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Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Präsident Ramaphosa ruft Notstand aus

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Von: Karolin Schäfer, Alina Schröder

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Die Zahl der Opfer, die durch die Unwetter-Katastrophe in Südafrika ums Leben gekommen sind, steigt. Präsident Cyril Ramaphosa hat nun den Katastrophenzustand ausgerufen.

Update vom Dienstag, 19.04.2022, 09.30 Uhr: Eine der schlimmsten Unwetter-Katastrophen in Südafrika forderte bisher 443 Menschenleben. Präsident Cyril Ramaphosa hat nun den landesweiten Katastrophenzustand ausgerufen. Durch die Verhängung des Notstands werden zusätzliche Mittel für die Bewältigung der Katastrophe freigegeben. Südafrikas Regierung hatte bereits Nothilfen in Höhe von einer Milliarde Rand (63,3 Millionen Euro) angekündigt.

48 Menschen seien weiterhin vermisst, sagte der Präsident am Montag (18.04.2022) in einer TV-Ansprache. Schätzungen zufolge seien 40.000 Menschen durch die Fluten vertrieben worden, betonte Ramaphosa „Das Leben, die Gesundheit und das Wohlergehen Tausender Menschen sind weiterhin bedroht“, sagte der südafrikanische Präsident

Unwetter-Katastrophe in Südafrika Ramaphosa Notstand Überschwemmung Starkregen
Wegen der Unwetter-Katastrophe in Südafrika hat Präsident Cyril Ramaphosa den Notstand ausgerufen. 443 Menschen starben wegen Starkregen, Überschwemmungen und Schlammlawinen. © dpa

Heftige Regenfälle hatten Anfang vergangener Woche Überschwemmungen und Schlammlawinen ausgelöst. In der Küstenprovinz KwaZulu-Natal seien innerhalb eines Tages etwa 200 bis 400 Millimeter Regen gefallen, sagte er. In einigen Gegenden gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Der Hafen von Durban, einer der größten Frachthäfen Afrikas, ist geschlossen. Bergungs- und Rettungsdienste sind weiter im Einsatz. „Dies ist eine humanitäre Katastrophe, die massiver und dringender Hilfsanstrengungen bedarf“, sagte Ramaphosa. Es sei bereits absehbar, dass die wirtschaftlichen Kosten für den Wiederaufbau der Infrastruktur und den Produktionsausfall sich auf Milliarden Rand (Hunderte Millionen Euro) belaufen würden.

Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Zahl der Opfer steigt – Weitere Regenfälle erwartet

Update vom Freitag, 15.04.2022, 19.30 Uhr: In Südafrika kämpfen die Menschen mit den Folgen der schlimmsten aufgezeichneten Unwetter-Katastrophe. Am Freitag schnellte die Zahl der Opfer in der Küstenprovinz KwaZulu-Natal nach Angaben der Behörden auf 395. Die Landesregierung hatte erst am Vortag mitgeteilt, dass mindestens 341 Menschen wegen des heftigen Starkregens, den Überschwemmungen und Schlammlawinen, ums Leben gekommen seien.

Zahlreiche Straßen sind in der Provinz weggespült worden. Brücken wurden eingerissen, Häuser sind eingestürzt und mindestens 240 Schulen wurden von den Wassermassen zerstört. Der Hafen der Regionalhauptstadt Durban, einer der größten Frachthäfen Afrikas, ist bis auf Weiteres geschlossen. Tausende Menschen sind derzeit auf Notunterkünfte und humanitäre Hilfe angewiesen. In einigen Gegenden gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Präsident Cyril Ramaphosa erklärte die betroffene Region, die außerdem ein populäres Touristenziel ist, zum Katastrophengebiet.

Am Wochenende werden erneut starke Regenfälle erwartet. Die Regierung bereitet sich aufgrund dessen auf weitere Notfälle und mögliche Evakuierungen vor.

