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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Börse in Frankfurt

Viruskrise setzt Dax wieder stark unter Druck

Reiseeinschränkungen, stillgelegte Firmen, unterbrochene Handelsketten - das Coronavirus hat immer mehr Auswirkungen auf die Wirtschaft. Das bekommt auch der Aktienhandel zu spüren.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Furcht vor den Folgen des Coronavirus hat den Dax nach der Stabilisierung zur Wochenmitte wieder auf Talfahrt geschickt. Der deutsche Leitindex büßte am Donnerstag am Ende 3,19 Prozent auf 12.367,46 Punkte ein.

Zwischenzeitlich war er um 4,4 Prozent abgesackt und so auf den niedrigsten Stand seit Oktober gefallen war. US-Präsident Donald Trump war es in einer Rede nach Einschätzung von Händlern nicht gelungen, die Märkte zu beruhigen.

Die Verluste des Dax seit Donnerstag vergangener Woche summieren sich mittlerweile auf rund 10 Prozent. Der MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte fiel am Donnerstag um 3,43 Prozent auf 26.196,77 Punkte.

Weiterhin im freien Fall befinden sich sie Aktien der Lufthansa. Sie sackten um rund 6 Prozent ab auf das niedrigste Niveau seit drei Jahren. Der Virusausbruch macht der Reisebranche zu schaffen. Am Dax-Ende büßten die ebenfalls sehr konjunktursensiblen Papiere der Deutschen Bank mehr als 6 Prozent ein.

Die Aktien von Bayer verloren gut 4 Prozent. Analysten bemängelten einen schwachen Ausblick des Pharma- und Agrarchemiekonzerns. Die Gewinnprognose für 2020 liegt etwas unter den Markterwartungen und berücksichtigt noch keine Folgen der Virusepidemie.

Zalando hatte die Ziele für 2020 unter den Vorbehalt des Coronavirus gestellt. Die Anteilsscheine des Online-Modehändlers sackten daraufhin mit einem Minus von fast 9 Prozent ans MDax-Ende.

Es gab auch Kurse, die profitierten. So gewannen Qiagen gut 2 Prozent. Der Diagnostikspezialist beginnt mit der Auslieferung von Testkits für das Covid-19-Virus. Papiere von Teamviewer stiegen um 2,7 Prozent. Das Unternehmen entwickelt Software für Computer-Fernwartung und Videokonferenzen. Dies nutzten immer mehr Unternehmen, indem sie ihre Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten ließen, um so eine Virus-Ansteckung zu vermeiden, sagten Händler.

Beim Anlagenhersteller Dürr lobte Analyst Peter Rothenaicher von der Baader Bank derweil eine überraschend hohe Profitabilität 2019. Dürr-Aktien gewannen an der MDax-Spitze fast 5 Prozent.

Auch europaweit wurden deutliche Verluste verzeichnet: Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, büßte 3,40 Prozent auf 3455,92 Punkte ein. Die Börsen in Paris und London gerieten ebenfalls stark unter Druck. In den USA stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss mehr als 2 Prozent tiefer.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 145,49 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,43 Prozent auf 176,57 Punkte vor auf das höchste Niveau seit Anfang Oktober. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0964 (Mittwoch: 1,0875) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9121 (0,9195) Euro.

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