Aus unserer Wirtschaftsredaktion

Ausblick auf die Woche

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Liebe Leser, mit unserem Ausblick auf die wichtigsten Ereignisse der kommenden Woche wollen wir Sie auf das einstimmen, was Ihre Wirtschaftsredaktion plant und was die Welt der Wirtschaft und die

Die bisherigen Leser-Kommentare ermutigen uns, diese Kolumne fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Hier drei Meinungen – alle positiv, Zerrisse gab bisher nicht, ehrlich:

„Ick fand Ihren Beitrach einfach juuut und würde mich über eine Fortsetzung sehr freuen.“

„Ihr Wochenstarter hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen. Wenn es kein Zufall war, dass Frau Merkel und ihr leidiges Thema Flüchtlinge keine Erwähnung fand, dann wird dieser Montagbeitrag immer das Erste sein, was ich mir zu Gemüte führe. Danke.“

„Lockert auf, schafft Überblick, bereichert die Zeitung. Sehr gut!“

Mit Beginn der Arbeitswoche trifft uns die Umstellung auf Winterzeit wieder mit voller Wucht. Mein Bio-Rhythmus wird empfindlich gestört. Abends ist es dunkel, wenn man aus dem Büro kommt. Kinder können eine Stunde kürzer draußen spielen. Es wird fast zwei Wochen dauern, bis sich der Körper darauf eingestellt hat. Muss das wirklich sein? Warum tun wir uns diesen

Irrsinn

weiter an?

Total überflüssig ist auch Halloween. Das aus Nordamerika importierte Gruselfest wird am heutigen Reformationstag begangen. „Süßes oder Saures“ rufen die Kids, wollen aber eigentlich am liebsten Bares. Mit dem Auftauchen von teils aggressiven Horror-Clowns ist Halloween auf bestem Weg, sich selbst abzuschaffen.

In genau einem Jahr, am 31. Oktober 2017, jährt sich zum 500. mal der Tag, an dem Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel an die Türen der Schlosskirche in Wittenberg gehängt und damit die Reformation eingeleitet hat. Mit einem staatlichen Festakt beginnt heute das Luther-Jahr, das in einen bundesweiten Feiertag mündet. Wir freuen uns darauf.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank ist am 1. November fünf Jahre im Amt. Zu Beginn seiner Präsidentschaft wurde der Italiener Mario Draghi als Idealbesetzung gefeiert, der in der Tradition der Deutschen Bundesbank steht. „Bild“ zeigte ihn gar mit preußischer Pickelhaube. „Wir müssten alle dem Beispiel Deutschlands folgen“, sagte Draghi 2011. Das würde er heute so nicht mehr wiederholen. Der Wind hat sich gedreht. In weiten Teilen der deutschen Bevölkerung gilt er als Buhmann, der riesige Milliardensummen innerhalb des Euro-Währungsraumes nach Südeuropa umverteilt und Deutschlands Sparer mit einer unendlichen Nullzinspolitik dafür bluten lässt. Zum Feiern ist hierzulande keinem zumute.

Erst Daimler und SAP, dann Bayer, Fresenius und Volkswagen: Sie alle überraschten zum Auftakt der Bilanzsaison mit unerwartet starken Gewinnen. Analyst Ulf Sommer rechnet mit einer Fortsetzung dieses Trends. Hauptursache sei die Globalisierung: „Gemeinsam ist allen Konzernen, dass sie den Großteil ihrer Umsätze im Ausland erwirtschaften.“ Bedauerlich ist nur, dass die Mehrzahl der Deutschen keine Aktionäre sind. Die

Gewinne sprudeln

, aber sie sprudeln an ihnen vorbei.

In dieser Woche öffnen Lufthansa, Fraport und die Commerzbank ihre Bücher. Ob dem Leitindex Dax endlich der Ausbruch aus seiner Seitwärtsbewegung zwischen 10 300 und 10 800 Punkten gelingt, hängt aber weniger von Einzelunternehmen ab, als von der politischen Großwetterlage.

Am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank über ihren geldpolitischen Kurs nach der US-Präsidentschaftswahl am 8. November. Hillary oder Donald? Die Europäer wüssten, wen sie wählen würden. Die Vereinigten Staaten sind tief gespalten.

Perspektiven für den Mittelstand sollen auf dem hochkarätig besetzten Wirtschaftstag der Volks- und Raiffeisenbanken am Donnerstag in der Höchster Jahrhunderthalle aufgezeigt werden. Ob Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble Einblicke in seine Steuerreformpläne gewährt? Mit ihm diskutieren Siemens-Chef Kaeser, Grünen-Chef Özdemir, Ford-Deutschlandchef Mattes und der Unternehmer Dirk Roßmann.

Zum Ausklang der Woche sendet die ARD einen Polit-Thriller. Am Samstagabend zur besten Sendezeit steht „Tödliche Geheimnisse“ auf dem Programm. FAZ-Kollegin Corinna Budras hat den Streifen vorab gesehen und fällt ein vernichtendes Urteil: Es werden Ängste gegen das Freihandelsabkommen TTIP geschürt. Es gehe weniger um Information als um „politische Agitation“. Fazit: Desinformation im öffentlich-rechtlichen Sender. Das müssen wir uns wirklich nicht anschauen. Gehen wir lieber ins Kino...

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns kurz schreiben, wie Ihnen unser Wochen-Starter gefällt. Am besten per Mail an:   , Stichwort: „Wochen-Starter“.

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