Wetter in Deutschland

Corona beeinflusst Wettervorhersage: Wie zuverlässig ist sie noch?

Das Coronavirus hat Einfluss auf die Vorhersage des Wetters in Deutschland. Die Daten sind massiv eingebrochen. Wie Zuverlässig ist die Vorhersage noch?

  • Wetter in Deutschland: Coronakrise erschwert die Vorhersage  
  • DWD in Offenbach ist auf spezielle Daten angewiesen 
  • Wegen Corona gibt es jetzt ein Problem

Offenbach/Wiesbaden – Das Coronavirus wirkt sich in Deutschland und fast überall auf der Welt sehr stark auf alle Bereiche unseres Lebens aus. „Nun macht es sogar unsere Wettervorhersagen schlechter“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met.

Das Problem: Durch Corona gibt es zur Zeit weniger Daten aus der Atmosphäre, wie sonst üblich. Der Flugverkehr ist ein zentraler Akteur bei der Beschaffung von Wetterdaten. Flugzeuge sammeln beim Durchfliegen der Atmosphäre verschiedene Daten und Parameter über das Wetter* und geben sie zentral weiter. Die Wetterdienste können auf diese Daten zugreifen und sie als Ausgangswerte für ihre Berechnungen von Prognosen zum kommenden Wetter nutzen.

Wetter in Deutschland: DWD zeigt den Einbruch der Daten für Prognosen durch das Coronavirus

So auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach oder der europäische Wetterdienst ECMWF in Großbritannien. Auf Instagram veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst* eine Abbildung, die den Einbruch der wichtigen, durch den Flugverkehr erhobenen, Daten für das Wetter in Deutschland zeigt. Diese Daten fehlen durch die Einschränkungen aufgrund des Coronavirus natürlich in den Berechnungen zur Wettervorhersage.

„Je mehr Messdaten man zur Verfügung hat, umso besser wird die Prognose“, erklärt Dominik Jung gegenüber dem Wetterportal wetter.net. Doch wenn es durch Corona nun Lücken in diesen Messdaten gibt, wirke sich das auch negativ auf die Qualität der berechneten Wettervorhersage* über das Wetter in Deutschland aus. Die Bodenstationen und Satelliten liefern zwar weiterhin Messwerte, doch durch die massiven Einschränkungen im weltweiten Flugverkehr zur Eindämmung des Coronavirus, fehlen enorm viele der wichtigen „Flugzeugdaten“.

Wetter in Deutschland: Corona erschwert Vorhersagen 

Beim Wetterdienst Q.met könne man von den Einbußen bei der Qualität der Wettervorhersage durch Einschränkungen aufgrund des Coronavirus aktuell aber noch nichts feststellen. Diplom-Meteorologe Jung erklärt: „Wir überprüfen täglich die Prognosegüte der vergangenen 24 Stunden und stellen immer noch eine recht gute Eintreffwahrscheinlichkeit von 96,7 Prozent fest.“ Die aktuelle Wettervorhersage, sowie alle Entwicklungen zum Wetter in Deutschland gibt es in unserem Wetter-Ticker

Wetter in Deutschland: DWD stellt wegen des Coronavirus weitgehend auf Homeoffice um 

Neben fehlenden Daten droht natürlich - wie vielen anderen auch - auch den Wetterdiensten die Personalnot durch krankheitsbedingte Ausfälle oder Mitarbeiter, die sich wegen des Coronavirus* in Quarantäne begeben müssen. 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) teilte mit, er könne trotz der weltweiten Corona-Pandemie seine zentralen gesetzlichen Aufgaben nach wie vor erfüllen. Insbesondere die Wettervorhersagen, die für Warnungen vor Gefahren relevant sind, die vom Wetter ausgehen, für die Unterstützung des Katastrophenschutzes bei gefährlichen Wetterlagen und für die Sicherung des Land-, Luft- und Seeverkehrs durch meteorologische Informationen müssten trotz Corona laufen und seien bisher auch nicht gefährdet durch die Folgen der Pandemie.

Wetter in Deutschland: DWD hält den Betrieb trotz Corona Aufrecht

Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident des DWD in Offenbach, zeigt sich positiv, dass der Dienst seine Aufgaben trotz Coronavirus erfüllen wird: „Die Beschäftigten des Deutschen Wetterdienstes in ganz Deutschland haben in dieser außergewöhnlichen Lage die Ärmel hochgekrempelt. Das Team zeigt einen enormen Einsatz. Ich bin deshalb optimistisch, dass wir unsere Aufgaben auch weiterhin erfüllen können.“

Aufgrund der aktuellen Lage um Corona arbeiten bereits rund 750 der etwa 2300 Beschäftigten zeitweise oder ganz im Homeoffice, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Außerdem habe der nationale Wetterdienst ein rund 500 Expertinnen und Experten umfassendes Notfallteam zusammengestellt, um die Wettervorhersage und anderen Aufgaben rund um das Wetter jederzeit erfüllen zu können. 

Von Isabel Wetzel 

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Das Wetter in Deutschland ist der beste Freund im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2. Der Sommer könnte das Virus ausbremsen, hoffen Forscher.

Rubriklistenbild: © Boris Rössler/dpa

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