1. Startseite
  2. Wirtschaft

Geldboten-Streik: Erste Supermärkte ohne Wechselgeld – Bargeld an Automaten könnte knapp werden

Erstellt:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

Seit Montag streiken Geldboten, die Banken und Supermärkte beliefern. An den ersten Automaten geht jetzt schon das Bargeld aus.

Frankfurt – Bargeld an Bankautomaten und der Supermarktkasse könnte in einigen Bundesländern Deutschlands zur Mangelware werden. Die Gewerkschaft Verdi hatte in ganz Deutschland Geldboten zu Warnstreiks aufgerufen, die die Maschinen sonst mit Bargeld befüllen und Händler wie Banken beliefern. Der Streik soll bis Dienstagabend (5. Juli) dauern.

Warnstreiks der Geldboten: An den Bankautomaten könnte es knapp werden

Am Montag starteten die Warnstreiks in Hessen, Niedersachsen und Bremen. Die Arbeitsniederlegungen hätten wie geplant begonnen, sagte Guido Jurock, Streikleiter der Gewerkschaft Verdi. Mit Beginn der Frühschicht habe die überwiegende Zahl der Beschäftigten einer Firma in Neu-Isenburg ihre Arbeit niedergelegt. Spontan schlossen sich der Gewerkschaft zufolge auch Geldboten von Firmen aus Frankfurt an.

Da nun „mehr oder weniger alle Beschäftigten in der Wert- und Geldbranche“ am Streik teilnehmen, geht der Verdi-Sprecher von Engpässen in der Bargeldversorgung aus: „Es könnte knapp werden an dem ein oder anderen Bankautomaten in Hessen.“ Auch die Bundesvereinigung deutscher Geld- und Wertdienste schließt das auf Nachfrage des Bayerischen Rundfunks nicht aus. Allerdings hätten sich viele Banken auf den Streik vorbereitet und Bargeld gebunkert.

Doch auch Supermärkte und andere Händler wie etwa Tankstellen erhalten wegen des Warnstreiks kein Wechselgeld mehr, berichtet Focus Online. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Edeka, dm und Rossmann bestätigten dem Nachrichtenportal, dass am Dienstag kein Wechselgeld in den Filialen angekommen sei. In einer Münchner Rewe-Filiale hieß es demnach: „Liebe Kunden, bitte zahlen Sie nach Möglichkeit ausschließlich mit Karte.“

Geldboten-Streik: Verdi fordert höhere Stundenlöhne

Der Streik der Geldboten soll zwei Tage dauern und am 5. Juli abends mit der Spätschicht enden. Außerdem ist für Dienstag eine zentrale Kundgebung in Hannover geplant, bei der Verdi mit etwa 300 Teilnehmern rechnet. Die Warnstreiks finden vor dem Hintergrund der aktuellen Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 11.000 Beschäftigten in der Geld- und Wertbranche statt. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 6. Juli beginnen. Verdi fordert höhere Stundenlöhne zwischen 16,19 Euro und 20,60 Euro sowie eine Erhöhung der Bruttonentgelte um bis zu elf Prozent für betriebliche Angestellte. (lma/dpa)

Auch interessant

Kommentare