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Wer früher in Rente möchte, sollte einige wichtige Faktoren beachten.

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Rente: Früher in den Ruhestand - So geht‘s

  • Patricia Huber
    VonPatricia Huber
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Wer früher in Rente gehen möchte, sollte aufpassen. Beim vorzeitigen Renteneintritt gibt es einige Dinge zu beachten, die frühzeitig geklärt werden sollten. Ein Überblick.

Berlin - Das Renteneintrittsalter* ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Wer früher gehen möchte, sollte genügend Zeit einplanen, alles zu klären. Neben dem Eintrittsalter haben vor allem die Versicherungsjahre einen großen Einfluss die endgültige Rentensumme. Und wer mit möglichst wenig Abschlägen möglichst früh gehen möchte, sollte sich schon weit vor dem geplanten Renten-Start informieren.

Rente: Das Eintrittsalter ist vom Geburtsjahr abhängig

Zu Beginn muss unterschieden werden, wie lange jemand bereits in die Rentenversicherung einzahlt. Hier gibt es die sogenannte Rente für „besonders langjährig Versicherte“ und die für „langjährig Versicherte“. Zu den „besonders langjährig Versicherten“ zählen Personen, welche 45 Jahre gearbeitet und in die Versicherung eingezahlt haben. Für die andere Gruppe ist die Grenze von mindestens 35 Jahren als Beitragszahler maßgeblich.

Für beide Gruppen wird das Renteneintrittsalter bis 2029 in zwei-Monats-Schritten angehoben. Zum besseren Verständnis hat die Stiftung Warentest eine Übersicht erstellt. Daraus lässt sich entnehmen, welche Geburtsjahrgänge wann in Rente gehen können.

GeburtsjahrAltersgrenze besonders langjährig Versicherte (45 Jahre)Altersgrenze langjährig Versicherte (35 Jahre)
195763 + 10 Monate65 + 10 Monate
19586466
195964 + 2 Monate66 + 2 Monate
196064 + 4 Monate66 + 4 Monate
196164 + 6 Monate66 + 6 Monate
196264 + 8 Monate66 + 8 Monate
196364 + 10 Monate66 + 10 Monate
Ab 19646567

Für alle ab dem Jahrgang 1964 und höher gitl ann das Eintrittsalter von 65 beziehungsweise 67 Jahren.

Die in der Tabelle aufgeführten Altersgrenzen gelten für einen Eintritt in die Rente ohne Abschlag. Heißt also, dass man dann die volle Rente erhält, welche man sich mit seinen Rentenpunkten im Laufe des Arbeitslebens* verdient hat.

Wer als langjähriger Versicherter zählt und früher in Rente gehen möchte (möglich ab 63 Jahren), muss Abschläge auf seine Rente hinnehmen. Je Monat, um den man sich früher in den Ruhestand verabschiedet, werden 0,3 Prozent der eigentlichen Rente abgezogen. Als besonders langjährig Versicherter kann man seine Rente nicht früher erhalten - auch nicht mit Abschlägen.

Beispiel:

Max Mustermann ist im Jahr 1958 geboren und würde 40 Jahre lang das von Deutschen Rentenversicherung (DRV) festgelegte Durchschnittsgehalt in Westdeutschland (41.541 Euro) erhalten, wenn er bis zum entsprechenden gesetzlichen Renteneintrittsalter von 66 Jahren arbeitet. Somit würden ihm dann nach aktuellem Stand zum Renteneintritt gut 1.367 Euro zustehen. (Hierbei handelt es sich um ein vereinfachtes Rechenbeispiel, da niemand während der Dauer seines Erwerbslebens exakt das festgelegte Durchschnittsgehalt erhält.)

Wollte er zwei Jahre früher, also mit 64, in den Ruhestand gehen, müsste er Abschläge in Kauf nehmen. Die Rente, auf die er Anspruch hat, würde sich zuallererst um zwei Rentenpunkte vermindern und läge damit noch bei gut 1.299 Euro. Davon würden dann noch 7,2 Prozent (0,3 x 24 Monate) abgezogen werden. Das bedeutet ein monatliches Minus von knapp 93,53 Euro, wonach ihm am Ende dann noch 1.205,47 Euro monatlich zustehen würden. Sein Rentenanspruch hätte sich durch den um zwei Jahre verfrühten Ruhestand also insgesamt um 161,53 Euro pro Monat verringert.

Außerdem wichtig: Der Abschlag (im Beispiel 161,53 Euro) bleibt bis zum Ende des Lebens bestehen. Die Verringerung gilt also nicht nur, bis das eigentliche Rentenalter erreicht ist, sondern für immer.

Frührente: Sonderzahlungen können Abschläge ausgleichen

Wer jedoch schon rechtzeitig plant und weiß, dass er früher in Rente gehen möchte, kann vorsorgen. Mit einer Sonderzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung können Abschläge ganz oder teilweise ausgeglichen werden. Die Höhe der Sonderzahlung richtet sich nach der verbleibenden Restarbeitszeit und der Zeit, die man früher geht.

Über die Höhe des Betrags, der nötig wäre, um Abschläge auszugleichen, kann die Deutsche Rentenversicherung Auskunft geben. Eine individuelle Beratung ist hier durchaus wichtig, da es sich nicht immer lohnt, die Extra-Zahlung zu leisten.

Beim Thema Rente gilt für alle jedoch hauptsächlich eins: frühzeitig informieren. Denn wer sich rechtzeitig informiert, kann noch einiges rausholen. Denn auch die Sonderzahlungen müssen nicht auf einmal geleistet werden, sondern können auch auf mehrere Jahre verteilt werden. Und wer besonders früh mit den Zahlungen startet, kann sich auch noch einiges über das Absetzen von Steuern zurückholen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich lohnt, sich auch schon lange vor dem geplanten Renteneintritt um die Absicherung im Alter zu kümmern. Dabei sollten auch die private Rentenversicherung und andere Anlageprodukte auf keinen Fall außer Acht gelassen werden. (ph) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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