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Hartz IV: Jobcenter mit absurder Forderung - Inkassobüro droht Familie wegen fünf Cent

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Von: Lisa Mayerhofer

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Logo der Arbeitsagentur an der Außenfassade eines Hauses: Ein Jobcenter hat einer Familie, die in Franken lebt und Hartz IV bezieht, eine absurde Forderung gestellt. 
Ein Jobcenter hat einer Familie, die in Franken lebt und Hartz IV bezieht, eine absurde Forderung gestellt. (Symbolbild). © BildFunkMV / Imago

Hartz-IV-Kritiker bemängeln die bürokratischen Hürden der Jobcenter. In einem aktuellen Fall geht es um eine Forderung von fünf Cent der Agentur für Arbeit im Kreis Erlangen-Höchstadt. 

Herzogenaurach - Bürokratie wird in Deutschland immer wieder mal auf die Spitze getrieben: Ein Jobcenter hat einer Familie, die in Franken lebt und Hartz IV* bezieht, eine absurde Forderung gestellt. Der Herzogenauracher Ex-Stadtrat Konrad Eitel (SPD) betreut die Familie ehrenamtlich - er erzählt der Nachrichtenseite infranken.de, dass die Familie einen Brief mit einer Zahlungsaufforderung von fünf Cent erhalten habe.

Hartz IV: Unverständnis über 5-Cent-Forderung des Jobcenters

„Warum diese fünf Cent gezahlt werden müssen, davon steht nichts in dem Brief. Das Jobcenter konnte mir auch nicht weiterhelfen - da hieß es, der Fall sei erledigt. Ich soll mich an die zuständige Inkassostelle wenden“, sagte Eitel der Nachrichtenseite. Vermutlich gehe es um eine korrigierte Zahlung.

Er kritisiert das Vorgehen der Ämter scharf: „Es heißt immer, die Verwaltung hätte kein Personal, die kommen nicht nach und dabei wird intern unnötigerweise Bürokratie aufgebaut“, sagt Eitel. Er habe den Bürokratiebeauftragten der bayerischen Regierung, Walter Nüssel, darüber in Kenntnis gesetzt.

„Wenn große Firmen vor Ort wie Adidas oder Schäffler so arbeiten würden, wären die längst weg vom Fenster“, sagte Eitel weiter mit Blick auf die Unwirtschaftlichkeit der Forderung gegenüber infranken.de. Wegen der momentanen Rechtslage müsse das betroffene Familienmitglied aber die fünf Cent zahlen.

Hartz IV: Auch das Jobcenter wünscht sich Bagatellgrenzen

Jürgen Wursthorn, Sprecher der Agentur für Arbeit im Kreis Erlangen-Höchstadt, äußerte gegenüber der Nachrichtenseite Verständnis für Eitels Kritik: „Die Agentur für Arbeit spricht sich seit Jahren für eine Bagatellgrenze aus. Wir sehen auch den Aspekt der Wirtschaftlichkeit, eine Bagatellgrenze würde auch uns helfen. Aber es gibt bisher keine Verlautbarungen zu diesem Thema aus der Politik.“

Mit seiner Rückforderung von Cent-Beträgen ist die Agentur für Arbeit im Kreis Erlangen-Höchstadt übrigens nicht allein: Vor kurzem erst sorgte das Jobcenter Köln für Verwunderung, weil es nach über 15 Jahren einen Cent zurückgezahlt haben wollte. Auf Nachfrage der Medien stornierte das Jobcenter aber die Forderung. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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