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Corona: Merck wächst so stark wie nie

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Merck
Die Fahnen des Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmens flattern im Wind. © Andreas Arnold/dpa

Geschäfte mit Impfstoffherstellern haben den Darmstädtern ein Rekordwachstum beschert. Merck-Produkte für die Arzneiforschung sind begehrt. Die Aktionäre sollen kräftig profitieren.

Darmstadt - Der Pharma- und Technologiekonzern Merck blickt nach einem starken zweiten Corona-Jahr optimistisch in die Zukunft.

Dank guter Geschäfte seiner Laborsparte mit Impfstoffentwicklern und -herstellern in der Pandemie wuchs das Dax-Unternehmen 2021 so stark wie nie. Aber auch die Pharmasparte und das Elektronikgeschäft mit Halbleitermaterialien trugen zu den Zuwächsen bei, wie Merck am Donnerstag mitteilte. In diesem Jahr sollen Umsatz und Betriebsgewinn aus eigener Kraft stark steigen. Vom Krieg in der Ukraine sieht sich Merck unterdessen kaum betroffen.

Umsatz wächst um rund 12 Prozent

In der Pandemie hat der Konzern, der weltweit viele Corona-Impfstoffentwickler und auch den Mainzer Hersteller Biontech beliefert, eine Sonderkonjunktur erlebt. Der Aufwind setzte sich fort: Der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr um gut 12 Prozent auf knapp 19,7 Milliarden Euro. Beim Gewinn konnte Merck noch stärker zulegen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg um gut 17 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro.

Unterm Strich wuchs der Gewinn um mehr als die Hälfte auf fast 3,1 Milliarden Euro. „Im Geschäftsjahr 2021 haben wir ein Rekordwachstum erzielt und unsere Margen gesteigert“, sagte Meck-Vorstandschefin Belén Garijo. Sie bekräftigte das Ziel von 25 Milliarden Euro Umsatz bis 2025. Für Anleger soll es mit 1,85 Euro Dividende je Aktie so viel geben wie nie, 45 Cent mehr als im Vorjahr.

Der Krieg in der Ukraine habe „keinen materiellen Einfluss“ auf das Geschäfte und die Prognose von Merck, sagte Garijo weiter. Man erziele nur etwa ein Prozent des Gesamtumsatzes in Russland und der Ukraine. Merck habe weder eigene Produktionsstandorte noch Beschäftigte in der Ukraine. In Russland zählt Merck etwa 400 Mitarbeiter und macht vor allem Pharmageschäft.

Laborsparte boomt

Angetrieben wurde Merck im vergangenen Jahr von der boomenden Laborsparte mit Produkten und Dienstleistungen für die Arzneiherstellung und -forschung. Hier stieg der Umsatz aus eigener Kraft um mehr als ein Fünftel. Im Zusammenhang mit der Pandemie kamen rund 1,15 Milliarden Euro Umsatz, wie Garijo sagte. In diesem Jahr sollen es weitere 900 Millionen Euro werden.

Etwas weniger kräftig als die Laborsparte legte der Pharmabereich zu, wo sich neue Medikamente etwa gegen Krebs auszahlten. Zudem wuchs das Geschäft mit Unfruchtbarkeitsbehandlungen auch wegen Nachholeffekten. In der Pandemie waren Kinderwunschkliniken zeitweise geschlossen.

In der Spezialchemie profitierte Merck von einem stark wachsenden Geschäft mit Halbleitern, in das der Konzern mit der Übernahme des US-Zulieferers Versum eingestiegen war. Weltweit sind Halbleiter knapp, gerade in der Autobranche. Unterdessen erholte sich das Geschäft mit Farbpigmenten. Verluste gab es erneut bei Flüssigkristallen etwa für Smartphone-Bildschirme, wo harte Konkurrenz aus Asien Merck seit längerem zusetzt. dpa

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