Die Zahl der Todesopfer durch die verheerende Unwetter-Katastrophe in Südafrika steigt weiter.
Die Zahl der Todesopfer durch die verheerende Unwetter-Katastrophe in Südafrika steigt weiter. © Kopano Tlape/dpa

Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Mehr als 300 Tote – Opfer offenbar sich selbst überlassen

Update vom Donnerstag, 14.04.2022, 16.30 Uhr: Nach den verheerenden Überschwemmungen in Südafrikas Küstenprovinz KwaZulu-Natal haben Rettungskräfte und freiwillige Helfer am Donnerstag ihre Suche nach möglichen Überlebenden fortgesetzt. Bis Mittwochabend zählten die Behörden mehr als 300 Tote, dutzende weitere Menschen galten noch als vermisst. Tagelange heftige Regenfälle hatten vor allem im Großraum Durban schwere Überflutungen und Erdrutsche ausgelöst. Die Behörden sprachen von einem der schlimmsten Unwetter in der Geschichte des Landes, Präsident Cyril Ramaphosa von einer unermesslichen „Katastrophe“.

Die Regierung rief den Notstand aus und versprach den Betroffenen rasche Hilfe. Doch bis Donnerstag konnten nur wenige Straßen freigelegt werden, die meisten Nebenstraßen blieben weiter unbefahrbar. Oftmals fehlte es weiter an Wasser und Strom. In einem öffentlichen Hilfeaufruf bat die Provinzregierung um Spenden von nicht verderblichen Lebensmitteln und Trinkwasserflaschen sowie von Kleidung und Decken. Die Behörden prüften derzeit „den Bedarf aller betroffenen Familien“, erklärte sie. Nutzer von Online-Netzwerken berichteten von ersten Supermarkt-Plünderungen.

Viele Überlebende berichteten, sie seien auf sich allein gestellt. Im Township Amaoti mit seinen aus Wellblech und Holzbrettern gezimmerten Hütten etwa versorgten sich Trauben von Menschen notdürftig mit Trinkwasser aus einer zerborstenen Leitung. In einem Gemeindehaus von Durbans Stadtteil Glebelands Hostel organisierten Freiwillige Notunterkünfte für obdachlos gewordene Einwohner. „Wir helfen ihnen, weil uns ihr Schicksal berührt“, sagte der 51-jährige Mabheki Sokhela. „Das sind unsere Brüder und Schwestern“. Eindringlich rief er seine Mitbewohner auf, den Opfern ein Dach über dem Kopf zu bieten.

Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Heftige Regenfälle – Zahl der Opfer steigt auf über 300

Update vom Donnerstag, 14.04.2022, 07.10 Uhr: In der Hafenstadt Durban und der umliegenden Metropolregion eThekwini wurden nach Angaben der Behörden mehr als 2000 Häuser und 4000 Hütten beschädigt. Im Township Clermont wurde eine Kirche vollständig zerstört, vier Kinder wurden von einer umstürzenden Mauer erschlagen. Bis Mittwochabend seien im Großraum Durban 306 Tote gemeldet worden, sagte die Sprecherin des Büros für Katastrophenmanagement in der Provinz KwaZulu-Natal der Nachrichtenagentur AFP.

„Wir sehen solche Tragödien sonst in anderen Ländern wie Mosambik und Simbabwe, aber jetzt sind wir die Betroffenen“, sagte Präsident Cyril Ramaphosa am Mittwoch bei einem Besuch in Clermont. „Unsere größte Sorge sind die vielen Leichen, die wir finden“, sagte Provinzministerin Nomagugu Simelane-Zulu. „Unsere Leichenhallen füllen sich rasch.“

Durch die Überschwemmungen stürzten auch mehrere Brücken in Durban ein. Der größte Hafen Afrikas musste seinen Betrieb einstellen, weil die wichtigste Zufahrtsstraße blockiert war. Autos und Schiffscontainer wurden von den Fluten mitgerissen. Teilweise waren Straßen so stark überflutet, dass nur noch die Spitzen der Ampeln aus dem Wasser ragten. Der Zugverkehr wurde eingestellt.

Südafrika: Heftigste Regenfälle seit mehr als 60 Jahren

Die Provinzregierung erklärte, die Katastrophe habe „unermessliche Verwüstungen“ angerichtet. Die Polizei schickte 300 zusätzliche Beamte in die Region. Das Militär entsandte Flugzeuge der Luftwaffe, um bei Rettungsaktionen zu helfen.

In der Region waren in den vergangen Tagen die heftigsten Regenfälle seit mehr als 60 Jahren gemessen worden. In Teilen von KwaZulu-Natal fielen in 48 Stunden mehr als 450 Millimeter Regen, wie die Meteorologin Tawana Dipuo vom südafrikanischen Wetterdienst sagte. Das ist fast die Hälfte der jährlichen Niederschlagsmenge in Durban.

