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Hyundai: Kampfansage an VW

  • Michael Balk
    VonMichael Balk
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2015 war ein Rekordjahr für den Autobauer aus Südkorea. Hyundai will künftig elektrisch punkten und als Sponsor der Europameisterschaft 2016 sein Image weiter verbessern.

2016 ist für Hyundai Deutschland ein Jubiläumsjahr: Vor 25 Jahren ging der südkoreanische Autobauer hierzulande an den Start. „Quadratisch, praktisch, gut“ seien die eckig wirkenden Fahrzeuge aus Asien damals dahergekommen, erinnert sich Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick. Danach sei aber alles viel besser geworden. Inzwischen werden 95 Prozent der Fahrzeuge im Entwicklungs- und Designzentrum in Rüsselsheim entworfen. Dort hat Hyundai mit dem früheren Audi-Kreativchef Peter Schreyer einen Star unter den Autodesignern als Entwicklungschef am Zeichenbrett. 300 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. 92 Prozent der hier verkauften Pkw werden mittlerweile in einem Werk in der Türkei gebaut.

Das vergangene Autojahr war für Hyundai voller Rekorde: Ob beim Umsatz mit 1,45 Milliarden Euro, beim Absatz mit 108 434 Fahrzeugen oder beim Marktanteil mit 3,4 Prozent. Stolz verweist der Deutschland-Chef auf den großen Anteil an Privatkunden: 45 Prozent aller in Deutschland verkauften Modelle fanden private Käufer. Das ist deutlich mehr als der hiesige Markt insgesamt an Private absetzt (34 Prozent). Für Schrick zeigt das die zunehmende Akzeptanz der Marke. Das Flottengeschäft mit Firmenwagen und Autovermietern habe zuletzt zwar um ein Viertel zugelegt, sei aber mit 13 600 Zulassungen noch ausbaufähig.

Neues Elektroauto

Im laufenden Jahr will Hyundai nach dem Neuheiten-Feuerwerk des Vorjahres das Erreichte konsolidieren. Bei den Modellneuheiten sticht ein Fahrzeug heraus, das kommende Woche auf dem Genfer Autosalon Premiere feiert: Der elektrisch angetriebene IONIQ ist ein völlig neu konzipiertes Coupé, das als reinrassiges Elektroauto mit einer Reichweite von 250 Kilometern aufwartet. Die Batterie kommt aus der Produktion des koreanischen LG-Konzerns. Das Modell, das in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommt, wird auch als Hybrid und Plug-in-Hybrid angeboten. Der Preis steht noch nicht fest.

Die Koreaner sehen sich als Pionier der Brennstoffzellentechnologie. Mit dem Model ix35 läuft seit 2013 ein emissionsfreies wasserstoffbetriebenes Fahrzeug in Serie vom Band. Um dieser Antriebstechnologie weiter voran zu helfen, wird noch im Lauf des Jahres eine öffentlich zugängliche Wasserstoff-Tankstelle auf dem Firmengelände am Offenbacher Kaiserlei-Kreisel eingerichtet.

Mittelfristig strebt Hyundai an, „begehrteste Importeursmarke unter den Volumenanbietern“ zu werden. Ein sehr ehrgeiziges Ziel angesichts des aktuellen Platzhirsches, der Skoda heißt. Doch die bisher brav daherkommenden Koreaner ändern ein wenig ihre Taktik und werden offensiver. „Wir wollen eine echte Alternative zu Volkswagen werden“, formulierte Schrick die Kampfansage an den kriselnden Wolfsburger Marktführer.

Als einer der Hauptsponsoren der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich will die Marke beim europäischen Publikum weiter an Image gewinnen und bringt dazu die Sondermodelle „Passion“ auf den Markt.

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