Mehr Geld für Chemie-Beschäftigte: Freizeit-Option vertagt

Die rund 580 000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie erhalten künftig höhere Gehälter und ein nahezu verdoppeltes Urlaubsgeld. Vertagt wurde hingegen die von der Gewerkschaft gewünschte Freizeit-Option.

Die rund 580 000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie erhalten künftig höhere Gehälter und ein nahezu verdoppeltes Urlaubsgeld. Vertagt wurde hingegen die von der Gewerkschaft gewünschte Freizeit-Option.

Bei einer Laufzeit von 15 Monaten sollen die Gehälter um 3,6 Prozent steigen, wie IG Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE) und Arbeitgeber am Mittwoch in Wiesbaden übereinstimmend mitteilten. Das Urlaubsgeld werde von 614 auf 1200 Euro angehoben, was laut Gewerkschaft besonders den unteren Lohngruppen zugutekommt. Eine Einmalzahlung von 280 Euro kann von Betrieben ausgesetzt werden, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden.

„Der Chemie-Tarifabschluss ist alles andere als billig, aber er passt zur wirtschaftlichen Lage der Branche”, kommentierte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Georg Müller. Das Tarifpaket sichere den Beschäftigten eine faire Teilhabe am Erfolg der Branche, meinte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis. Die Gewerkschaft bezifferte die mit beiden Komponenten erreichte Gehaltssteigerung auf 4,6 Prozent. Auszubildende erhalten bis zu 9 Prozent mehr Geld.

Vertagt wurde die Forderung der Gewerkschaft auf mehr Selbstbestimmung der Arbeitnehmer bei der Arbeitszeit. Nach den Vorstellungen der IG BCE soll es möglich werden, statt des Urlaubsgeldes zusätzliche freie Tage in Anspruch zu nehmen. Bei einer ähnlichen Tarifregelung der Deutschen Bahn AG hatten sich fast 60 Prozent der Beschäftigten für mehr Freizeit entschieden. Die Chemie-Arbeitgeber wollten eine Verringerung des Arbeitsvolumens nicht hinnehmen. Letztlich verabredeten die Tarifpartner, bis zu den kommenden Tarifverhandlungen zum Jahresende 2019 Lösungsvorschläge für modernere Arbeitsbedingungen zu erarbeiten.

(dpa)

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