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Die BMW-Zentrale München.

Unerwartete Verkaufsschlager

Dick gefragt: BMW erlebt SUV-Überraschung - Daimler schockt Mitarbeiter trotz guter Zahlen

Die deutschen Oberklasse-Autobauer BMW, Audi und Mercedes haben neue Zahlen vorgelegt. Ausgerechnet die viel debattierten SUV sorgten in München für eine positive Überraschung.

  • BMW, Audi und Mercedes haben neue Absatzzahlen vorgestellt.
  • Alle drei Oberklasse-Autobauer konnten positive Nachrichten verkünden.
  • Bei BMW spielten ausgerechnet die hoch umstrittenen SUV eine wichtige Rolle.
  • Trotz erfreulicher Mercedes-Zahlen schockt Daimler nun seine Mitarbeiter.

München/Ingolstadt - Nach Mercedes-Benz haben am Freitag auch BMW und Audi starke Absatzzahlen vorgelegt. Auf den ersten Blick überwältigend war der Zuwachs bei Audi - fast 27 Prozent legten die Auslieferungen im Oktober zu.

Allerdings war die Verkaufszahl der Ingolstädter VW-Tochter vor einem Jahr eingebrochen, weil Modellen die Zulassung nach dem neuen Abgas-Messstandard WLTP fehlte. Jetzt lag der Absatz in Europa fast 69 Prozent über dem Vorjahr, wie Audi am Freitag mitteilte. Vertriebschefin Hildegard Wortmann sagte: „In einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld haben wir unsere Auslieferungen weiter stabilisiert.“

In China legte der Verkauf im Oktober um 6 Prozent zu, in den USA um gut 19 Prozent. Weltweit verkaufte Audi im Oktober 149.150 Autos.

Audi, BMW und Mercedes legen zu - deutsche Oberklasse-Autos bleiben gefragt

Auch BMW war im Oktober gut unterwegs. Der Absatz der Autos der Stammmarke stieg um 3,0 Prozent auf 176.300. Vor allem die Nachfrage in den USA und in China zog kräftig an. In Europa dagegen gaben die Verkaufszahlen leicht nach. Noch besser war Mercedes-Benz im Oktober unterwegs: Die Stuttgarter legten in allen drei Hauptverkaufsregionen zu und kamen mit 199.000 verkauften Autos auf ein Plus von 4,9 Prozent.

Nach zehn Monaten hat Mercedes die Nummer-eins-Position damit klar verteidigt - obwohl BMW schneller unterwegs ist. Die Stuttgarter haben seit Januar ihren Absatz um 1,0 Prozent auf 1,925 Millionen Fahrzeuge gesteigert, vor allem dank der Zuwächse in China. Bis August hatte der Absatz wegen Modellumstellungen und Problemen beim Produktionsanlauf neuer SUV-Modelle unter dem Vorjahr gelegen, erst der September brachte die Wende.

Video: So läuft die BMW-Aktie nach dem dritten Quartal

BMW auf Rang zwei - umstrittene SUVs und Luxusautos bringen Umsatz

BMW liegt mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent und 1,778 Millionen verkauften Autos auf Platz zwei. Vor allem die renditestarken SUV- und Luxusmodelle liefen stark - trotz heftiger Debatten vor allem in Europa um die schweren Fahrzeuge. Positive Zahlen vermeldeten die Münchener mit Blick auf ihre Elektroautos, deren Absatz um 8,6 Prozent stieg. BMW-Chef Zipse hatte Ende Oktober mit einer Äußerung zur Klimadebatte überrascht.

Audi ist mit einem Rückgang der Verkäufe um 1,2 Prozent auf 1,506 Millionen Autos weiter zurückgefallen. Alle drei Autobauer peilen für das Gesamtjahr ein leichtes Plus bei den Verkaufszahlen an, auch die Ingolstädter. Wortmann sagte: „Auch für den Jahresendspurt sind wir gut aufgestellt.“

BMW hatte zuletzt vor allem Negativschlagzeilen gemacht. Die Münchner sind auf Sparkurs - auch hoch qualifizierte Mitarbeiter bangten. Bei Audi folgte nun auch die Hiobsbotschaft. Offenbar will das Unternehmen fast 10.000 Stellen in Deutschland streichen.

Trotz starker Zahlen bei Mercedes: Daimler will mehr als 1000 Führungskräfte streichen

Kurz nach den erfreulichen Neuigkeiten seiner wichtigsten Marke Mercedes sorgte allerdings Daimler für einen Schreck bei seinen Beschäftigten: Im Zuge seines angekündigten Sparprogramms will der Autobauer laut Betriebsrat weltweit 1100 Stellen von Führungskräften abbauen. In Deutschland wäre es etwa jede zehnte, wie Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht am Freitag in einem Info-Brief an die Mitarbeiter schrieb. Zuvor hatten Süddeutsche Zeitung und Handelsblatt darüber berichtet. 

Laut Betriebsrat hat Vorstandschef Ola Källenius Anfang der Woche bei einer internen Führungskräfteveranstaltung erstmals konkrete Zahlen zu seinen Sparplänen genannt.

Um die Personalkosten zu reduzieren, habe die Unternehmensleitung zudem vorgeschlagen, mögliche Tariferhöhungen aus der im Frühjahr 2020 anstehenden Tarifrunde nicht zu übernehmen. „Dies haben wir kategorisch abgelehnt“, schreibt Brecht. Ein Daimler-Sprecher sagte, man äußere sich nicht zu Spekulationen. Man befinde sich in einem konstruktiven Dialog mit den Arbeitnehmervertretern.

dpa/fn

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