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Börse Tage des Donners

Über den Finanzmärkten ist ein ordentliches Kursgewitter aufgezogen. Allein in der zurückliegenden Woche hat der Deutsche Aktienindex (Dax) 5,6 Prozent verloren und ist zeitweise fast bis an die Marke von 12 000 Punkten gefallen.

Über den Finanzmärkten ist ein ordentliches Kursgewitter aufgezogen. Allein in der zurückliegenden Woche hat der Deutsche Aktienindex (Dax) 5,6 Prozent verloren und ist zeitweise fast bis an die Marke von 12 000 Punkten gefallen. Einen solchen Absturz hat es seit dem China-Crash vor zwei Jahren nicht mehr gegeben.

Angeblich sind die Zinsen schuld. Und die gute Konjunktur. Weil die Wirtschaft so sehr brummt, könnten die Zinsen schneller steigen als erwartet, heißt es. Und davor fürchteten sich die Aktienanleger.

Sorgen um steigende Zinsen mögen der Anlass für die Kursverluste sein. Der Grund sind sie nicht. Schon vor fünf Jahren hat der damalige Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, angekündigt, die Anleihekäufe zurückzufahren. Laut darüber nachgedacht hat er schon in einer Pressekonferenz im Jahr 2009. Man kann also nicht eben davon sprechen, dass die Zinswende aus heiterem Himmel erfolgt. Die Märkte hatten ausreichend Zeit, sich damit zu arrangieren, und genau das ist auch geschehen.

Gerade entweicht die heiße Luft aus der Trump-Blase. Der US-Präsident hat im ersten Jahr seiner Amtszeit sehr viel angekündigt, doch wenig durchgesetzt. Die Wirtschaft läuft nicht wegen, sondern trotz Trump. Allerdings befindet sich die US-Konjunktur inzwischen auf dem Höhepunkt des Wachstumszyklus. Konjunkturprogramme und Steuererleichterungen können die Welle verlängern und für eine sanfte Landung sorgen. Die Welle wird aber brechen.

An den Finanzmärkten macht sich bei aller Euphorie der vergangenen Monate die Ahnung breit, dass eine Party auch mal endet. Meistens ist das der Fall, wenn es am schönsten ist. Die laufende Bilanzsaison wird zeigen, ob Kurse in dieser Höhe gerechtfertigt sind. Dass in den USA auf Anleihen so langsam wieder halbwegs auskömmliche Zinsen gezahlt werden, spielt höchstens eine Nebenrolle.

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