1. Startseite
  2. Welt

Trevor Jacob: Influencer hat Flugzeugabsturz offenbar für Klicks inszeniert

Erstellt:

Kommentare

Ermittlungen der US-Luftfahrtbehörde haben ergeben: Der Triebwerkausfall des von Influencer Trevor Jacob gesteuerten Flugzeugs war ein Fake.

Washington – Wie weit würden manche Influencer für Klicks gehen? Besonders dreist hat sich YouTuber Trevor Jacob verhalten. Der YouTuber hatte ein Video mit dem Titel „Ich bin mit meinem Flugzeug abgestürzt“ gepostet, in dem er ein Propellerflugzeug über den Los Padres Nationalpark im Südwesten der USA steuert, ein Fake, den die US-Verkehrsbehörde FAA aufgedeckt hat.

In dem Video ist zu sehen, wie der Propeller stehen bleibt, Jacob mehrmals das Steuer vor- und zurückbewegt und schließlich mit einem Fallschirm aus dem Flugzeug springt. Dieses segelt im Hintergrund zunächst führerlos weiter und stützt dann ab.

Trevor Jacobs Flugzeugabsturz: Widersprüchliche Aussagen werden ihm zum Verhängnis

Schon direkt nach der Veröffentlichung des Videos zeigten sich Follower und Fachleute skeptisch. Wie Spiegel Online berichtet, fragte sich etwa Freizeitpilot Trent Palmer, warum die Türe bereits in dem Moment leicht geöffnet war, als der Motor mutmaßlich ausfiel.

Außerdem sei auffällig, dass kurz vor dem angeblichen Motorschaden keine Aufnahmen der Cockpitkameras mehr eingeblendet werden, sondern nur noch Aufnahmen von außen. Zudem erklärt Jacob in dem Video, er habe „deshalb immer einen Fallschirm dabei“, obwohl seine älteren Videos dies widerlegen.

Bei dem abgestürzten Flugzeug handelte es sich um eine Propellermaschine. (Symbolbild)
Bei dem abgestürzten Flugzeug handelte es sich um eine Propellermaschine. (Symbolbild) © kristen-images.com/Imago

FAA entzieht Influencer Trevor Jacob die Pilotenlizenz

Offenbar ist die US-Luftfahrtbehörde nach Ermittlungen zu einem ähnlichen Schluss gekommen. Zusammen mit dem National Transportation Safety Board untersuchte sie den Vorfall und wirft dem YouTuber nun vor, aus dem Flugzeug abgesprungen zu sein, „nur um das Filmmaterial des Absturzes aufzunehmen“. Das berichtet die New York Times, nachdem zuvor auch das Luftfahrtmagazin AVWeb die Information veröffentlichte.

Laut New York Times stehe in einem Brief der Behörde, dass Jacob sein einmotoriges Flugzeug in einer „unvorsichtigen oder rücksichtslosen Art und Weise gesteuert“ habe, die „das Leben oder das Eigentum eines anderen gefährdet“ habe. Die Konsequenz: Jacob verliert seine Privatpilotenlizenz.

Er habe nicht versucht, die Flugsicherung vor seinem Absprung zu kontaktieren, nicht versucht, das Triebwerk wieder zu starten oder das Flugzeug per Segelflug sicher zu Boden zu bringen, obgleich es dafür „mehrere Gebiete in Segelflugreichweite“ gegeben hätte. Auf seinem YouTube-Kanal erklärte Jacob, er dürfe sich laut seinem Anwalt nicht zu der Sache äußern.

Auch im Rhein-Main-Gebiet kommt es hin und wieder zu Abstürzen von Propeller-Maschinen, beispielsweise im Frühjahr 2018 in Südhessen. (tk)

Auch interessant

Kommentare