Schäuble: „Sind nicht im Krisen-Modus“

Die Finanzmarkt-Turbulenzen und Rückschläge für die Konjunktur in vielen Ländern beschäftigen die Top-Wirtschaftsmächte – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt vor dem G20-Treffen in Shanghai aber vor Panikmache.

Die Finanzmarkt-Turbulenzen und Rückschläge für die Konjunktur in vielen Ländern beschäftigen die Top-Wirtschaftsmächte – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt vor dem G20-Treffen in Shanghai aber vor Panikmache. „Wir sind nicht im Krisen-Modus“, sagte der CDU-Politiker vor Beratungen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer. Dies sehe auch sein US-Kollege Jack Lew so. Schäuble mahnte die G20 jedoch, bisherige Beschlüsse konsequent umzusetzen: „Gerade in Zeiten von so vielen Risiken und so vielen Krisen ist es ganz wichtig, dass man auch ein Stück weit bei dem bleibt, was man sich über die Jahre konsequent als Lehren aus früheren Krisen erarbeitet hat.“ Es gehe um nachhaltiges Wachstum und Strukturreformen.

„Die Geldpolitik kann nicht alle Probleme lösen“, meinte Schäuble. Die Finanzpolitik müsse „eine unterstützende Rolle spielen“. Aber entscheidend seien Strukturreformen. Auch die Rahmenbedingungen für Investitionen und die Widerstandsfähigkeit der Finanzmärkte müssten verbessert werden.

Schäuble zeigte sich vor den Gesprächen der G20-Finanzminister und -Notenbankchefs zuversichtlich, dass Europa die Flüchtlingskrise lösen werde: „Das wird Europa schon schaffen.“ Er stelle sich schon auf Fragen der G20-Partner zur Situation ein. Der Finanzminister warb zugleich dafür, dass sich auch andere Länder an der Lösung beteiligen, weil die Flüchtlingskrise eines der großen globalen Probleme sei. Europa werde vermutlich in eine „ziemlich unruhige Phase“ gehen, aber gestärkt daraus hervorgehen. Deutschland habe in der Flüchtlingspolitik „Europas Ehre ein Stück weit gerettet“.

Die G20 wollen in Shanghai eine gemeinsame Antwort auf die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten und die konjunkturellen Probleme in etlichen Staaten finden. Sie beraten über die Schwankungen an den Börsen, das schwächere Wachstum in China und Japan, den Ölpreisverfall sowie die Währungs- und Geldpolitik. Die G20 werden sich laut Schäuble gegen einen Abwertungswettlauf bei Währungen aussprechen.

Zum mittlerweile fünften Mal öffnet heute die Erlebnismesse „Land & Genuss“ ihre Tore für Besucher. Zum Jubiläum ist die Veranstaltung der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) weiter gewachsen: Erstmals sind mehr als 300 Aussteller aus Landwirtschaft, Direktvermarktung, Tourismus und Gartenbereich auf dem Frankfurter Messegelände (Halle 1 und Außengelände) vertreten. Die Gäste können regionale Spezialitäten wie Apfelwein und Wild kosten oder Vorträge zu Grüner Soße und Kochkäse anhören; ein Erlebnis-Bauernhof und ein Forst-Stand sind aufgebaut. Beim „Frankfurter Landwirtschaftlichen Dialog“ mit Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Sonntag, 14 Uhr) steht das Thema „Hessisch aufgetischt: Wie viel Regionalität ist möglich?“ im Fokus. Heute von 18 bis 21 Uhr gibt es den „Hessischen Abend“ mit Live-Musik und Trachtenvorführung.

Die „Land & Genuss“ hat heute von 10 bis 21 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag jeweils von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet an der Tageskasse 12 (ermäßigt 9) Euro.

(dpa)

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