Eine Jugendliche macht ein Selfie.
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Mit einem Klick hat eine Influencerin in Brasilien rund zwei Millionen Follower verloren. (Symbolbild)

14-Jährige ist Influencerin

2 Millionen Follower weg: Mutter löscht Social-Media-Accounts von 14-jähriger Tochter

  • Zülal Acar
    VonZülal Acar
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Mit einem Klick hat eine Influencerin in Brasilien rund zwei Millionen Follower verloren. Denn ihre besorgte Mutter entschied sich dazu, ihre Social-Media-Accounts zu löschen.

Brasilien - Was für frühere Generationen Woodstock und MTV symbolisierte - also Freiheit, Kreativität, Musik, Zeitgeist stellen für die Generation Z heutzutage die sozialen Netzwerke dar. Viele der zwischen 1995 und 2010 Geborenen tummeln sich vorzugsweise in der App TikTok. Die Plattform hat inzwischen sogar Instagram überholt und gewinnt immer mehr Nutzer (*FNP berichtete) hinzu. In kurzen Videos teilen die User Tänze, Musik, Rezepte, Gedanken und auch Politisches.

Eine TikTok-Nutzerin aus Brasilien hat nun jedoch mit einem einzigen Klick zwei Millionen Follower verloren. Ihre besorgte Mutter löschte die Instagram- und TikTok-Konten der 14-Jährigen. Für die Jugendliche eine Katastrophe, wenn man bedenkt, dass die digitale Gefolgschaft eine wichtige Währung* im Internet sein kann.

Mutter löscht Social-Media-Accounts: „Du wirst es erst später verstehen“

Laut eines Stern-Berichts bezeichnete die Mutter soziale Netzwerke als einen „schlechten Einfluss“, vor dem sie ihr Kind beschützen wollte. „Wenn dann noch zwei Millionen Menschen, die du noch nie gesehen hast, glauben, sie würden dich kennen, ist das noch gefährlicher. Es ist leichter, sich selbst zu verlieren“. Die Brasilianerin ist Ärztin und hat selbst einen Instagram-Account mit 119.000 Followern. Auch wenn ihr bewusst ist, dass die Aktion ungewöhnlich hart war, steht sie hinter der Entscheidung. „Ich weiß, es ist ärgerlich, aber unsere Rolle als Mutter ist es nicht, deine Freundin zu sein. Du wirst es erst später verstehen“, schrieb sie in einem Post.

Die Besessenheit der Influencer von Followerzahlen, den immer gleichen TikTok-Tanzvideos und der überzogenen Selbstdarstellung seien der Mutter ein Dorn im Auge. Ihre Tochter solle sich in einer anderen Umgebung entwickeln und zu sich selbst finden. „Ich will nicht, dass sie für brennbare Polyesterkleidung aus China wirbt. Ich will nicht, dass meine brillante Tochter täglich Tänze aufführt wie ein dressierter Pavian.“ Die Tochter hatte sich zwar wenig begeistert über die Löschaktion ihrer Mutter gezeigt, entschied sich vorerst aber, eine Pause von Social Media zu nehmen. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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