Eine Frau küsst ihren Chihuahua-Hund.
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Forscher haben herausgefunden, dass Haushunde eine schlechte Ökobilanz haben.

CO₂-Pfotenabdruck von Vierbeinern

Hundehalter als Klimasünder? Studie zeigt, wie schädlich die Vierbeiner für die Umwelt sind

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Berliner Forscher haben herausgefunden, dass sich die Haltung von Hunden negativ auf die ökologische Bilanz auswirkt. Doch warum eigentlich?

Berlin - Wir lieben sie, und zählen sie oft zum engsten Kreis der Familie. Hunde begleiten den Menschen schon seit Tausenden Jahren durch das Leben. Und gerade in der Corona-Pandemie (*FNP berichtete), während Social-Distancing und Homeoffice zur Normalität* geworden sind, haben Hunde für viele Menschen einen umso wichtigeren Stellenwert eingenommen. So ist es nur auch konsequent, dass die Zahl der neu adoptierten Hunde während der Coronakrise* gestiegen ist.

Hierzulande schaffen sich immer mehr Menschen einen Vierbeiner an. Feststeht: Dem Menschen tut der Hund gut. Doch einen Haken gibt es offenbar. Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin (TU) haben nämlich herausgefunden, dass es nicht spurlos am Klima vorbeigeht, einen Hund zu besitzen. Pro Tier soll so nämlich im Durchschnitt 630 Kilogramm CO₂ im Jahr verursacht werden, wie die Forscher im Fachjournal Sustainability schreiben.

Ökologischer Pfotenabdruck: Hunde produzieren pro Tier 8,2 Tonnen CO₂

Als Ausgangspunkt für ihre Berechnungen nahmen die Wissenschaftler einen etwa 15 Kilogramm schweren Hund, der etwa 13 Jahre lang lebt. Was würde dieser Hund im Laufe seines Lebens fressen, trinken, ausscheiden, verbrauchen et cetera? Das alles floss für die Berechnungen mit ein.

Insgesamt untersuchte das Team der TU Berlin 15 „Umweltwirkungskategorien“ - etwa der Klimawandel, Smog und so weiter. Heraus kam, dass ein von Menschen gehaltener Hund in seinem Leben durchschnittlich 8,2 Tonnen CO₂ ausstößt. Eine beachtliche Menge, wenn man bedenkt, dass das den Treibhausgasemissionen von einem Dutzend Hin- und Rückflügen aus Berlin nach Barcelona entspricht, wie die Forscher erklären.

Schuld an der schlechten Ökobilanz sei vor allem zu 90 Prozent das Hundefutter. „Das Fleisch für die Hundefutterproduktion kommt wohl weder vom Biohof in der Uckermark noch von den bayerischen Almwiesen. Es stammt aus der Massentierhaltung mit den bekannten sozialen und ökologischen Auswirkungen“, betont der Studienleiter Matthias Finkbeiner.

Mit dem Kauf von Tierfutter in Bioqualität lässt sich dieses Problem ein wenig lindern. Auch ein kleineres Tier würde im Durchschnitt weniger Ressourcen verbrauchen und CO₂ produzieren als größere Hunderassen.

Neben dem Hundefutterbedarf sind auch die Ausscheidungen der Tiere aus ökologischer Sicht problematisch. Das in den Hundeexkrementen enthaltene Phosphor, Stickstoff sowie Schwermetalle vergiften und überdüngen regelrecht die Böden und Gewässer.

In einer Pressemitteilung sagt Finkbeiner, dass sich jeder Hundebesitzer vor Augen führen müsse, „dass nahezu ein Drittel seines CO₂-Budgets bereits vom Hund verbraucht wird“. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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