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Deutschlands erster Cannabis-Großhändler startet sein Business in Frankfurt

Großhandel

Deutschlands erster Cannabis-Großhändler startet sein Business in Frankfurt

  • Marcel Richters
    vonMarcel Richters
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Mit Cansativa beheimatet Frankfurt den ersten und einzigen Großhändler für deutsches Cannabis. Verkauft werden darf allerdings nur an Apotheken.

  • Medizinisches Cannabis aus Deutschland wird von Frankfurt aus gehandelt.
  • Cansativa hat den Zuschlag für das Geschäft mit Cannabisblüten aus Deutschland erhalten.
  • Das Cannabis kann legal in Apotheken gekauft werden.

Frankfurt - Sie sehen nicht gerade so aus, wie Drogenhändler in Filmen oder Klischee-Cannabis-Konsumenten mit ihren Anzügen und akkurate Frisuren. Jakob und Benedikt Sons wirken eher wie ganz normale Geschäftsleute. Und das sind sie auch. Allerdings vertreiben die beiden ein noch eher ungewöhnliches Produkt, nämlich Cannabis im Großhandel.

Cansativa aus Frankfurt ist einziger Anbieter für Cannabisblüten aus Deutschland

Jetzt haben die beiden Brüder - einer Rechtsanwalt, einer Wirtschaftsingenieur - mit Cansativa als einziges Unternehmen den Zuschlag für den Vertrieb von Cannabisblüten aus deutschem Anbau erhalten. „Wir sind stolz, dass unser Angebot und unsere Expertise im Bereich Medizinalcannabis das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) überzeugen konnten und wir den Zuschlag erhalten haben“, so Jakob Sons. Das sei ein bedeutender Schritt für Patientinnen und Patienten in Deutschland.

Cansativa übernimmt im Auftrag der Cannabisagentur des BfArM die Lagerung, Kommissionierung und den Vertrieb deutscher Cannabisblüten an Apotheken im ganzen Bundesgebiet. Laufzeit des jetzt abgeschlossenen Vertrags erstreckt sich über vier Jahre. In dieser Zeit sollen 10,4 Tonnen Cannabis verkauft werden. Das Ausgangsprodukt stammt dabei von den deutschen Herstellern Aurora, Aphira und Demecan.

Cansativa hat sein Lager direkt am Flughafen Frankfurt

Gegründet wurde Cansativa bereits 2017. Möglich gemacht hat das damals das „Cannabisgesetz“, formal als „Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften“ bezeichnet. Das Gesetz machte es Ärzten möglich, Cannabis als Medizin in Deutschland zu verschreiben. Von Anfang an wurde mit einem eigenen Verteilzentrum in Mörfelden-Walldorf in direkter Nähe zum Flughafen Frankfurt gearbeitet.

Vor etwa zwei Jahren fing das Unternehmen an, Cannabis zu importieren und zu verkaufen. Die Ware stammte dabei aus Kanada, den Niederlanden und Südamerika. Ein einträgliches Geschäft, denn der deutsche Markt ist nach Angaben des Unternehmens der größte und am schnellsten wachsende Markt für medizinisches Cannabis in Europa. Ziel ist es laut Cansativa auch, Cannabis von seinem Ruf als Droge zu lösen und den Fokus auf den medizinischen Nutzen zu richten.

Frankfurter Cannabis-Unternehmen weiter auf Wachstumskurs

Nach dem Zuschlag für den Vertrieb von medizinischem Cannabis aus Deutschland planen die Sons-Brüder mit Cansativa schon den nächsten Schritt. So soll bald eine eigene Tochtergesellschaft Verdampfer für medizinisches Cannabis anbieten. Diese werden in Zusammenarbeit mit Da Vinci Vaporizer hergestellt. Da Vinci Vaporizers ist ein US-Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Verdampfern für den Konsum von Cannabis in der Freizeit spezialisiert hat. Mit der Technologie von Da Vinci sollen in Deutschland zertifizierte Medizinprodukte produziert werden.

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