Orca in einem Becken.
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Ein Orca im Marineland-Tierpark in Kanada legt verstörendes Verhalten an den Tag. Tierschutz-Aktivisten sind entsetzt. (Symbolbild)

Tierschutz

Orca in Gefangenschaft schlägt Kopf gegen die Beckenscheibe – Tierschützer sind schockiert

Ein Video, in dem ein Orca seinen Kopf gegen die Scheibe seines Beckens schlägt, sorgt für Aufsehen. Tierschutz-Aktivisten wollen dem Wal aus Kanada helfen.

Ontario – Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen, bei denen sich Orcas in Gefangenschaft auf unnatürliche Weise verhalten oder sogar Menschen angreifen. Schon 2016 hat sogar das riesige Tierpark-Unternehmen Seaworld seine Orcazucht eingestellt*, da die Bedingungen, unter denen die Tiere dort leben, in keinster Weise artgerecht sind. Trotzdem müssen Orcas, die vor diesem Sinneswandel gefangen oder für die Gefangenschaft gezüchtet wurden, den Rest ihres Lebens nun in künstlichen Becken verbringen. So ist es auch bei Kiska, die im Marineland-Park in Kanada lebt. Tierschützer sprechen vom „einsamsten Wal der Welt“.

In einem Video ist zu sehen, wie das Orcaweibchen seinen Kopf immer wieder gegen die Scheibe seines Beckens haut. Laut Philip Demers, der die verstörende Aufnahme auf Twitter geteilt hat, stammen sie von Tierschutz-Aktivisten, die am 04. September in den Park eingebrochen sind, um sich den Zustand des Wals anzusehen. Kiska ist der letzte überlebende Orca im Marineland, und schon seit zehn Jahren alleine. Alle seine Artgenossen, inklusive des Nachwuchses, sind gestorben, wie inews.uk berichtete.

Kanada: Tierschutz-Aktivisten arbeiten an Hilfe für einsamen Orc

Demers ist ein ehemaliger Tiertrainer im Marineland in Kanada, der sich, seit er den Park im Jahr 2012 verließ, für die eigentlichen Meeresbewohner einsetzt. Die Videos, die inzwischen knapp 400.000 Mal aufgerufen wurden, kommentiert der Aktivist mit den Worten „Das ist gefährliches und selbstverletzendes Verhalten. Kiska ist in Not.“ Zu einem weiteren Clip schrieb der 43-Jährige: „Die Grausamkeit muss enden.“

Tierschutz-Aktivisten kämpfen deswegen um die Freiheit des Wals. Unter dem Hashtag #FeeKiska sind weltweite Bekundungen zur Freiheit der Orcadame in den sozialen Netzwerken zu finden. Außerdem gibt es das „Whale Sanctuary Project“, bei dem es darum geht, einen natürlichen Zufluchtsort für Tiere aus Anlagen wie Marineland oder Seaworld zu schaffen. Im Gespräch mit inews.uk sprach Demers von seinem Plan, Kiska dorthin zu bringen. Allerdings könne nicht bis zur Fertigstellung des Projektes gewartet werden, weswegen eine Zwischenlösung für den einsamsten Wal der Welt her muss.

Auch an anderer Stelle greift der Tierschutz ein: Nach Tierquälerei bekam ein Metzger Berufsverbot. (vbu) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.



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