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Wetter in Deutschland: Wie wird der Frühling? Meteorologe redet Klartext

  • Christian Weihrauch
    vonChristian Weihrauch
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  • Svenja Wallocha
    Svenja Wallocha
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Wie wird das Wetter im Frühling in Deutschland? Für Fans von 20 Grad und mehr gibt es erst einmal schlechte Nachrichten.

  • Wetter* in Deutschland: Wie wird der Frühling 2021?
  • Erste Vorhersagen skizzieren ein deutliches Bild
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Update vom Mittwoch, 17.02.2021: Wie wird das Wetter im Frühling in Deutschland? Und wann klettern die Temperaturen endlich nach oben? Nach den heftigen Winterwochen im Februar und einem Winter* im Lockdown sehnen sich die Menschen danach, bei milden Temperaturen wieder mehr in freier Natur zu unternehmen. Doch wann ist das möglich? Diplom-Meteorologe Dominik Jung hat erst einmal schlechte Nachrichten, gleichzeitig aber auch einen eindringlichen Wunsch.

Zum Start in den März deutet sich wieder eine Grenzwetterlage an. Gerade im Osten und im Norden soll die erste Woche dem europäischen Wetterdienst zufolge deutlich zu kühl ausfallen. Die Temperaturen liegen dabei im Schnitt etwa 2 bis 4 Grad unter dem langjährigen Klimamittel. In der südlichen Hälfte sind sie eher durchschnittlich. Nach einem frühen Frühlingseinbruch mit Temperaturen von 20 Grad Celsius* und mehr sieht es auch in der zweiten Märzwoche nicht aus. Diese wird ebenfalls eher durchschnittlich.

Wetter in Deutschland? Wie wird der Frühling? Experte hat einen Wunsch

Der Frühling soll insgesamt dennoch leicht zu warm werden. Das amerikanische Wettermodell sieht eine Abweichung von 1 bis 2 Grad für die Monate März, April und Mai vor. Gleichzeitig soll das Wetter in Deutschland weiterhin von Dürre geprägt sein. Nach aktuellen Prognosen* fällt zwar durchschnittlich viel Niederschlag, die tiefen Erdschichten bis 1,8 Meter bleiben aber weiterhin zu trocken. „Wir brauchen dringend einen kräftigen Landregen, der bis in die tiefen Bodenschichten einzieht, um die Trockenheit zu beheben“, erzählt Jung von seinem Wunsch.

Das Wetter im Frühling in Deutschland soll nach aktuelle Prognosen eher durchschnittlich werden (Symbolbild).

Wetter in Deutschland: Wie wird der Frühling? Experte ist besorgt

Erstmeldung vom Freitag, 22.01.2021: Offenbach - Das Wetter im Frühling in Deutschland ist in den vergangenen Jahren zu warm und extrem trocken gewesen. Aktuell folgt ein Dürrejahr dem nächsten. Ein erschreckender Trend, der sich auch 2021 fortzusetzen droht. Dass der Klimawandel Deutschland schon längst erreicht hat, sollte deshalb mittlerweile jedem bewusst sein. Wird auch der Frühling 2021 wieder zu trocken oder beschert das Wetter der Natur eine besonders nasse Jahreszeit? Erste Trends zeichnet sich bereits ab.

Mit dem Februar endet auch der Winter, zumindest nach meteorologischer Sicht. Der März läutet den Frühling ein, der sich über die Monate März, April und Mai erstreckt. Verbunden wird diese Jahreszeit in Deutschland mit mildem Wetter, den ersten warmen Sonnenstrahlen und blühender Natur. Doch der Frühling ist eine Jahreszeit, wo alles passieren kann. Eine Bauernregel, die auch im Hundertjährigen Kalender steht, besagt: „Ist der Januar kalt und weiß, kommt der Frühling ohne Eis“. Erwartet uns also nach dem schneereichen und frostigen Wetter im Januar ein milder Frühling oder wird er wieder viel zu heiß?

Wetter in Deutschland: Der Frühling wird ungewöhnlich (Symbolbild).

Wetter in Deutschland: Erste Prognosen zum Frühling 2021 – Drohen Rekord-Temperaturen?

Auch wenn Bauernregeln manchmal eintreffen, ist die Wahrscheinlichkeit dafür doch eher gering Verlässlichere Wetterprognosen liefern stattdessen Langfristmodelle. Auch die vergangenen Jahre geben Aufschluss darüber, wie das Wetter in Deutschland im darauffolgenden Frühling werden könnte. Ein Blick zurück zeigt: Das Frühjahr 2020 war wie auch in 2019 deutlich zu warm und zu sonnig.

Wetter im Frühling in Deutschland (Jahr)Durchschnittstemperatur
20209,2 Grad Celsius
20199,0 Grad Celsius
201810,3 Grad Celsius
20179,6 Grad Celsius
Quelle: DWD

Der Temperaturdurchschnitt lag 2020 bei 9,2 Grad, was 1,5 Grad über dem Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990 ist. Dazu kam extreme Trockenheit. Mit nur 50 Prozent des üblichen Regens war es der siebt trockenste Frühling* seit 1881. Außerdem das sonnigste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1951.

Wetter im Frühling 2021: Trockenheit in Deutschland – Großes Niederschlagsdefizit

Vor allem die Natur war der Leidtragende. Die Trockenheit hatte erschreckende Folgen für die Böden der Wälder und Felder. Es kam vermehrt zu Waldbränden, der Wassermangel machte Bäume zudem anfälliger für schadhafte Insekten und Pilze. Landwirte kämpften um ihre Ernte.

Wie auch Dominik Jung vom Wetterdienst „Q.met“ gegenüber dem Wetterportal „wetter.net“ sagt, hat sich ein großes Niederschlagsdefizit aus den vergangenen Jahren aufgebaut, er sprach bereits von einer Schockprognose für 2021. An dem Defizit wird vermutlich auch das Wetter im Frühling 2021 nicht viel ändern können. Doch zunächst erstmal ein Blick auf die Temperaturvorhersagen: Große Chancen für einen März-Winter in Deutschland sieht Meteorologe Jung mit Blick auf das europäische Wettermodell nicht. Besonders warm soll es jedoch auch nicht werden. Eben ein typischer Frühlingsanfang.

Wetter in Deutschland: Prognosen der Wettermodelle für den Frühling 2021 überraschen

Auch der April weicht beim Wetter nicht großartig ab. Im Osten von Deutschland soll es etwa 1 Grad wärmer als normal werden, im Westen gerade einmal 0,5 Grad. „Keine Ausreißer nach oben“, fasst Jung zusammen. Im Mai zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Abweichung hier liegt bei 0,5 Grad über dem Klimamittel. Überraschend ist, dass sich dieser Prognose für den Frühling 2021 auch das amerikanische Wettermodell (NOAA) anschließt, was nicht sehr häufig vorkommt. Beide Modelle sagen ein völlig normales, typisches leicht zu warmes Frühjahr voraus. „Beim Frühling 2021 gibt es wohl keine großen Überraschungen“, so Jung.

Spannend wird es jedoch beim Blick auf die zu erwarteten Niederschläge. Auch die Tendenz für den Frühling 2021 machen die Hoffnung auf den dringend nötigen Regen zunichte. „Da ist nicht viel zu holen“, sagt der Meteorologe. Beide Wettermodelle prognostizieren zu wenig Niederschläge im Süden von Deutschland. Im Norden werden dagegen normale Niederschlagsmengen erwartet. Normal reicht aber eben nicht aus, über besonders nasse Monate würde sich zumindest die Natur freuen. (svw/chw) *op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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