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Oxford-Philosoph findet es okay, Fremde sterben zu lassen, wenn sie Fleisch essen - unter gewissen Bedingungen

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Von: Zülal Acar

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Fleischtheke im Supermarkt
Sollte man einen in Not geratenen Fleischesser retten, obwohl er Tieren mit seinem Essverhalten schadet? Ein Oxford-Philosoph sagt: ja. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Menschen, die Tieren Leid antun, dürfen getrost ignoriert werden, wenn sie am Ertrinken sind. Das ist die kontroverse These eines Oxford-Philosophen. Er selbst ist Fleischesser.

Oxford - Religion, Politik, oder Fußballvereine: Es gibt viele Gesprächsthemen, an denen man sich die Finger verbrennen kann. Doch nicht nur wie wir glauben, denken, oder fühlen hebt uns von anderen ab. Auch wie oder was wir essen*. Das geht sogar so weit, dass manche Menschen gewissen Ernährungsweisen eine moralische Überlegenheit attestieren. Allen voran dem Vegetarismus beziehungsweise Veganismus. Geht es nach dem Oxford-Philosophen Dr. Michael Plant, ist es etwa okay, in Not geratene Fleischessende sterben zu lassen - zumindest in seinem Gedankenexperiment. Dabei argumentiert er basierend auf einem scheinbar rationalen Prinzip.

Oxford-Philosoph: Tod eines Fleischessers könnte Tierleid minimieren

Ihm geht es um folgendes Dilemma: Menschen haben die ethische Pflicht, anderen Menschen das Leben zu retten - sofern sie selbst keinen Schaden davon tragen. Beispielhaft soll hier ein Szenario dienen, in dem etwa ein Mensch einen anderen rettet, der kurz vor dem Ertrinken ist. Und wenn der Rettende dabei nasse Kleidung riskiert, dann ist das das geringere Übel. Es wird seiner moralischen Verpflichtung untergerordnet.
Wie dailymail.co.uk berichtet, kommt hierbei allerdings auch ein zweiter ethischer Glaubenssatz ins Spiel.

Wenn Menschen gleichzeitig davon überzeugt sind, dass Fleisch essen falsch ist, könnten Sie einen Fleischesser theoretisch sterben lassen. Denn durch den Tod eines Fleischessers werde in der Folge viel Tierleid vermieden, heißt es. Ein Jahr lang Fleisch essen vergleicht Dr. Plant mit fünf Jahren Tierleid. Der Tod des Fleischessers wäre also das geringere Übel. Das sei „universell akzeptiert“ schreibt Plant im Journal of Controversial Ideas. Dabei könne auch argumentiert werden, dass das Leben des Fleischessers zu retten ist, wenn man ihn vom Vegetarismus überzeugt. Jedoch würden viele Menschen auch das als „verrückt“ abstempeln und ignorieren, so der Philosoph.

Vergleichsweise wäre es auch das geringere Übel, einen ertrinkenden Diktator sterben zu lassen. Schließlich verursachte dieser ja viel menschliches Leid. So gesehen, würde sein Ableben, zahlreiche Menschenleben retten, argumentiert Dr. Plant. Der Philosoph bezeichnet sich im Übrigen als „Welfatarian“. Er konsumiert nur Fleisch von Tieren, die ein glückliches Leben hatten. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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