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Karsten Schmal

Info: Das sagt der Bauernverband

Nach Angaben des Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes werden aktuell 75 bis 80 Prozent der deutschen Milcherzeugnisse auf dem Inlandsmarkt verkauft und 15 Prozent in der EU.

Nach Angaben des Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes werden aktuell 75 bis 80 Prozent der deutschen Milcherzeugnisse auf dem Inlandsmarkt verkauft und 15 Prozent in der EU. „Fünf bis acht Prozent werfen wir auf den Weltmarkt“, sagt Karsten Schmal im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Talfahrt des Milchpreises sei nur zu stoppen, wenn die Mengen auf dem Markt reduziert würden. „Wenn kein Markt da ist, muss sich jeder Landwirt fragen, ob sich die Arbeit überhaupt lohnt“, so der Landwirt, der in Nordhessen selbst einen Milchvieh-Betrieb mit 170 Kühen betreibt.

Seit der Liberalisierung der Märkte, dem Abbau von Außenschutz und Stützungsinstrumenten sehe sich die Landwirtschaft in der EU immer stärker den ungesteuerten Marktkräften ausgesetzt. „Die landwirtschaftlichen Betriebe haben sich diesen Herausforderungen im Rahmen ihrer Möglichkeiten gestellt. Doch nunmehr sind viele landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gefährdet. Die Liquiditätsreserven sind aufgezehrt“, sagt Schmal und fordert neben Liquiditätshilfeprogrammen für die in ihrer Existenz bedrohten Landwirte und staatlichen Hilfen auch Änderungen im gesetzlichen Wettbewerbsrahmen: „Mit dem Kartellrecht muss der Marktmacht des Einzelhandels begegnet werden. Wir fordern auch die Kündigung oder Nachverhandlung bestehender Kontrakte mit dem Einzelhandel sowie eine dauerhafte und gerichtsfeste Regelung zum Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis“, lauten die Forderungen des Bauernverbandes. mvp

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