+

Ausblick auf die Woche: Handelskrieg, Ryanair, EZB und mehr

Ein weltweiter Handelskrieg rückt nach der wochenlangen Eskalation im globalen Zollstreit immer näher. Beim Treffen am Wochenende in Buenos Aires haben sich die Finanzminister der 20 wichtigsten

Ein weltweiter Handelskrieg rückt nach der wochenlangen Eskalation im globalen Zollstreit immer näher. Beim Treffen am Wochenende in Buenos Aires haben sich die Finanzminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) nicht einigen können. US-Finanzminister Steve Mnuchin gab sich zwar offen für ein Handelsabkommen mit der EU: „Unser Ziel ist ein freier, offener und ausgeglichener Handel.“Frankreich hielt umgehend dagegen. Bevor sich die EU zu Handelsgesprächen bereit erkläre, müsste US-Präsident Donald Trump die Zölle auf Stahl und Aluminium sowie seine Drohung mit Zöllen auf Autos zurückziehen. „Wir weigern uns, mit einer Pistole auf der Brust zu verhandeln“, sagte der französische Finanzminister Bruno Le Maire. Die Lage zwischen den USA und China blieb ebenfalls angespannt, hier hat der US-Präsident ebenfalls neue Strafzölle angedroht. Lediglich an der Front zu Mazedonien tut sich nichts, nachdem das Land der „sehr aggressiven Menschen“ (O-Ton Trump) geradezu demonstrativ zurückhaltend auf den angedrohten Nato-Beistandsentzug reagiert hat und lediglich festhielt, man trage zu Frieden und Stabilität weltweit bei. Aber auch hier ist sicher: Fortsetzung folgt.

Arbeitsgericht

Vor dem Arbeitsgericht Augsburg findet heute der Gütetermin wegen der geplanten Kündigung des Betriebsratsvorsitzenden der Buchhandelskette Weltbild statt. Die will dem Betriebsratschef kündigen, weil er Mitarbeiter zum „Blaumachen“ aufgefordert haben soll – der Betriebsrat hat allerdings die nötige Zustimmung zur Entlassung verweigert. Ein Urteil wird noch nicht verkündet, aber die Gewerkschaft Verdi hat eine Demonstration gegen „Betriebsratsmobbing“ vor der Verhandlung angekündigt. Der frühere katholische Buchhändler war nach der Insolvenz vom Düsseldorfer Investor Walter Droege übernommen worden.

Streiks bei Ryanair

Der irische Billigflieger Ryanair legt heute seine Quartalsbilanz vor. Auf Interesse werden vor allem die Auswirkungen der laufenden Arbeitskämpfe stoßen. Im Streik befinden sich Piloten der Airline aus Irland (deswegen fallen am Dienstag 16 Flüge aus) – und möglicherweise bald auch die aus Deutschland. Zudem haben Gewerkschaften angekündigt, dass das Kabinenpersonal am Mittwoch in Italien sowie am Mittwoch und Donnerstag in Portugal, Spanien und Belgien streiken will.

EZB-Rat tagt

Am Donnerstag ist in Frankfurt wieder Ratssitzung bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Der formale Beschluss zum Ende der Anleihekäufe werde wohl noch nicht gefasst, sagte Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Auch werde EZB-Präsident Mario Draghi sicher zum genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinserhöhung gefragt. „Er wird aber seine Zeitangabe kaum präzisieren. Denn die Notenbank will sich weiterhin alle Türen offenhalten.“ Bislang betont die EZB, die Zinsen „über den Sommer 2019 und in jedem Fall so lange wie erforderlich auf ihrem aktuellen Niveau“ zu halten. Dabei liegt die Inflationsrate zumindest in Deutschland schon über dem Zielwert von knapp zwei Prozent.

Bilanzzahlen

Diese Woche gibt es wieder eine Fülle von Quartalszahlen, die die Börse in Atem halten dürften. Am Mittwoch berichten Daimler und Linde, am Freitag BASF. Bei der Deutschen Bank, ebenfalls für Mittwoch angesetzt, ist ein wenig die Luft raus, weil das Institut die wichtigsten Eckdaten (Vorsteuer-Gewinn von rund 700 Millionen Euro) bereits am vergangenen Montag veröffentlicht hatte.

Und wer sich ablenken möchte von diesen trockenen Terminen: Am Mittwoch ist für alle Richard-Wagner-Fans und solche, die es werden wollen, wieder Auftakt der Bayreuther Festspiele – mit prominenten Gästen und der Premiere der Oper „Lohengrin“ unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann, im Hauptberuf Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle und Musikalischer Leiter an der Dresdner Semperoper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare