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Curevac-Impfstoff wirkt nur zu 48 Prozent gegen Corona – Spahn zieht Konsequenz

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Von: Thomas Schmidtutz

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Curevac-Zentrale: Das Tübinger Biotech-Unternehmen hat bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs einen schweren Rückschlag erlitten.
Curevac-Zentrale: Das Tübinger Biotech-Unternehmen hat bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs einen schweren Rückschlag erlitten. © Bernd Weissbrod/dpa

Curevac hat vor zwei Wochen enttäuschende Zwischen-Daten zu seinem Corona-Impfstoffkandidaten vorgelegt. Jetzt ist endgültig klar: Der Impfstoff bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.

Tübingen - Dieser Rückschlag hat sich angebahnt, aber jetzt ist es offiziell: Der Corona*-Impfstoff des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac weist laut abschließender Auswertung nur eine geringe Wirksamkeit gegen das Virus auf. Das Vakzin zeige „in allen Altersgruppen über 15 Virusvarianten hinweg“ insgesamt eine Wirksamkeit von 48 Prozent gegen Covid-19-Erkrankungen jeglichen Schweregrades, teilte das Tübinger Unternehmen am späten Mittwochabend mit.

Nach einer vorläufigen Auswertung der ersten Studiendaten vor gut zwei Wochen hatte Curevac die Wirksamkeit seines Impfstoffkandidaten CVnCoV mit 47 Prozent beziffert. Investoren reagierten nach der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse Mitte Juni entsetzt, an der Börse büßte das Unternehmen knapp die Hälfte seines Wertes an. Trotz des Rückschlags gab Curevac-Hauptaktionär Dietmar Hopp aber ein klares Bekenntnis zu Curevac ab. Er werde als Investor weiter an Bord bleiben, hatte Hopp gegenüber Merkur.de angekündigt.

Curevac: Über ein Jahr Entwicklungsarbeit

Insgesamt hatte Curevac über ein Jahr an dem Impfstoff gearbeitet. Doch die Ergebnisse fallen enttäuschend aus. Die Schutzwirkung von 48 Prozent bezieht sich auf alle Altersklassen. In der Gruppe der der 18- bis 60jährigen liege die signifikante Schutzwirkung bei 53 Prozent. Gegen einen moderaten oder schweren Krankheitsverlauf schütze das Vakzin mit einer Wirksamkeit von 77 Prozent. Das Mittel schütze aber immer gegen einen Krankenhausaufenthalt und den Corona-Tod. An der Börse ging es am Donnerstag für Curevac erneut nach unten. Am Vormittag notierte die zuletzt arg gebeutelte Aktie rund 15Prozent tiefer bei knapp 53 Euro.

Curevac setzt wie das Mainzer Unternehmen Biontech auf einen modernen mRNA-Impfstoff. Das Mittel der Tübinger galt lange als höchst vielversprechend. Noch im April hatte das Unternehmen angegeben, auf eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) im Mai zu hoffen. Die Bundesregierung plante daraufhin bereits für das zweite Quartal 2021 die ersten Impfungen mit dem Curevac-Vakzin ein.

Curevac: Bundesgesundheitsminister Spahn plant nicht mit Impfstoff

Inzwischen plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht mehr mit Curevac. Laut einer aktuellen Übersicht wollen Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson&Johnson bis Jahresende insgesamt 313,1 Millionen Dosen liefern. Curevac kommt in der Übersicht nicht mehr vor.

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