Thailand

Touristen-Attraktion wird zur Plage: Affen-Gangs legen komplette Stadt lahm

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Seit der Corona-Pandemie bleiben die Touristen in Lopburi weg, die Affen hungern und dringen immer weiter in die Stadt vor. Die Tiere werden langsam zur Bedrohung. 

Lopburi – Die thailändische Stadt Lopburi hat ein tierisches Problem. In der „Stadt der Affen“ wird der größte Touristenmagnet immer mehr zur Plage. Anfangs war Lopburi für seine antiken Tempel bekannt, doch seit langem sind es vor allem die zahlreichen Langschwanzmakaken, die Tausende Touristen in die thailändische Provinz locken. Seit der Corona*-Pandemie sind die Besucherzahlen in der Region – wie fast überall – allerdings dramatisch eingebrochen. Das wirkt sich auf das Leben der Menschen und Affen in der kleinen Stadt deutlich aus.

Bisher lebten die Primaten vor allem in den alten Tempelanlagen rund um Lopburi und wurden von den Einheimischen und Touristen verehrt – und vor allem gefüttert. Einmal im Jahr, im November, veranstaltet die Stadt in Thailand sogar ein „Affenfest“, bei dem die Tiere am Affentempel „Prong Sam Yot“ tonnenweise Obst und Süßigkeiten serviert bekommen. Mit dem sogenannten „Monkey Buffet Festival“ soll den Affen dafür gedankt werden, dass sie den Tourismus in der Stadt fördern.

Das „Monkey Buffet Festival“ findet jährlich in Lopburi statt, um Touristen in die Stadt zu locken. Doch in der Corona-Pandemie bleiben die Urlauber weg und die Affen werden zum Problem.

Kämpfe und Einbrüche: Affen-Gangs werden in Lopburi in Thailand zum Problem

Rund 4500 Affen sollen derzeit in Lopbri leben und rotten sich immer mehr in Gangs zusammen, die für die Bewohner zu einer echten Bedrohung werden. Das erklärte die Lopburi-Affenstiftung gegenüber CNN. „Neben drei Hauptbanden gibt es mehrere kleine Gruppen, die über die Stadt verstreut sind. Jede Gruppe schützt ihr Territorium mit aller Härte“, sagte ein Sprecher.

Hinzu kommt, dass sich die Affen-Gangs nicht nur gegenseitig bekriegen und damit immer öfter die ganze Stadt lahmlegen. Durch die fehlenden Touristen in der Corona-Pandemie reicht das Futter für die vielen Affen in Lopburi nicht mehr aus. Die Tiere hungern und machen sich immer aggressiver auf die Suche nach Nahrung. Dafür brechen sie sogar in Häuser, Autos und Geschäfte ein, plündern nicht mehr nur noch Mülltonnen, sondern auch Regale und Kühlschränke. Videos zeigen immer wieder das ganze Ausmaß der Affen-Plage in der kleinen thailändischen Stadt. Neben den Verkehrsbehinderungen und der Zerstörung nehmen auch die Exkremente der Tiere auf den Straßen überhand und sorgen für einen bestialischen Gestank.

Die Affen in Lopburi in Thailand werden immer mehr zum Problem: Verkehrsbehinderungen und Gestank gehören in der Stadt zur Tagesordnung.

Affen übernehmen Stadt in Thailand: Sterilisation angeordnet

Die Affen in Lopburi vermehren sich zudem rasend schnell. Bereits im Sommer 2020 hatte die Regierung angekündigt, mindestens 500 Tiere sterilisieren zu wollen. Eine Umsiedlung der Tiere in den Wald sei nicht möglich, weil sie mittlerweile zu sehr an die Stadt gewöhnt sind und dort nicht überleben könnten, teilte die zuständige Wildtierbehörde damals mit. Einfangen ließen sie sich auch nur schwer. Bis die Sterilisationen Erfolge bringen, wird es allerdings noch eine ganze Weile dauern, sodass die Tiere die Stadt nördlich von Bangkok auch ein Jahr nach der Entscheidung weitestgehend unter ihrer Kontrolle haben. (iwe)

Rubriklistenbild: © Jack Taylor/afp

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