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Noch nie haben sich Unternehmen so viel Geld besorgt

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Von: Panagiotis Koutoumanos

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Frankfurt. Unternehmen haben in diesem Jahr weidlich das viele billige Geld genutzt, dass durch die Nullzinspolitik der Notenbanken und deren Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen in die Finanzmärkte fließt. Die Rekordsumme von 12,1 Billionen Dollar haben sich Unternehmen weltweit über Aktienverkäufe, Anleihen und Kredite besorgt - das sind knapp 17 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2020, wir aus Zahlen des US-Daten-Anbieters Refinitiv hervorgeht.

Und fast 25 Prozent mehr als 2019. Allein in den USA holten sich Unternehmen rund fünf Milliarden Dollar von Anlegern und Banken.

Die gigantische Rekordsumme ist 2021 zusammengekommen, obwohl sowohl in Europa als auch in den USA die Ausgabe hochwertiger Unternehmensanleihen zurückgegangen ist - viele finanzstarke Konzerne hatten bereits 2020 ihre Kassen gefüllt. Stattdessen haben sich viel mehr finanzschwache Unternehmen Geld besorgt: So kauften Anleger laut Refinitiv für knapp 650 Milliarden Dollar sogenannte Schrottanleihen - ein Plus von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich verdoppelten sich die Kredite für hochverschuldete Firmen auf 614 Milliarden Dollar. Einen neuen Höchststand erreichten auch die Aktienverkäufe mit einem Volumen von 1,44 Billionen Dollar. Dazu trugen vor allem in den USA sehr viele Börsengänge bei - wobei erstmals mehr Unternehmen über eine sogenannte Börsenhülle, einen SPAC, zu ihrer Erstnotiz kamen.

Als Schrottanleihen werden Anleihen von Unternehmen mit einer schwachen Kreditwürdigkeit bezeichnet. Unternehmen, denen die großen Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch Bonitätsnoten von "BB+" für schwächere Firmen bis "C" oder "D" für Schuldner im Zahlungsverzug gegeben haben.

Ein Beispiel dafür ist die Lufthansa, die bis Anfang Dezember bei keiner der drei Agenturen ein "Investment-Grade" genoss. Der Luftfahrt-Konzern hat 2021 Anleihen über 3,35 Milliarden Euro ausgegeben - zu einem günstigen Zins zwischen 1,625 Prozent und 3,75 Prozent, bei Laufzeiten von zwei bis sieben Jahren.

Panagiotis Koutoumanos

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