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Ein Kälbchen streckt bei der Internationalen Grünen Woche 2019 die Zunge nach einem Strohhalm aus.

Agrarmesse

Bauern rechnen mit stabilen Lebensmittelpreisen

Lebensmittel sind deutlich teurer geworden, und dieses Jahr dürften sie zumindest nicht billiger werden, heißt es vor der Agrarmesse Grüne Woche. Die Bauern haben derzeit andere Sorgen.

Der Wocheneinkauf dürfte aus Sicht der Bauern trotz des zurückliegenden Dürresommers nicht teurer werden. „Die Lebensmittelpreise werden aller Voraussicht nach stabil bleiben“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied vor der Grünen Woche in Berlin. Die weltgrößte Agrarmesse beginnt am Freitag mit Rekordbeteiligung. Die Lebensmittelwirtschaft geht verhalten zuversichtlich ins neue Jahr, fürchtet aber Einbußen und Arbeitsplatzverluste durch einen ungeordneten Brexit.

„Wir gehen mit neuem Elan in ein Jahr der Chancen“, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Die Landwirte erzielten stabile Preise für Milch und Getreide, können für Kartoffeln tendenziell sogar mehr verlangen. Dagegen blieben die Schweinepreise unter Druck. Welche Preise letztlich die Kunden an der Supermarktkasse bezahlen, hängt aber nicht nur von den Bauern ab. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Handel gaben keine Prognose ab. 2018 waren Preise für Nahrungsmittel mit 2,5 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Der Umsatz der Lebensmittelhersteller wuchs dennoch nur wenig. 180 Milliarden Euro entsprachen einem Plus von 0,3 Prozent, Wachstum brachte nur der Export. Dieses Jahr sollen die Erlöse um ein halbes Prozent zulegen, so BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) sagte, betroffen sei auch die Fischerei, die bisher wichtige Fangmöglichkeiten in britischen Gewässern nutze. Die Bundesregierung werde sich in der EU um Antworten auf die jetzt entstehenden Probleme bemühen.

Auf der Grünen Woche präsentieren 1750 Aussteller aus 61 Ländern ihre Produkte aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Regionale Produkte, ökologische und vegane Ernährung sowie fairer Handel zählten auch in diesem Jahr zu den Trends, sagte Messechef Christian Göke. Bis zum 27. Januar werden 400 000 Besucher erwartet. Begleitet wird die Messe von Debatten darüber, wie Tiere und Natur besser geschützt werden können. Auch die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist ein Thema. Die Verbraucherzentralen forderten, bei Brot und Brötchen irreführende Werbung mit Fantasienamen wie „Fitmacherbrot“ oder „Sportlerbrot“ zu verhindern.

Inzwischen wirtschaftet jeder zehnte Bauernhof nach Bio-Kriterien, hieß es beim Bund Ökologische Landwirtschaft. Nachdem sich die Zahl 2017 um zehn Prozent erhöht hatte, rechnet der Verband für 2018 mit einem noch stärkeren Zuwachs. Grund seien stabile Preise für Bio-Lebensmittel und bessere Rahmenbedingungen.

(dpa)

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