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Soll mehr als 60 Millionen Euro veruntreut haben: Renault-Chef Carlos Ghosn steht am Pranger.

Noch schweigt der Manager

Renault-Chef Ghosn: Über 60 Millionen Euro veruntreut? Auch Schwester wohl involviert

Renault-Chef Carlos Ghosn soll eine weit größere Summe seiner Einkünfte nicht angegeben haben als bislang gedacht. Auch seine Schwester ist offenbar in die Machenschaften verstrickt.

Tokio - Der wegen Vorwürfen der Veruntreuung festgenommene Renault-Chef Carlos Ghosn soll eine weit höhere Summe seiner Einkünfte nicht angegeben haben als bislang bekannt. Die japanischen Zeitungen Asahi Shimbun und Nikkei berichteten am Freitag, Ghosn habe in Japan acht Milliarden Yen (62,3 Millionen Euro) nicht deklariert - bislang war die Rede von fünf Milliarden Yen gewesen. Die Staatsanwälte würden ihre Anklage gegen den Manager nun ausweiten.

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, Nissan habe der Schwester Ghosns seit 2002 jedes Jahr 100.000 Dollar (knapp 88.000 Euro) gezahlt - ohne dass es irgendwelche Anzeichen für eine erbrachte Leistung für das Unternehmen gebe.

Ghosn soll sich an Firmenkapital bereichert haben

Ghosn war am Montag in Tokio nach einer Befragung durch die Staatsanwaltschaft festgenommen worden. Der 64-jährige Franzose soll jahrelang ein viel zu niedriges Einkommen bei der Börse deklariert und sich persönlich an Firmenkapital bereichert haben. Der Manager selbst äußerte sich bislang nicht.

Ghosn ist Chef des französischen Autobauers Renault sowie der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi. Nissan setzte ihn am Donnerstag als Verwaltungsratsvorsitzenden ab, Mitsubishi, wo er ebenfalls dem Verwaltungsrat vorsitzt, will dies am Montag entscheiden. Bei Renault behält Ghosn zwar seinen Posten als Vorstandsvorsitzender - gleichzeitig wurde aber seine rechte Hand Thierry Bolloré zum Übergangsvorsitzenden ernannt.

afp

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