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Commerzbank verzichtet im März auf Geldeingang

Gratis-Girokonto für alle

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Die Commerzbank verzichtet bei ihrem Gratis-Girokonto auf einen monatlichen Mindest-Geldeingang. Zunächst ist die Aktion allerdings auf einen Monat befristet.

Gratis-Girokonten sind bei Verbraucherschützern und vor Gericht in die Kritik geraten, weil sie meist nur unter bestimmten Bedingungen wirklich kostenlos sind – ein monatlicher Mindest-Geldeingang und Extra-Gebühren für Karten sind die gängigsten Fußangeln. Die Commerzbank will nun von März an bei Neukunden auf ihren bisherigen Geldeingang von mindestens 1200 Euro im Monat verzichten; gleichzeitig wird im Rahmen der Marketing-Aktion das Startguthaben auf 150 Euro erhöht.

Ist das die Vorstufe für die komplette Abschaffung eines Mindestbetrags? „Nein“, sagt Frank Nierhaus, Bereichsvorstand für das Privatkundengeschäft in der Region Mitte, es handle sich um eine auf einen Monat angelegte Sonderaktion. Die Bank reagiere auch nicht auf die kritische Diskussion – man probiere allerdings verschiedene Stellschrauben aus, da man das Wachstumstempo noch verdoppeln wolle. Und bei Tests mit Online-Kunden habe sich herausgestellt, dass die Qualität der Kontenverbindungen ohne Mindest-Geldeingang nicht schlechter werde, begründet der Manager. Ohne eine solche Grenze wäre das Girokonto auch für Geringverdiener gratis.

Im Vorjahr stieg die Zahl der Privatkunden in der Marktregion (die neben Hessen noch Rheinland-Pfalz und das Saarland umfasst) netto um 30 000 auf 1,2 Millionen, in Frankfurt um 6500 auf 240 000.

Die bundesweit erste der kleinen „City-Filialen“ hat im Frankfurter Ostend eröffnet, im März soll der Standort am Hauptbahnhof umgestellt werden. Einen Vorzeige-Standort („Flagship-Filiale“) wird es dagegen in Frankfurt, im Gegensatz zu anderen deutschen Großstädten, vorerst nicht geben: „Irgendwann werden wir sicherlich auch in Frankfurt eine haben“, stellt Nierhaus vage in Aussicht; doch habe sie am Standort der Zentrale eine besondere Bedeutung. Daher gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Objekt schwierig, wie Insider berichten.

Schließungen plant Nierhaus bei den 150 Standorten in der Region weiterhin nicht: „Filialen sind unser Motor für Wachstum – gerade jetzt, da sich Wettbewerber zurückziehen. Automaten alleine können nicht beraten.“ In der Region Mitte arbeiten rund 2100 Mitarbeiter (und 138 Auszubildende) im Vertrieb, davon 535 in Frankfurt.

Im Kreditgeschäft profitierte die Bank von der vom Niedrigzins stimulierten hohen Nachfrage. Bei Konsumentenkrediten erreichte das Neugeschäft in der Region Mitte 247 Millionen Euro, davon in Frankfurt 47 Millionen. Bei privaten Baufinanzierungen lag das Neugeschäft in der Region bei zwei Milliarden Euro, davon in Frankfurt. Das Kredit-Bestandsvolumen in der Region Mitte stieg damit binnen Jahresfrist von 10,4 auf 11,3 Milliarden Euro. Spiegelbildlich legten die verwalteten Vermögen von 29,77 auf 30,77 Milliarden Euro zu.

Im Firmenkundengeschäft blieb das regionale Kreditvolumen mit 13,1 Milliarden Euro nahezu stabil. Kotzbauer würde sich eine höhere Nachfrage wünschen und sieht einen harten Wettbewerb speziell in Frankfurt mit den vielen hier vertretenen Banken. In diesem Segment betreut die Commerzbank künftig Unternehmen ab einem Jahresumsatz von 15 Millionen Euro; kleinere Firmen werden der Sparte Privat- und Geschäftskunden zugeschlagen.

Der Großteil der bisher 6000 Firmenkunden (plus acht Prozent) der Frankfurter Niederlassung der Mittelstandsbank werde aber in der Sparte verbleiben, sagt Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank in den Regionen Mitte und Ost. Zur genauen Ausgestaltung des Umbaus laufen die Gespräche mit Betriebsräten und Gremien noch, genaue Zahlen gibt es daher bisher nicht. Die Umsetzung soll erst nach dem Abschluss der Gespräche starten.

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