Höhenflug der Adidas-Aktie

Riemann: Mit 150 Euro ist die Aktie fair bewertet

  • Michael Balk
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Was ist das Erfolgegeheimnis für den schon zwei Jahre anhaltenden Höhenflug der Adidas-Aktie? Welche Rolle spielt der neue Vorstandschef dabei? Und wie wird es 2017 mit Adidas weitergehen? Darüber haben wir mit dem Analysten Andreas Riemann von der Commerzbank gesprochen.

Der neue Vorstandschef von Adidas, Kasper Rorsted, hat hundert Tage lang geschwiegen und zugehört. Er besuchte in dieser Lehrzeit den neuen Flagship-Store in New York, die Fabriken in Vietnam und tourte durch die Zentrale im fränkischen Herzogenaurach. Seine erste Wortmeldung war an den scheinbar übermächtigen US-Rivalen Nike gerichtet: Es war eine Kampfansage über den Atlantik. Das hören Anleger natürlich gern.

Das beflügelt deren Fantasie, weiß auch Analyst Andreas Riemann. Er hält den Dänen Rorsted, der an der Konzern-Spitze Herbert Hainer ablöste, für einen der besten Manager in Deutschland. Rorsted habe bei seinem vorherigen Arbeitgeber, dem Konsumgüterhersteller Henkel, überragende Arbeit abgeliefert. Daher sei die Hoffnung groß, dass Rorsted auch für Adidas ein Glücksfall werden könnte. Immerhin hat das deutsche Vorzeigeunternehmen im zurückliegenden Jahr den Erzrivalen Nike in Sachen Kursentwicklung klar in den Schatten gestellt. Nike gehört im US-Leitindex Dow Jones zu den größten Verlierern des Jahres. Im direkten Vergleich zu der Marke mit den drei Streifen ist Nike an der Börse allerdings gut doppelt so hoch bewertet und läuft den Deutschen mit einer Gewinnmarge von rund zwölf Prozent den Rang ab.

Die tolle Kursentwicklung 2016 führt Riemann aber nicht nur auf die Rorsted-Euphorie zurück. Adidas habe dank der sportlichen Großereignisse wie der Fußball-EM und den Olympischen Spielen in Rio einen Wachstumsschub von fast 20 Prozent erfahren, der überrascht habe. Während in Europa vor allem die klassischen Sportprodukte zu den Adidas-Bestsellern zählen, „konnte die Marke in den USA bei Lifestyle-Produkten aufholen“, so Riemann. Brandneue Modell-Highlights wie „Superstar“ oder „Stan Smith“ hätten für frischen Wind gesorgt.

Ganz wichtig für die positive Beurteilung der Anleger sei die Entwicklung in China. Dort steige der Anteil der Aktivsportler stark an. Davon profitiere Adidas. In Asien habe das deutsche Unternehmen im Bereich Laufen und Basketball noch großes Potenzial.

Für 2017 rechnet Riemann nicht mehr mit einer „Outperformance“ wie zuletzt. Die Bewertung sei inzwischen recht hoch. Mit 150 Euro sieht er die Aktie fair bewertet.

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