krankenhauseinweisungen könnten demnach zwischen 130 und 250 Covid-Patienten liegen, wenn die Omikron-Variante nur die gleiche Ansteckungsrate wie Delta entwickelt.

Corona: Testzentren in Dänemark am Limit

Die Testzentren in Dänemark sind an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Die hohen Ansteckungszahlen hätten dazu geführt, dass eine Rekordzahl von Menschen vor den Weihnachtstagen sicherstellen wolle, dass sie sich nicht mit Corona infiziert haben, sagte Anne-Marie Vangsted, die Direktorin der Testcenter, am Montag der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. „Die Anzahl der PCR-Tests, die wir pro Tag analysieren können, ist begrenzt.“

Fortan können nur noch Menschen einen PCR-Test buchen, die tatsächlich Symptome haben, in Kontakt mit einer infizierten Person kamen oder in einem Schnelltest positiv auf Corona getestet wurden. Wenn man zum Weihnachtsfest mit der Familie wolle, gebe es andere Möglichkeiten wie Antigentests oder Selbsttests, sagte Vangsted.

Omikron (B.1.1.529) breitet sich atemberaubend schnell aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Omikron am 26. November 2021 als „besorgniserregende Corona-Variante“ (VOC) eingestuft und den griechischen Buchstaben Omikron als Name gewählt. Die erste nachweisliche Infektion mit der neuen Coronavirus-Variante B.1.1.529 ist am 9. November 2021 in einer Probe in Südafrika nachgewiesen worden.

Besorgniserregende Corona-Varianten - „Variants of concern“ (VOC) laut WHO (Stand 26. November 2021)

Variants of Concern - VOCNameVOC-Sublinien
AlphaB.1.1.7Mutation E484K oder E484Q
BetaB.1.351B.1.351.1, B.1.351.2 und B.1.351.3
GammaP.1P.1.1 und P.1.2
DeltaB.1.617.2AY.1, AY.2 und AY.3.
Omikron (26. November 2021)B.1.1.529k.A.

Omikron - Düstere Prognose für Deutschland

Die Corona-Lage in Deutschland bleibt angespannt*. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt aufgrund der aktuellen Corona-Lage in Deutschland „maximale Kontaktbeschränkungen“. Diese sollten „sofort beginnen“ und bis zunächst Mitte Januar gelten, schreibt das RKI am Dienstag auf Twitter. (ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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