Boss-Chef Lahrs gibt seinen Posten ab

Nach einer Serie von Negativschlagzeilen wirft Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs das Handtuch. Nach acht Jahren an der Spitze des Modekonzerns werde der 52-Jährige das Unternehmen zum Monatsende verlassen, teilte Boss gestern mit.

Nach einer Serie von Negativschlagzeilen wirft Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs das Handtuch. Nach acht Jahren an der Spitze des Modekonzerns werde der 52-Jährige das Unternehmen zum Monatsende verlassen, teilte Boss gestern mit. Er nimmt damit nur wenige Tage vor der Bilanzpressekonferenz seinen Hut. Der Aufsichtsrat werde nun unverzüglich nach einem Nachfolger suchen.

Hugo Boss hatte wegen Rabattschlachten und schwächelnder Auslandsgeschäfte seine bereits gekappten Jahresziele für 2015 verfehlt. Anfang der Woche musste Lahrs einräumen, dass im laufenden Geschäftsjahr sogar mit einem Gewinnrückgang zu rechnen sei. Als Grund nannte er die mauen Geschäfte vor allem in den USA und China. Die Aktie brach daraufhin um ein Viertel ein. Die MDax-Titel notieren bei 52 Euro – vor einem Jahr waren sie noch mehr als doppelt so viel wert. Ex-Mehrheitsaktionär Permira hatte Lahrs 2008 als Nachfolger von Bruno Sälzer geholt, der den Konzern im Streit um die vom Finanzinvestor verordnete höhere Verschuldung verlassen hatte. Permira war 2007 beim schwäbischen Modehersteller eingestiegen, zog sich aber in den vergangenen Jahren schrittweise zurück. Im Frühjahr 2015 verkaufte der Finanzinvestor seine letzten Anteile.

Hugo Boss und andere Modeunternehmen wie Gerry Weber, Esprit oder Tom Tailor haben in den vergangenen Jahren den Verkauf ihrer Ware über eigene oder Franchise-Geschäfte vorangetrieben und bei den Neueröffnungen ein erhebliches Tempo vorgelegt. Sie ringen allerdings mit dem Onlinehandel und den steigenden Marktanteilen von H&M und Zara. Die Konkurrenten sorgen mit rasch wechselnden Kollektionen für steten Zustrom in ihre Geschäfte.

Vor dem erwarteten Aufstieg in den Dax begeistert Pro-Sieben Sat.1 die Anleger mit kräftigem Wachstum. Besonders die boomende Digitalsparte mit dem Video-Portal Maxdome, Reiseseiten wie weg.de und Preisvergleichsanbietern wie Verivox trieb den Umsatz im vergangenen Jahr um 13 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn stieg um neun Prozent auf 926 Millionen Euro.

„2015 war ein weiteres Rekordjahr für ProSieben Sat.1, wir sind erneut in allen Segmenten profitabel gewachsen“, sagte Vorstandschef Thomas Ebeling. Auch im laufenden Jahr erwarte er ein Umsatzplus von mehr als zehn Prozent und steigende Gewinne. ProSieben Sat.1 dürfte am 18. März als erster Medienkonzern in den Dax aufsteigen. Die Entscheidung der Deutschen Börse wird am Donnerstag erwartet. „Das ist etwas, was nicht nur mich persönlich, sondern alle Kollegen hier mit Stolz und Freude erfüllt“, sagte Ebeling.

(rtr)

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