Besucher einer  Ausstellung stehen hinter einer Rekonstruktion eines massiven Megalodon-Kiefers mit echten fossilen Zähnen.
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Es kursieren zahlreiche vermeintliche Sichtungen, die die Existenz des Megalodon bestätigen sollen.

Theorien zum ausgestorbenen Megalodon

Lebt ein Urzeit-Riesenhai noch immer in der Tiefsee?

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Der Megalodon gilt seit drei Millionen Jahren als ausgestorben, doch viele Menschen glauben, dass der riesige Urzeithai weiterhin klammheimlich in den Tiefen des Ozeans weiter existiert.

Bremen - Er bietet den Stoff, aus dem Horrorfilme gemacht werden: Ein riesiger Killer, der in der Tiefe seiner Beute auflauert. Er hat messerscharfe Zähne, mit denen er gnadenlos seine Beute in Stücke zerfetzen kann. Und riecht er Blut, ist es sofort vorbei. Allein die Vorstellung, ein Hai könnte sich unter einem befinden, reicht aus, um den meisten Schwimmern einen Schauer über den Rücken zu jagen.

Es gibt wohl kaum einen Meeresbewohner, der so sehr gefürchtet wird, wie der Hai. Und auch kaum einen, der so missverstanden wird. Denn obwohl er so gefährlich wirkt, ist nicht jeder Hai qua natura ein Killer. Welchen furchteinflößenden Effekt er auf den Menschen hat, zeigt ein Video, das kürzlich auf Tiktok zum Viralhit wurde (*FNP berichtete).

Darin ist zusehen wie ein großer Hai ein Kreuzfahrtschiff umkreist und die Passagiere in Panik versetzt. Was sie nicht wissen: es handelt sich um einen harmlosen Riesenhai, der sich von Plankton ernährt. In den Kommentaren diskutierten derweil viele Nutzer darüber, ob es sich nicht doch um einen Megalodon, einen gigantischen Urzeithai, handeln könnte.

Megalodon: Fossile sind über 1,5 Millionen Jahre alt

Der Megalodon war eines der größten Meerestiere und lebte vor etwa zehn Millionen Jahren, bis er dann vor circa drei Millionen Jahren wieder verschwand. Wie forschung-und-wissen.de berichtet, wurde der monströse Meeresriese bis zu 20 Meter lang. Nun verbreiten sich Theorien, nach denen der Urzeithai aktuell noch in der Tiefsee leben könnte.

Immer wieder tauchen im Internet vermeintliche Beweise und Behauptungen von Sichtungen des Megalodons auf, was die Kontroverse vorantreibt. Immerhin gibt es noch weite Teile der Tiefsee, die der Mensch noch nicht erkundet hat. „In diesen unglaublichen dunklen Räumen gibt es sicher noch viele Dinge und Lebewesen zu entdecken, von denen wir nichts ahnen“, sagte Antje Boetius, Meeresbiologin an der Universität Bremen, gegenüber dem Tagesspiegel.

Anhänger der Theorie weisen oft darauf hin, dass sich der Megalodon in extremen Tiefen des Ozeans verstecken könnte - quasi als Selbstschutz vor dem Menschen. Doch Forscher haben anhand entdeckter Fossilen herausgefunden, dass sich der Urzeithai in flachen und warmen Gewässern sowie Küstengebiete aufgehalten hat, sich also in extremen Tiefen nicht wohlfühlen würde.

Zudem stellten Wissenschaftler fest, dass dem Megalodon vor Millionen von Jahren die Beute in kältere Gewässer abhandengekommen ist. Das führte wiederum zum Aussterben des Hais.

Falls der Urzeithai tatsächlich noch lebt, müsste er sich über die Zeit so stark an seine Umgebung angepasst haben, dass er wohl auch seine Physiognomie geändert haben müsste - sprich: anders aussehen würde. Nach wie vor kann die Wissenschaft nicht zu hundert Prozent ausschließen, dass der Megalodon nicht doch in der enigmatischen Tiefsee existiert.

Doch ein wichtiger Anhaltspunkt sind die Fossilen des Urzeithais. „Alle Spuren, die wir von Megalodon gefunden haben und die sich zuverlässig datieren lassen, sind über 1,5 Millionen Jahre alt“, so David Ebert, Meeresbiologe der Moss Landing Marine Laboratories in den USA. Und sofern keine jüngeren Fossilen auftauchen, die etwas anderes beweisen, gilt er als ausgestorben. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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