In Teilen der Stadt regnete es am Mittwoch weiter. Auch für die Nachbarprovinz Ostkap wurde eine Hochwasserwarnung herausgegeben. Ab Mittwochabend war jedoch nach Angaben der Meteorologen eine Besserung des Wetters in Sicht.

Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Heftige Regenfälle – Zahl der Opfer steigt auf über 300

Update von 22.41 Uhr: Die Zahl der Toten durch schwere Überschwemmungen in Südafrika ist auf mehr als 300 gestiegen. Bis Mittwochabend (13.04.2022) seien im Großraum Durban 306 Tote gemeldet worden, sagte die Sprecherin des Büros für Katastrophenmanagement in der Provinz KwaZulu-Natal der Nachrichtenagentur AFP.

Unwetter-Katastrophe in Südafrika: Heftige Regenfälle

Erstmeldung 13.04.2022, 19.00 Uhr: Kapstadt – In Südafrikas Provinz Kwazulu-Natal sorgten tagelange, heftige Regenfällen für Überschwemmungen, Erdrutsche und Zerstörung. Auch die Zahl der Opfer ist gestiegen. Mindestens 253 Menschen seien wegen des Unwetters gestorben, sagte die Gesundheitsministerin der Provinz, Nomagugu Simelane-Zulu, am Mittwoch (13.04.2022). Nur wenige Stunden zuvor hatten die Behörden noch von 59 Toten gesprochen.

Zudem werden zahlreiche Menschen vermisst. Die örtlichen Behörden der am Indischen Ozean liegenden Küstenprovinz gehen deshalb davon aus, dass die Zahl noch steigen könnte.

Menschen überqueren auf Baumstämmen einen Fluss, nachdem es nach ungewöhnlich heftigen Niederschlägen in der Küstenprovinz KwaZulu-Natal zu Chaos und Verwüstungen kam.
Menschen überqueren auf Baumstämmen einen Fluss, nachdem es nach ungewöhnlich heftigen Niederschlägen in der Küstenprovinz KwaZulu-Natal zu Chaos und Verwüstungen kam. © Str/dpa

Unwetter in Südafrika: Militär zur Katastrophenhilfe mobilisiert

Der Sturm gilt als die schlimmste in Südafrika aufgezeichnete Unwetter-Katastrophe. Zur Katastrophenhilfe wurde auch das Militär mobilisiert, berichtete die Deutsche Presse-Agentur Allerdings gehen die Bergungsarbeiten nur schleppend voran. Viele Straßen wurden von den Wassermassen weggespült, Brücken wurde eingerissen. Aufgrund der Erdrutsche sind hunderte Funkmasten ausgefallen.

KwaZulu-Natal
StaatSüdafrika
HauptstadtPietermaritzburg
Einwohner (Stand: Juni 2021)11.513.575

Behördenangaben zufolge sind tausende Häuser und Hütten beschädigt worden. Dementsprechend waren zahlreiche Menschen auf Notunterkünfte angewiesen. Am stärksten betroffen war nach Behördenangaben die Hafenstadt Durban. Der Hafen zählt zu einer der größten Frachthäfen Afrikas und musste nun vorübergehend geschlossen werden. Die Straßen waren dort teils so stark überflutet, dass nur noch die Spitzen der Ampel aus dem Wasser blitzten.

Starkregen in Südafrika: Meteorologen warnen vor weiteren Regenfällen

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa besuchte die überschwemmten Gebiete am Mittwoch. Er sprach mit Betroffenen und sicherte den Menschen staatliche Unterstützung zu. „Auch wenn eure Herzen schmerzen, wir sind für euch da“, wurde Ramaphosa von der dpa zitiert. Bisher schätzen die Behörden die vom Unwetter verursachten Schäden auf mehrere Millionen Euro.

Eine Entspannung der Wetterlage scheint es aber nicht zu geben. Laut Informationen der Tagesschau gehen Meteorologen davon aus, dass weitere „extreme“ Regenfälle und Überschwemmungen drohen. Eigentlich zählt die Küstenprovinz KwaZulu-Natal als einer der wichtigsten Urlaubsziele in Südafrika. Die Region hatte sich zuvor auf den traditionellen Osteransturm in- und ausländischer Touristen vorbereitet. (kas/ter/as mit AFP/dpa)

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