Alter Streit neu entfacht

Wetter-Experte greift DWD an: „Zweifelhafte Messungen“

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Diplom-Meteorologe Dominik Jung greift erneut den Deutschen Wetterdienst in Offenbach an. Er erhebt schwere Vorwürfe und kritisiert die Arbeit des DWD.

  • Wetter in Deutschland: Arbeit des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach steht in der Kritik
  • Experte Dominik Jung wiederholt seine scharfe Attacke
  • Der Diplom-Meteorologe erhebt schwere Vorwürfe - und hat eine klare Forderung

Update vom Freitag, 22.05.2020: Wirbel um das Wetter in Deutschland: Die Kritik am Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach reißt nicht ab. Schon wieder sorgt eine Messung für Unruhe. Experte Dominik Jung attackiert erneut den DWD und erhebt schwere Vorwürfe. Damit bekräftigt er seine Kritik an der Arbeit des Deutschen Wetterdienstes (siehe Erstmeldung vom 11.05.2020).

Wetter in Deutschland: Jung greift DWD an - Was löst den Streit aus

Worum dreht sich der Streit beim Wetter in Deutschland? Auslöser ist die umstrittene Wetterstation im niedersächsischen Lingen, die regelmäßig die Top-Temperaturen in Deutschland misst. Zuletzt war es an Christi Himmelfahrt wieder soweit. In Lingen waren es am Vatertag 29,4 Grad, in Trier 28,6 Grad (2. Platz) und in Köln-Bonn 28,5 Grad (3. Platz). „Es ist schon ein Unding, wie sehr der Deutsche Wetterdienst an seiner fragwürdigen Wetterstation in Lingen festhält“, wettert Jung gegen den Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Jetzt ist es nicht so, dass Lingen für sein mediterranes Klima bekannt ist, vielmehr kritisiert Jung den Standort der Wetterstation in Lingen, so wie sein Kollege Jörg Kachelmann auch. Der Vorwurf: Die Wetterstation Lingen ist nicht zum Temperaturmessen geeignet, weil es dort zu wenig Wind gibt und dichte Hecken und eine hohe Baumreihe dafür sorgen, dass sich die Hitze staut.

Wetter in Deutschland: Jung attackiert DWD in Offenbach scharf

„Diese Station liegt in einer ungünstigen und nicht repräsentativen Senke. Dort kommt es ständig zur Stauhitze. Die Temperaturen sind überhaupt nicht repräsentativ. Dabei ist seit Jahren die Überlegung allgegenwärtig, die Station aufgrund ihren schlechten Lage zu verlegen. Passiert ist bisher nichts. Mit solch zweifelhaften ‚Rekordmessungen‘ macht man sich unglaubwürdig. Besonders in Zeiten der Klimaerwärmung sollte man solche fragwürdigen Messungen nicht nutzen. Selbst ein Nicht-Wissenschaftler erkennt, dass hier etwas nicht stimmen kann“, sagt Jung. 

Erstmeldung vom Montag, 11.05.2020: Offenbach – Sorgt das Wetter* in Deutschland für einen heftigen Streit unter Experten? Diplom-Meteorologe Dominik Jung greift jetzt öffentlich den Deutschen Wetterdienst (DWD)* in Offenbach an und wirft ihm unseriöses Arbeiten vor. „Das kann man alles nicht als repräsentativ bezeichnen und hat mit einer seriösen Messung nichts mehr zu tun“, erklärt Jung vom Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net. Doch auf was genau bezieht sich dieser Angriff?

Wetter in Deutschland: Experte Jung kritisiert Messungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach

Für den Hintergrund: Das Wetter im Frühling in Deutschland sorgt bisher schon ganz schön für Wirbel. Der Frühling* war im April so trocken wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen nicht mehr. Die Temperaturen schnellen immer wieder in die Höhe und bescheren den Menschen an vielen Orten in Deutschland einen Sommertag. Davon sprechen Experten, wenn die Temperatur die 25-Grad-Marke erreicht. Genau solch eine Messung sorgt jetzt jedoch für Ärger.

Jung ist mit der Arbeit des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach alles andere als zufrieden. Er kritisiert die Messung der Spitzentemperatur in Deutschland. Diese lag am Samstag (09.05.2020) bei 28,4 Grad, am Sonntag (10.05.2020) immerhin bei 27,7 Grad. Doch diese Werte sind höchst umstritten, betont Jung öffentlich und fordert den DWD zum Handeln auf.

Wetter in Deutschland: Umstrittene Wetterstation Lingen bringt Jung auf die Palme

Die Spitzenwerte beim Wetter in Deutschland hat der DWD in Offenbach nämlich in der umstrittenen Wetterstation Lingen in Niedersachsen gemessen. Diese geriet bereits im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen, weil dort der neue Deutschland-Rekord von 42,6 Grad gemessen wurde, mit weitem Abstand vor allen anderen Wetterstationen.

Wetter in Deutschland: Die Wetterstation in Lingen erhitzt die Gemüter.

Daraufhin brach ein heftiger Streit zwischen Wetterexperten aus. Das private Wetterportal wetteronline.de erkannte den Wert nicht an und trug ihn auch nicht in seine Rekordliste ein. Wetterexperte Jörg Kachelmann kritisierte den Messwert ebenfalls. Der Vorwurf: Die Wetterstation Lingen ist nicht zum Temperaturmessen geeignet, weil es dort zu wenig Wind gibt und dichte Hecken und eine hohe Baumreihe dafür sorgen, dass sich die Hitze staut.

Wetter in Deutschland: Jung stellt Aussage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach in Frage

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach wies die Vorwürfe damals vehement zurück.  „Wir haben das ganze geprüft schon an dem Tag nach dem Rekord und da ging es nicht nur um die Messtechnik“, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich dem NDR. Auch die Umgebung sei in Ordnung und entspreche den internationalen Standards.

Das sieht Dominik Jung anders: „Der Deutsche Wetterdienst hat damals erklärt, der Standort und die Messungen seien in Ordnung. Das muss man nach diesem Wochenende wieder einmal mehr in Frage stellen.“ Denn keine Wetterstation im Umkreis von Lingen kam für das Wetter in Deutschland nur annähernd an die Werte aus Lingen heran. Die Wetterstationen im Umkreis verzeichneten alle Werte, die drei bis vier Grad unter dem aus Lingen liegen.

Wetter in Deutschland: Jung zweifelt an Repräsentativität der Werte aus Lingen – Kritik am DWD

„Es ist eine extreme Wärmeinsel. Diese Wetterstation liegt in einer Senke und dadurch kommt es zu großer Wärmeansammlung, wenn die Sonne in diese Senke/Becken scheint. Das kann man alles nicht als repräsentativ bezeichnen und hat mit einer seriösen Messung nichts mehr zu tun. Der Deutsche Wetterdienst sollte endlich seinen Plan in die Tat umsetzen und den Standort der Wetterstation schnellstens verlegen“, wettert Jung.

Zu warm und zu trocken soll auch das Wetter im Sommer in Deutschland werden. Jung spricht dabei von einer „Schockprognose“.

Von Christian Weihrauch

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Rubriklistenbild: © Archivbild: Jannes Wessels / WetterOnline/WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH/obs

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