Steuererklärung in der Rente: Doch bei einigen Punkten können Rentner:innen viel Geld zurückerhalten. (Symbolbild)
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Steuererklärung in der Rente: Doch bei einigen Punkten können Rentner:innen viel Geld zurückerhalten. (Symbolbild)

Finanzen

Steuererklärung in der Rente: Wie man im Ruhestand viel Geld spart

  • Yannick Wenig
    VonYannick Wenig
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Auch in der Rente sind die Leute in Deutschland nicht vor der jährlichen Steuererklärung gefeit. Um dabei Geld zu sparen, sollten Senior:innen einige Punkte im Blick haben.

Frankfurt – Es gibt Dinge, die ändern sich eben auch in der Rente* nicht. Ein leidliches Thema bleibt beispielsweise auch im Ruhestand die alljährliche Steuererklärung. Das gilt seit dem Jahr 2005 zumindest für all jene Rentnerinnen und Rentner, deren Gesamteinkünfte einen gesetzlichen Grundfreibetrag übersteigen. Doch bei der Versteuerung der Rente* gibt es einiges zu beachten. Denn bei einigen Punkten können Betroffene viel Geld sparen.

Für die Steuererklärung 2020 liegt der gesetzliche Grundfreibetrag bei 9408 Euro, bei Ehepartnern dementsprechend bei 18.816 Euro. Bei Rentnerinnen und Rentnern deren gesamte Einkünfte diese Beträge überschreiten, wird die Abgabe der Steuererklärung beim Finanzamt bis zum 2. August 2021 fällig. Bei Seniorinnen und Senioren die Mitglied in einem Lohnsteuerhilfeverein sind oder ihre Erklärung mithilfe einer oder eines Steuerberatenden anfertigen, gilt eine verlängerte Abgabefrist bis zum 28. Februar 2022.

Steuer und Rente – Wie groß ist der steuerfreie Anteil der Altersbezüge?

Seit dem Jahr 2005 werden Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung Schritt für Schritt in die sogenannte nachgelagerte Besteuerung überführt. Ausschlaggebend dafür ist die jährliche Bruttorente, inklusive sämtlicher Beitrage aus der Kranken- und Pflegeversicherung. Außerdem spielt hierbei das Jahr des Renteneintritts* eine zentrale Rolle.

Das heißt, der Anteil des steuerfreien Teiles der Rente, nimmt bis ins Jahr 2040 stufenweise in ein- bis zwei Prozent-Schritten ab. Bei einem Renteneintritt im Jahr 2021 liegt der Anteil des steuerfreien Teils der Altersbezüge noch bei 19 Prozent. Die restlichen 81 Prozent der Rente werden dementsprechend versteuert. Bei Menschen, die sich ab dem Jahr 2022 zur Ruhe setzen, liegt der steuerfreie Anteil nur noch bei 18 Prozent. Dieser feste Rentenfreibetrag gilt dann im Übrigen für die gesamte Laufzeit der Rente. Ab dem Jahr 2040 wird dann schließlich die gesamte Rente versteuert – abzüglich der dann geltenden Freibeträge.

Steuererklärung in der Rente: Wo lässt sich Geld sparen?

Gerade durch die Rentenerhöhung im Juli 2020 sind viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland in diesem Jahr erstmals dazu verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Jene nämlich, deren zu versteuernder Teil der Rente im Jahr 2020 über dem Freibetrag von 9408 Euro liegt: Dann ist die reguläre Rentenerhöhung in vollem Umfang steuerpflichtig.

Doch was gibt es dabei zu beachten? Bei welchen Anlagen können Rentnerinnen und Rentner wirklich Geld sparen? Vielen Betroffenen ist dabei oft gar nicht bewusst, welche Beiträge sie steuerlich geltend machen können und in welche Felder ihrer Steuererklärung sie gewisse Beiträge eintragen sollten.

Rente und Steuern: Welche Kosten lassen sich bei der Steuererklärung geltend machen?

Insbesondere ältere Menschen in Deutschland benötigen oftmals Hilfe bei der Haus- oder Gartenarbeit. Viele davon wissen aber nicht, dass sie die entstehenden Kosten bei der Steuer geltend machen können. Wie „Focus Online“ erklärt, können Rentnerinnen und Rentner jährlich 20 Prozent der dafür anfallenden Kosten für sogenannte haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen. Maximal kann das eine Rückzahlung seitens des Finanzamtes von 4000 Euro nach sich ziehen. Auch Handwerksleistungen können unter diesem Punkt aufgeführt werden.

Ganz unterschiedliche finanzielle Aufwendungen können bei der Steuererklärung unter außergewöhnliche Belastungen angegeben werden. Beispielsweise können sich Rentnerinnen und Rentner auf diese Weise Geld für krankheits- oder pflegebedingte Aufenthalte in Seniorenheimen oder Krankenhäusern zurückholen. Generell können aber auch Kosten für Kuren und Besuche bei Ärzten, Heilpraktikern und Co. von der Steuer abgesetzt werden. Das gilt ebenfalls für Ausgaben für Pflegekräfte oder medizinische oder orthopädische Hilfsmittel, die nicht bereits von der Krankenkasse getragen wurden. Beispielsweise Gehhilfen, Rollstühle und Hörgeräte, oder auch Medikamente. Meist fordert das Finanzamt dafür ärztliche Atteste als Beweis für die medizinische oder orthopädische Notwendigkeit.

Steuererklärung in der Rente: Geld sparen bei den Werbungskosten

Darüber hinaus können ebenfalls Kosten für Schäden am Haus unter den außergewöhnlichen Belastungen angeben werden. Vorausgesetzt diese sind durch Brand, Diebstahl, Unwetter oder Überschwemmungen entstanden. Kosten für sämtliche Versicherungen wie Kranken-, gesetzliche Pflege-, Unfall und Haftpflichtversicherungen können unter dem Punkt Sonderausgaben in der Steuererklärung angegeben werden. Auch das Geld für die etwaig geleistete Kirchensteuer können Rentnerinnen und Rentner angeben. Wichtig: Um nicht bloß einen geringen Pauschalbetrag zu erhalten, ist es wichtig, dem Finanzamt Kostennachweise beizulegen.

Eine weitere Möglichkeit, bei der Steuererklärung Geld zu sparen sind die sogenannten Werbungskosten. Dabei können unter anderem entstandene Kosten für Beratungen zur Rente und Altersvorsorge sowie Gewerkschaftsbeiträge eingetragen werden. Sozusagen Ausgaben, die direkt mit Einkünften, die sich auf die Rente beziehen, zusammenhängen. (Yannick Wenig)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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