Lufthansa dampft Wachstumspläne weiter ein

  • Panagiotis Koutoumanos
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Die einst ambitionierten Wachstumspläne des Lufthansa-Konzerns fallen immer stärker dem harten Preiskampf in der Luftfahrt-Branche zum Opfer: Wie Vorstandschef Carsten Spohr gestern ausführte,

Die einst ambitionierten Wachstumspläne des Lufthansa-Konzerns fallen immer stärker dem harten Preiskampf in der Luftfahrt-Branche zum Opfer: Wie Vorstandschef Carsten Spohr gestern ausführte, erwartet das Management zwar, dass sich die Talfahrt bei den währungsbereinigten Stückerlösen im Passagier-Geschäft etwas abschwächt. Aber der Rückgang werde im gesamten vierten Quartal immer noch bei sieben bis acht Prozent liegen, so Spohr. Und da kommt die Lufthansa mit dem Sparen nach wie vor nicht hinterher. Laut Spohr werden die Stückkosten im gleichen Zeitraum nur um zwei bis drei Prozent sinken. Die Folge: Der Konzern weitet sein Angebot im Passagiergeschäft im vierten Quartal nur noch um 8,7 Prozent aus – und damit um einen weiteren Prozentpunkt weniger als angepeilt. Allerdings kommt dieses deutliche Plus auch nur zustande, weil Ende 2015 wegen einer Streik-Serie der Flugbegleiter zahlreiche Flüge ausgefallen waren. Auf das Jahr gesehen beträgt das Kapazitätsplus insgesamt nur noch 5,2 Prozent statt der ursprünglich geplanten 6,6 Prozent.

Tatsächlich wächst der Luftfahrt-Konzern – der neben den Marken Lufthansa, vor allem deren Billigflugtochter Eurowings, die Austrian Airlines und die Swiss umfasst – aber nur mit Eurowings. Die Billig-Airline, die wegen ihrer hohen Aufbaukosten in den ersten neun Monaten in die Gewinnzone gerutscht ist, weitet ihr Angebot um weitere 27 Prozent aus.

Der Konzern hatte bereits vor zwei Wochen Geschäftszahlen für die ersten neun Monate 2017 vorgelegt und wegen überraschend zahlreicher Buchungen von Geschäftskunden seine Jahresprognose erhöht. Demnach erwartet der Vorstand nun einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf dem Vorjahresniveau von 1,8 Milliarden Euro. Im dritten Quartal sank das Ebit von 1,23 auf 1,15 Milliarden Euro. Der Umsatz ging um gut ein Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zurück. Beim Nettoergebnis profitierte der Konzern von einer im Sommer getroffenen Übereinkunft mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo: Weil die Lufthansa den Flugbegleitern ihrer Kernmarke nicht mehr die Rentenhöhe, sondern nur noch die Einzahlungen in das Rentensystem garantiert, hat sie Rückstellungen in Höhe von 713 Millionen Euro auflösen können. Das trieb den Nettogewinn von 794 auf 1,42 Milliarden Euro hoch.

(pan)

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