Bundesarbeitsminister Heil: „Kurzarbeit ist unsere stabile Brücke.“
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Bundesarbeitsminister Heil: „Kurzarbeit ist unsere stabile Brücke.“

„Verfrühte“ Verlängerung?

Kurzarbeit: Heil will Regelung bis Ende 2021 verlängern

Anfangs ein Instrument zur Überbrückung der Corona-Krise, jetzt für viele Betriebe unerlässlich. Arbeitsminister Heil will neue Regelungen zu Kurzarbeit weiter verlängern.

Berlin - Während der Corona-Krise nutzten viele Betriebe die Chance, Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, um laufende Kosten zu sparen. Dazu wurden extra die Bedingungen gelockert. Was eins als Übergangsmaßnahme verkauft wurde, könnte sich jetzt dauerhaft etablieren. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil geht dazu den nächsten Schritt. Er will die bestehende Kurzarbeiter-Regelung bis Ende 2021 verlängern. „Kurzarbeit war und ist unsere stabile Brücke über ein tiefes wirtschaftliches Tal“, sagte Heil der Rheinischen Post.

Erfreulich sei, dass die Arbeitslosigkeit weiter zurück gehe. „Aber angesichts der Tatsache, dass es in einer Reihe Branchen noch konjunkturelle Störungen gibt, halte ich es für sinnvoll, vorsorglich die bestehenden Regelungen für Kurzarbeit bis zum Ende des Jahres zu verlängern“, so der SPD-Politiker weiter.

Kurzarbeit: Verlängerung „völlig verfrüht“

Ähnlich wie Heil hatte sich am Wochenende Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz geäußert: Sowohl die Kurzarbeiter-Regelung als auch die Wirtschaftshilfen für strauchelnde Unternehmen sollten bis Ende des Jahres verlängert werden, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Von verschiedenen Ökonomen gab es Kritik an einer Verlängerung der Maßnahmen: Das wäre „völlig verfrüht“, sagte Lars Feld, ehemaliger Chef der Wirtschaftsweisen, der Rheinischen Post.

Derzeit können Betriebe, die bis 30. September Kurzarbeit einführen, erleichterte Zugangsbedingungen zum Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen. Ein Unternehmen kann demnach Kurzarbeit anmelden, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sind; normalerweise müssen es mindestens 30 Prozent sein. Auch Leiharbeitskräfte können Kurzarbeitergeld bekommen. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA.

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