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Google: Online-Boom lässt Gewinne sprudeln - Konzern plant Aktiensplit

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Google-Standort in München.
Der Online-Boom während der Corona-Pandemie und sprudelnde Werbeeinnahmen haben Google im Schlussquartal kräftig Rückenwind verliehen.  © Mladen Lackovic/Imago

Weltweit verkauft keine Firma so viele Anzeigen im Internet wie Google. Das hat dem Unternehmen zum Jahresend einen weiteren Gewinnsprung beschert.

Mountain View - Der Online-Boom während der Corona-Pandemie* und sprudelnde Werbeeinnahmen haben Google im Schlussquartal kräftig Rückenwind verliehen. Der Umsatz sprang um ein Drittel auf 75,3 Milliarden Dollar in die Höhe, wie der Google-Mutterkonzern Alphabet am Dienstag (1. Februar) mitteilte.

Google: Rekordergebnisse durch Cloud und Werbung

Der Gewinn legte um 35 Prozent auf 20,6 Milliarden Dollar zu. Es war der vierte Rekordüberschuss in Folge. Damit übertraf der weltweit größte Suchmaschinenbetreiber die Erwartungen von Analysten. Die Aktien schossen im nachbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent in die Höhe. Die in Frankfurt notierten Aktien der Google-Mutter steigen um 9,5 Prozent auf ein Rekordhoch von 2675 Euro. Das ist der größte Kurssprung seit zweieinhalb Jahren. Auch die Titel von Meta, Twitter und Snap nahmen Fahrt auf.

Der teure Aktienkurs ist allerdings nicht nach Googles Geschmack, da die Aktie dadurch weniger leicht handelbar wird. Deshalb verkündete der Tech-Riese am Dienstag einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 20. Wer also bereits Alphabet-Aktien besitzt, bekommt am 15. Juli 2022 für eine Google-Aktie 20 Papiere ins Depot gelegt. Der Aktienkurs wird entsprechend geteilt. Für Anleger verändert sich der Anteil, den sie an dem Unternehmen und seinen Gewinnen halten, damit also nicht. 

Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat führte die Zuwächse im vergangenen Quartal auf steigende Werbeeinnahmen und Erlöse in der Datenwolke (Cloud) zurück. Google profitiert unter anderem davon, dass viele Menschen in der Pandemie mehr Zeit im Internet verbringen und dort einkaufen. Weltweit verkauft keine Firma so viele Anzeigen im Internet wie Google, das auch in München einen Standort hat. 

EU: Verdacht auf Wettbewerbsverzerrung

Zudem kommt dem Konzern zugute, dass viele Menschen wegen der Pandemie im Büro und von zu Hause arbeiten. Damit Daten überall verfügbar sind, benötigen Firmen und Privatleute mehr Speicherplatz und Anwendungen in der Cloud. Auch der Softwarekonzern Microsoft profitiert davon. Alphabet verdiente in der Cloud-Sparte im vierten Quartal mit 5,5 Milliarden Dollar 45 Prozent mehr.

Die Werbeeinnahmen von Google legten um ein Drittel auf 61,2 Milliarden Dollar zu - deutlich stärker als erwartet. Der Hauptrivale Meta Platforms, Eigentümer von Facebook, gibt am Mittwoch seine Ergebnisse bekannt.

Konzerne wie Amazon und ByteDance mit seinem Videodienst TikTok versuchen, Google in letzter Zeit verstärkt Werbeeinnahmen abzujagen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich der Trend in den kommenden Jahren fortsetzt, allerdings sehen sie die führende Marktposition von Google nicht bedroht. Wegen des Verdachts von Wettbewerbsverzerrung* wird Google mit zahlreichen Klagen überzogen. Das EU-Parlament will sämtliche großen Tech-Konzerne künftig strenger regulieren. (rtr)

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