Im Frankfurter Osten besichtigte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (r.) gemeinsam mit Börsen-Chef Carsten Kengeter die neuen Räume einer Fintech-Initiative der Deutsche Börse AG.
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Im Frankfurter Osten besichtigte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (r.) gemeinsam mit Börsen-Chef Carsten Kengeter die neuen Räume einer Fintech-Initiative der Deutsche Börse AG.

Börsenfusion: Keine Abstriche beim Aktienhandel in Frankfurt

Die Deutsche Börse wirbt in Deutschland um Unterstützung für die geplante Fusion mit der London Stock Exchange (LSE). Das Unternehmen werde nach einem Zusammenschluss nicht am Aktienhandel in Frankfurt

Die Deutsche Börse wirbt in Deutschland um Unterstützung für die geplante Fusion mit der London Stock Exchange (LSE). Das Unternehmen werde nach einem Zusammenschluss nicht am Aktienhandel in Frankfurt rütteln, betonte Vorstandschef Carsten Kengeter bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Al-Wazir wäre sicher nicht glücklich über ein Abwandern des Kassamarkts aus Frankfurt, sagte Kengeter auf eine entsprechende Frage. „Sie können davon ausgehen, dass es nicht passiert.“ Eine Fusion beider Unternehmen wäre positiv für die Volkswirtschaft, erklärte Kengeter.

Aus der Politik gab es positive Reaktionen. „Ich denke, dass das Vorteile für den Finanzplatz Deutschland haben wird“, sagte die Vorsitzende des Finanzausschusses des Bundestags, Ingrid Arndt-Brauer (SPD). „Er dürfte an Bedeutung gewinnen.“ Die Bundesregierung hielt sich bedeckt. Es handle sich um eine geschäftspolitische Entscheidung der Unternehmen, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums.

Die Frankfurter Wertpapierbörse, für die der Dax-Konzern die Betreiber-Konzession hält, wird von der Börsenaufsicht im hessischen Wirtschaftsministerium kontrolliert. Das Ministerium muss einem Zusammenschluss somit zustimmen. „Wenn uns ein Antrag vorliegen sollte, werden wir ihn nach allen Aspekten prüfen“, sagte Al-Wazir. Die Frankfurter Wertpapierbörse müsse ihrem staatlichen Auftrag im Aktienhandel weiter nachkommen. Für die Politik sei es wichtig, dass alle Entscheidungen über die Frankfurter Wertpapierbörse weiter in Deutschland fallen.

Das sei bei der geplanten Struktur des fusionierten Unternehmens durchaus möglich. Es soll von einer Holding gesteuert werden, unter der Deutsche Börse und LSE angesiedelt sind. Wo die Entscheidungen auf Holding-Ebene fallen, könne die Börsenaufsicht am Ende aber kaum beeinflussen, sagte ein Aufseher. „Da habe ich schon Bedenken bezüglich des Standorts Frankfurt.“ London sei als Finanzplatz einfach größer als die Mainmetropole. Der Aufseher verwies darauf, dass Börsen-Vize-Chef Andreas Preuß in London lebt und auch Kengeter viel Zeit in der britischen Hauptstadt verbringt.

Bei den Mitarbeitern stößt der geplante Zusammenschluss auf grundsätzliche Zustimmung. Er sei zuversichtlich, dass Mitarbeiter und Manager der Deutschen Börse bei einer Kombination mit der LSE mehr Einfluss hätten als beim letzten Fusionsvorgaben mit der New York Stock Exchange 2012, sagte ein Arbeitnehmervertreter. Zudem sinke dadurch die Gefahr, dass die Deutsche Börse selbst durch US-Konkurrenten wie ICE oder CME geschluckt werde.

(rtr)

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