Kryptowährung

Elon Musk: Tesla-Chef investiert Milliarden in umstrittenen Bitcoin

  • vonSebastian Richter
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Tesla-Chef Elon Musk ist großer Fan der Kryptowährung „Bitcoin“. Allerdings gibt es auch einige Kritiker.

  • Der Bitcoin schwankt seit Jahren immens im Wert, hat aber insgesamt weiter einen Höhenflug.
  • Elon Musk ist einer der größten und bekanntesten Fans der Kryptowährung.
  • Es gibt aber auch einige Kritik am Bitcoin.

Frankfurt – Der Bitcoin steigt und steigt. Das liegt nicht zuletzt an Tesla-Gründer Elon Musk, der im Januar 2021 insgesamt etwa 1,5 Milliarden Dollar Firmengeld investierte. Musk wechselt sich immer wieder mit Jeff Bezos als reichster Mensch der Welt ab. Er ist großer Fan der Kryptowährung: Wegen Negativzinsen beim Euro oder Dollar würden nur „Narren“ sich nicht nach Alternativen umschauen, schrieb Musk am 19.02.2021 laut der Deutschen Presse Agentur (dpa) bei Twitter. Dabei bezog er sich auf die Verluste vieler Anleger, die durch extrem niedrige Zinsen und der Inflation viel Geld durch herkömmliche Anlagestrategien verlieren.

Durch diesen Tweet heizte Elon Musk die Kaufstimmung beim Bitcoin weiter an. Auch die Ankündigung von Tesla, den Bitcoin zukünftig als Währung anzunehmen, führten bei der Kryptowährung zu einem weiteren Schub. Zwei Tage nach Musks Tweet erreichte der Bitcoin einen Wert von über 57.000 Dollar, bevor der Kurs wieder sank. Der Höhenflug hat sich schnell wieder beruhigt. Aktuell liegt er laut der Kryptobörse „Bitstamp“ bei etwa 45.000 Dollar (Stand: 28.02.2021, 14:00 Uhr). Trotzdem noch ein gewaltiger Anstieg betrachtet man den Wert über das letzte Jahr: Ende Februar 2020 kostete ein Bitcoin etwa 9.000 Dollar – ein Anstieg von 400 Prozent.

Elon Musk, Tesla-Chef, steht auf der Baustelle der Tesla Gigafactory. Der Höhenflug des US-Elektroautobauers Tesla an der Börse lässt das Vermögen von Firmenchef Elon Musk immer weiter steigen.

Elon Musk ist vom Bitcoin überzeugt – andere sehen die Kryptowährung kritisch

Aber nicht alle Techgrößen sind von Bitcoin so überzeugt wie Elon Musk. Microsoft-Gründer Bill Gates sagte zum Nachrichten Magazin „bloomberg“: „Wenn sie nicht die reichste Person der Welt sind, sollten sie Bitcoin nicht kaufen.“ Gates rät dem Ottonormalverbraucher davon ab, Bitcoin zu kaufen, um große Verluste zu vermeiden. Musk verfügt aber über das nötige Kleingeld, sich in riskante Investitionen zu stürzen.

Elon hat einen Haufen Geld und ist sehr erfahren, also mache ich mir keine Sorgen, dass sein Bitcoin zufällig hoch oder runtergeht“, sagte Gates, der lange Zeit an der Spitze der Superreichen der Welt stand. Er befürchtet, dass „sich Leute in diese Manien [wie dem Bitcoin-Hype, Anm. der Red.] hineinsteigern, die vielleicht nicht so viel Geld zur Verfügung haben.“ Er spricht auch einen Rat aus, der sich auch auf ihn selbst bezieht: „Wer weniger Geld als Elon besitzt, sollte wahrscheinlich aufpassen.“

Bitcoin: Anonyme Währung mit großem Energieverbrauch

Kritik am Bitcoin ist nichts Ungewöhnliches. Dabei geht es vielen Gegnern nicht nur um die starken Schwankungen am Markt und den Schutz der Nicht-Superreichen. Die Kryptowährung ist ein wahrer Energiefresser. Die Erzeugung und Überweisung von Bitcoins benötigt aufwendige Rechenoperationen, diese wiederum Strom. Laut der Universität von Cambridge verbraucht der Bitcoin etwa 130 Terawattstunden Energie im Jahr – mehr Energie als die Ukraine oder Argentinien jährlich. Günstigen Strom bekommt man aktuell vor allem in China, genauer in Xinjiang. Datenzentren ziehen dort den überschüssigen Kohlestrom aus dem Netz, um Bitcoins zu „schürfen“.

Ein weiteres Problem der Kryptowährung ist die Anonymität, die sie verspricht, und darin selbst einen großen Vorteil sieht. Diese Anonymität machen sich Personen zunutze, die bei ihren Finanzgeschäften gerne unentdeckt bleiben. Für Kriminelle ein großer Vorteil, gewaltige Geldmengen zu transferieren, ohne das jemand sie nachverfolgen kann. Eine der größten Übermittlungen von Bitcoins gab es laut dem „Businessinsider“ im September 2019, als jemand Bitcoins im Gegenwert von etwa einer Milliarde US-Dollar transferierte. Von wem die Zahlung kam, ist unbekannt. Die Spur verliert sich irgendwo an der Kryptobörse in Singapur.

Auf einem Monitor ist Kursverlauf des Bitcoin auf der Kryptobörse bybit zu sehen. Auf der Handelsplattform Bitstamp kostete ein Bitcoin im Januar erstmals mehr als 40 000 US-Dollar. (Illustration)

Auch in Hessen sind Kriminelle im Bitcoin-Universum unterwegs. Dort werden immer wieder Personen Opfer einer Betrugsmasche. Zuletzt verlor eine Frau aus dem Kreis Groß-Gerau über eine Millionen Euro.

Gates mit Beteiligung an Bitcoin-Rivalen „Ripple“: Unternehmen setzt auf Transparenz

Bill Gates ist Grundsätzlich kein Gegner von digitalem Geld, wie er „Bloomberg“ gegenüber sagte. Nur die Art, wie damit aktuell umgegangen wird, könnte besser sein – gerade in Bezug auf den Bitcoin. Er hat auch eine Alternative parat: Ripple. Der Bitcoin-Konkurrent achtet darauf, dass ihre Systeme transparent und nicht anonym seien. Zudem können Zahlungen wieder korrigiert werden und es gibt Kontrollen gegen Geldwäsche, Terrorfinanzierung, Kriminalität und Steuerhinterziehung. Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung ist in Ripple investiert.

Ob die Alternative Musks Favorit den Rang ablaufen kann, ist allerdings unklar. Immer mehr Unternehmen akzeptieren Bitcoin als Zahlungsmittel – neben Tesla auch Paypal, Visa und Mastercard. Bitcoin erreicht immer breitere Akzeptanz. Die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank untersuchen bereits, wie sie ihre eigenen Währungen digitalisieren können. Bitcoin wird im Rennen der Kryptowährungen voraussichtlich noch lange eine große Rolle spielen. (Sebastian Richter)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa

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