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Katar will die OPEC verlassen

Kommentar zu Katar: Golf-Handicap

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"Die Entscheidung des Golf-Staats Katar, die Opec zu verlassen, ist verständlich: Schon seit dem Sommer vergangenen Jahres liegt der kleine Wüstenstaat im Clinch mit den arabischen Nachbarn", sagt Wirtschaftsredakteur Panagiotis Koutoumanos. 

Die Entscheidung des Golf-Staats Katar, die Opec zu verlassen, ist verständlich: Schon seit dem Sommer vergangenen Jahres liegt der kleine Wüstenstaat im Clinch mit den arabischen Nachbarn. Um dessen Herrscher aus dem Amt zu drängen, verhängte damals Saudi-Arabien – mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Ägypten im Schlepptau – eine umfassende Blockade gegen die ebenso unliebsame wie reiche Mini-Nation mit 300 000 Einwohnern.

In der Wüste sind die Fronten dieses Kalten Krieges seitdem verhärteter denn je. Was auch zur Folge hat, dass Katar nur noch ein „stiller Partner“ in der Opec ist. Viel zu melden hatte das Emirat in dem Öl-Kartell ohnehin noch nie – denn seine tägliche Ölproduktion von rund 600 000 Barrel fällt bei einem Opec-Fördervolumen von insgesamt 32 Millionen Barrel pro Tag kaum ins Gewicht.

Panagiotis Koutoumanos

Zudem kommt Katar auch ohne die Opec sehr gut über die Runden: Per Tanker exportiert das Land täglich 1,7 Millionen Barrel verflüssigtes Gas am Tag – vor allem nach China, das seine Umweltprobleme lösen will, indem es die schmutzige Kohle durch das saubere Gas ersetzt. Und weil dessen Preis immer weiter gestiegen ist, will Katar die Produktion um die Hälfte steigern. Nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds’ wird das Wirtschaftswachstum von Katar deutlich über dem der rivalisierenden Blockadestaaten am Golf liegen. Darüber kann sich auch Deutschland freuen, denn über seinen Staatsfonds will das Emirat in den kommenden Jahren weitere Milliarden hierzulande investieren.

Dagegen wird die Opec mit dem Abschied Katars weiter geschwächt – er ist ein Ausdruck der politischen Unberechenbarkeit Saudi-Arabiens, die den Zusammenhalt des Kartells zunehmend gefährdet. Ein Grund, warum der Ölpreis zurzeit nur mit 61 Dollar notiert.

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