Finanzmarkt

Polestar geht im Mantel an die Börse

  • Panagiotis Koutoumanos
    VonPanagiotis Koutoumanos
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E-Autobauer wird mit 20 Milliarden Dollar bewertet

Frankfurt. Ein weiteres Unternehmen aus der E-Autoindustrie geht an die Börse, indem es in eine bereits notierte leere Hülle, einen "Spac" schlüpft: der E-Autobauer Polestar, ein Joint-venture von Volvo und dem chinesischen Geely-Konzern. Wie Polestar am Montag im schwedischen Göteborg mitteilte, fusioniert das Unternehmen mit einem Spac (Special Purpose Acquisition Company) namens Gores Guggenheim. Hinter diesem Investment-Vehikel, das an der New Yorker Börse notiert ist, stehen in erster Linie der US-Milliardär Alec Gore und die US-Kapitalanlage-Gesellschaft Guggenheim Capital. Auch der Schauspieler Leonardo di Caprio gehört zu den Investoren.

Polestar werde künftig unter dem Namen Polestar Automotive Holding an der New Yorker Börse geführt werden, hieß es in Göteborg. Bei der Transaktion wird das Unternehmen mit rund 20 Milliarden Dollar bewertet. Damit zählt Polestar zu den wertvollsten Vertretern der E-Autoindustrie, die über einen Spac an die Börse gegangen sind. Von Gores Guggenheim fließen dem 2017 gegründeten E-Autobauer 800 Millionen Dollar zu. Weitere 250 Millionen Dollar soll das Unternehmen in bar von institutionellen Anlegern erhalten. Die 20 Milliarden Dollar entsprechen dem Dreifachen des Umsatzes, den Polestar für das Jahr 2023 prognostiziert.

Die bisherige Bilanz der mittels Spacs an die Börse gekommenen E-Autobauer und Batterien-Hersteller ist eher durchwachsen: So notieren Velodyne Lidar und Hyliion inzwischen sogar unter der Marke von zehn Dollar gefallen, bei der Spacs üblicherweise angesiedelt sind. Auch Fisker und Luminar Technologies sind weit von ihren Höchstständen entfernt, liegen mit knapp 15 bzw. 17 Dollar aber immerhin deutlich über der Zehn-Dollar-Marke. Der US-Batterie-Hersteller Quantum Scape, zu dessen größten Investoren VW gehört und der Ende 2020 noch bei 131 Dollar notierte, steht nun bei 27 Dollar pro Aktie.

Im Gegensatz zum Gros der Vorgänger produziert und verkauft Polestar allerdings schon - und das seit 2019. Mit dem Polestar 1, das mindestens 155 000 Euro kostet und dem Polestar 2, das für mindestens 45 000 Euro zu haben ist, wollen die Schweden in diesem Jahr 1,6 Milliarden Dollar erlösen. Im kommenden Jahr soll der Umsatz deutlich steigen, wenn dann auch das SUV Polestar 3 auf dem Markt ist. pan

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