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Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen

Börse in Frankfurt

Dax beendet wechselhafte Woche im Minus

Frankfurt/Main (dpa) - Zunehmende Befürchtungen eines Chaos-Brexit und einer möglichen Abkühlung der Weltwirtschaft haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss ins Minus befördert.

In Grenzen gehalten wurden die Verluste von der Nachricht, dass China seine Strafzölle auf Importe von US-Autos für drei Monate aussetzen werde.

Der Dax beendete den Handel am Freitag mit einem Kursabschlag von 0,54 Prozent bei 10.865,77 Punkten. Die Bilanz für die abgelaufene Woche, die von überdurchschnittlichen Tagesverlusten aber auch kräftigen Gewinnen geprägt war, liest sich jedoch positiv: Der Leitindex legte um 0,7 Prozent zu, nachdem er in der Vorwoche noch um mehr als 4 Prozent abgesackt war. Der MDax, in dem die Aktien mittelgroßer deutscher Unternehmen vertreten sind, sank am Freitag letztlich um 0,89 Prozent auf 22.281,45 Punkte.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,63 Prozent auf 3092,60 Punkte. Für den Pariser Leitindex Cac 40 ging es um rund 0,9 Prozent nach unten. Der Londoner FTSE 100 endete rund 0,5 Prozent niedriger. Der Dow Jones Industrial stand zum europäischen Handelsschluss mit etwa 1,6 Prozent im Minus.

Beim Thema Brexit stoßen die Briten auf immer mehr Unverständnis bei den anderen EU-Staaten. Damit steigen die Risiken eines EU-Austritts Großbritanniens ohne Vertrag. Heftiger Gegenwind weht Premierministerin Theresa May aber auch im britischen Parlament entgegen. Um die dortige Blockade zu durchbrechen, wollte May beim EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel weitere Zugeständnisse erreichen. Doch die 27 übrigen EU-Staaten machten deutlich, dass sie keine Nachverhandlungen an dem Deal zulassen wollen.

Unerwartet schwache Daten zum chinesischen Einzelhandel und zur Industrieproduktion weckten Sorgen über eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums. Am Vortag hatte sich bereits EZB-Chef Mario Draghi weniger zuversichtlich zur Konjunktur im Euroraum geäußert. Die aktuellen Daten zur Unternehmensstimmung in der Eurozone untermauerten dies: So fiel der Einkaufsmanagerindex im Dezember auf den tiefsten Stand seit rund vier Jahren.

Im Dax stand der Autosektor nach enttäuschenden Daten des Branchenverbandes Acea zur Pkw-Nachfrage in der EU und den aktuellen Zoll-Aussagen der Chinesen im Fokus. Die anfangs kräftigen Verluste der Aktien von Volkswagen, BMW und Daimler verringerten sich im Tagesverlauf spürbar. Die BMW-Titel schafften zum Handelsende sogar ein mageres Plus von 0,1 Prozent.

Im MDax sprangen die Papiere von Scout24 um mehr als 13 Prozent nach oben. Der Onlinemarktplatz-Betreiber prüft laut "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. Die Zuversicht des Bioethanol-Produzenten CropEnergies für das Geschäftsjahr 2018/19 trieb die Aktien von Südzucker um 1,6 Prozent hoch. CropEnergies gewannen knapp 5 Prozent hinzu.

Der Spezialmaschinenbauer Isra Vision enttäuschte mit seinem Umsatzanstieg im Geschäftsjahr 2017/18 sowie mit einem vorsichtigen Ausblick. Die Aktien brachen um fast 18 Prozent ein. Seit dem Rekordhoch im September summiert sich damit der Kursverlust auf rund 60 Prozent. Auch der UV-Spezialist Dr. Hönle enttäuschte mit seinen neuen Jahreszielen, was die Aktien um fast 13 Prozent nach unten drückte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,14 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,13 Prozent auf 141,64 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,27 Prozent auf 163,19 Punkte zu. Der Kurs des Euro notierte zuletzt bei 1,1300 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1285 Dollar festgesetzt.

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