Info: Der Werkzeugkasten der EZB

Seit Beginn der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2010 kämpft die EZB gegen ein Auseinanderbrechen des gemeinsamen Währungsraums. Ihre Maßnahmen:

Seit Beginn der Euro-Schuldenkrise im Jahr 2010 kämpft die EZB gegen ein Auseinanderbrechen des gemeinsamen Währungsraums. Ihre Maßnahmen: ZINSSENKUNGEN: Seit der Verschärfung der Schuldenkrise ab 2011 drehte die EZB kräftig an der Zinsschraube. Mittlerweile liegt der Leitzins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld leihen können, auf dem Rekordtief von null Prozent. Parken Banken Geld bei der EZB, müssen sie dafür inzwischen sogar 0,4 Prozent Zinsen zahlen. Das soll die Kreditvergabe ankurbeln. GELDSPRITZEN : Die EZB unterstützt Banken mit Notkrediten zu Mini-Zinsen. Von Juni 2016 bis März 2017 hat die Notenbank ein neues Programm mit vierjährigen Krediten aufgelegt (TLTRO II). „QUANTITATIVE EASING“/QE: Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank seit März 2015 quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen. Der Erwerb von Staatsanleihen – der mit Abstand dominiert – wurde später ergänzt von dem Kauf weiterer Papiere wie Pfandbriefe (Covered Bonds), gebündelte Kreditverbriefungen (ABS) und Unternehmensanleihen. Inzwischen werden pro Monat durchschnittlich 80 Milliarden Euro auf diesem Weg in den Markt gepumpt. Nach bisherigen Plänen sollen bis einschließlich März 2017 insgesamt 1,74 Billionen Euro fließen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern. Zuletzt hat Draghi angedeutet, dass diese Käufe über den März hinaus verlängert werden.

Vor Draghis Amtsantritt hatte die EZB im Mai 2010 erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen begonnen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euroländer bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei unter Bedingungen bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu kaufen. Gekauft wurde in diesem Rahmen bislang aber noch keine einzige Anleihe. dpa/pan

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