So finanziert sich die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest gibt es seit 1964. Stifterin ist die Bundesrepublik Deutschland. Sie ist eine Stiftung privaten Rechts und gemeinnützig.

Die Stiftung Warentest gibt es seit 1964. Stifterin ist die Bundesrepublik Deutschland. Sie ist eine Stiftung privaten Rechts und gemeinnützig. Das heißt, sie zahlt keine Gewinne an die Anteilseigner, in dem Fall die Bundesrepublik aus. Was als Überschuss erwirtschaftet wird, geht in eine Rücklage. Die Gesellschaft beschäftigt rund 340 Mitarbeiter und hat ihren Sitz in Berlin.

Die Stiftung Warentest steht bei den Verbrauchern in Deutschland hoch im Kurs. 98 Prozent der Bundesbürger kennen die Stiftung Warentest. Und laut einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbandes haben 82 Prozent auch starkes Vertrauen in die Testergebnisse der Stiftung.

Aber im Internet hat es die Stiftung schwer, sich durchzusetzen. Gibt man bei Google zum Beispiel „matratzen test“ ein, findet sich die Stiftung Warentest mit ihrer Seite test.de erst an sechster Stelle. Viele, mitunter auch vermeintliche Tester tummeln sich im Netz, deren Tests nicht transparent sind. Die Stiftung Warentest sieht sich hier unter Druck, bei Google mehr Präsenz zu zeigen. „Wir haben seit Ende vergangenen Jahres eine Mitarbeiterin, die sich allein um die Schlagwort-Optimierung für die Google-Suche kümmert“, sagt Chefredakteurin Anita Stocker.

Denn die Stiftung Warentest finanziert sich – noch zu einem kleinen, aber wachsenden Anteil – aus den Verkäufen ihrer Tests im Netz. Mit ihren beiden Zeitschriften „Test“ und „Finanztest“, ihrem Buchprogramm und den Internet-Downloads erwirtschaftete die Stiftung 2016 rund 42 Millionen Euro. Fast vier Millionen davon gehen auf die Verkäufe von Testergebnissen im Internet zurück.

Den Löwenanteil der Finanzierung der Stiftung trägt die Zeitschrift „Test“ mit gut 40 Prozent. Dann kommt die Zeitschrift „Finanztest“ mit 20 Prozent; auf dem dritten Platz liegen staatliche Zuwendungen: Vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bekommt die Stiftung eine jährliche Zuwendung – als Ausgleich für den kompletten Verzicht auf Werbeeinnahmen. Die betrug 2016 mit fünf Millionen Euro rund zehn Prozent der Einnahmen. Für 2017 wird der Zuschuss nur noch 3,9 Millionen Euro betragen. Denn der Bund hat beschlossen, die Zuwendungen langsam abzuschmelzen und stattdessen das Stiftungskapital schrittweise von 75 Millionen Euro auf 175 Millionen aufzustocken. Ziel sei es, dass die Stiftung Warentest sich künftig statt mit dem staatlichen Zuschuss nur noch aus den Erträgen des Stiftungskapitals finanziere, heißt es in Berlin.

Dass es hier zu Interessenkonflikten kommen könne, da die Stiftung in der Zeitschrift „Finanztest“ auch Anlage-Empfehlungen gibt, sehen die Tester nicht. „Unsere Anlagestrategie ist nicht sehr viel anders als die Empfehlungen von Finanztest. Noch dazu haben unsere Investitionen keinen Einfluss auf Kurse“, sagt Holger Brackemann, Bereichsleiter Untersuchungen bei der Stiftung. Allerdings müsse man auch bei jetzt niedrigen Zinsen das Stiftungskapital real erhalten und das sei schwierig, da die Einnahmen daraus sinken. „Wir hoffen auf ein Ende der Niedrigzinsphase.“ den

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare