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Tag der Metropolregion

Rhein-Main rückt zusammen

Allein kann die Mainmetropole mit europäischen Mitbewerbern kaum konkurrieren. Doch im Team mit dem Umland ergeben sich Chancen, die noch längst nicht ausgeschöpft sind. Deshalb ruhen große Hoffnungen auf einem engeren Zusammenschluss der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main. Heute bekommt die Debatte neuen Schwung.

Von CHRISTIANE WARNECKE UND MIRCO OVERLÄNDER

Wohnungsbau, Bildung, Verkehr, Fluglärm, Arbeitsplätze – die Liste der Themen, die den Menschen zwischen Aschaffenburg und Mainz Sorgen bereiten, ist lang. Und Lösungen scheinen innerhalb der eigenen Stadtgrenzen in schier unendlicher Ferne. Deshalb setzen viele Vertreter aus Kommunen und Landkreisen sowie aus Politik und Wirtschaft auf ein engeres Zusammenrücken mit den Nachbarn. Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main heißt das Wortungetüm, das heute einmal wieder im Mittelpunkt des Interesses steht.

Gut ein Jahr nach einer von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) initiierten Veranstaltung mit dem Titel „Tag der Metropolregion“ kommen heute bei der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK) unter dem gleichen Titel Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um über eine noch engere Vernetzung der Region zu diskutieren und Bilanz zu ziehen. „Wir betrachten es als Weiterführung des Treffens aus dem Vorjahr“, erklärt eine IHK-Sprecherin.

Die Hoffnungen des Frankfurter Stadtoberhaupts ruhen nach wie vor auf einen Staatsvertrag zwischen Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz. Die Forderung nach einem solchen Vertragswerk war zentraler Bestandteil der Abschlusserklärung nach dem Treffen in der Paulskirche im April 2015. „Nach mehreren erfolgreichen Gesprächen auf Länderebene sind wir bei diesem Ziel im vergangenen Jahr einen deutlichen Schritt vorangekommen“, berichtet OB Feldmann.

Doch die hessische Landesregierung steht diesem Vorhaben weiterhin skeptisch gegenüber: „Uns geht es zuallererst um Inhalte, erst dann um die Strukturen“, dämpft Staatskanzleichef Axel Wintermeyer (CDU) Feldmanns Hoffnungen. Ein Staatsvertrag sei nur eine von vielen Formen, wie man eine Kooperation ausgestalten könne. Hessen setze vor allem auf die Freiwilligkeit in der Zusammenarbeit, betont Wintermeyer.

Einig sind sich Stadt und Land hingegen in der Absicht, den Digitalstandort Hessen stärken zu wollen und der Startup-Metropole Berlin Konkurrenz zu machen. So steht beim Tag der Metropolregion heute auch die Gründer-Region Frankfurt/Rhein-Main im Fokus.

Die Deutsche Börse ist ebenfalls daran interessiert, den Finanzstandort zu stärken und hat Anfang des Monats ein Fintech-Hub in Frankfurt eröffnet. Mitten im Nordend tüfteln seither vier junge Unternehmen aus der Finanzbranche an digitalen Projekten. Wir stellen die vier ambitionierten Startups vor.

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