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Zahlreiche Mitarbeiter des Sicherheitspersonals ziehen bei einem Warnstreik Fahnen schwenkend durch die Terminals. 

Nach Warnstreiks in Deutschland

Wichtige Nachricht für Flugpassagiere: Drohen neue Streiks an den Flughäfen?

Zuletzt war wiederholt an deutschen Flughäfen gestreikt worden - mit unangenehmen Konsequenzen für viele Reisende. Nun gibt es Neuigkeiten.

Update, 18. Januar:

Flugpassagiere bleiben vorerst von weiteren Streiks des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen verschont. Der Arbeitgeberverband BDLS erklärte am Freitag, er habe "sehr deutlich gemacht", dass er zu den Tarifverhandlungen am Mittwoch kommender Woche ein "abschlussorientiertes neues Angebot vorlegen" werde. Die Gewerkschaft Verdi verzichtet daher vorerst auf Aufrufe zu neuen Warnstreiks.

Der BDLS habe Verdi dazu bewegen können, "bis zur nächsten Verhandlungsrunde nicht weiter zu streiken", erklärte Verbandspräsident Udo Hansen. Die Gewerkschaft habe aufgrund der Zusage eines neuen Angebots ebenfalls eine klare Zusage gegeben, dass es vorerst keine weiteren Arbeitsniederlegungen geben werde. Die nächsten Tarifgespräche finden am kommenden Mittwoch statt, es ist bereits die fünfte Runde.

BDLS-Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser, sagte der Frankfurter Rundschau* allerdings, der Arbeitgeber sei nur bereit "noch was draufzulegen", wenn sich auch Verdi bewege. Die Verhandlungen dürften "nicht so laufen, dass nur eine Seite etwas auf den Tisch legt und die andere den Kopf schüttelt". Die jüngsten Warnstreiks bezeichnete der Arbeitgeberverband erneut als unverhältnismäßig. "Wir glauben, es ist genug der Dinge, wir haben verstanden."

Verdi weitet Streiks am Dienstag auf sechs Flughäfen aus

Flugreisende müssen am kommenden Dienstag nicht nur in Frankfurt am Main, sondern auch an fünf weiteren Flughäfen mit Einschränkungen rechnen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi weitete ihren Streikaufruf für das Sicherheitspersonal am Wochenende aus. Betroffen sind nun auch die Flughäfen in Hannover, Bremen, Halle/Saale, Dresden und Erfurt.

Am Flughafen Hannover-Langenhagen und in Bremen rief Verdi rund 700 Beschäftigte des Sicherheitspersonals zu 24-stündigen Warnstreiks auf, die am Dienstag um 0.00 Uhr beginnen sollen. "Es muss mit Einschränkungen gerechnet werden", erklärte der Landesbezirk Niedersachsen-Bremen am frühen Sonntagmorgen.

Zuvor hatte am Samstag bereits der Verdi-Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen angekündigt, dass sich die Beschäftigten an den Flughäfen Halle/Saale, Dresden und Erfurt an den Arbeitsniederlegungen beteiligen würden.

Die Arbeitgeber hätten bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, kritisierte die zuständige Fachbereichsleiterin des Landesbezirks, Christel Tempel. "Damit provozieren sie Streiks, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Einschränkungen im Flugverkehr führen werden."

Lesen Sie bei Merkur.de* auch: Streik am Münchner Flughafen - an diesem Tag findet er statt

Am Flughafen Leipzig/Halle legen die Beschäftigten demnach am Dienstag von 04.00 Uhr morgens bis 18.00 Uhr die Arbeit nieder, in Dresden von 03.00 Uhr bis 21.00 Uhr und in Erfurt von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr.

Verdi verhandelt zusammen mit der Gewerkschaft DBB Beamtenbund und Tarifunion über eine Verbesserung der Löhne und Arbeitsbedingungen der rund 23.000 Beschäftigten im Bereich der Sicherheit an deutschen Flughäfen. Verdi fordert bundesweit eine Erhöhung des Stundenlohns im Kontrollbereich auf 20 Euro. Die Arbeitgeber lehnen das als zu hoch ab. Beide Seiten wollen am 23. Januar weiter verhandeln. Vier bisherige Tarifrunden waren ergebnislos geblieben.

Nicht mehr nur das wichtigste Luftfahrdrehkreuz ist von dem Warnstreik betroffen

Am Freitag hatte Verdi das Sicherheitspersonal an Deutschlands wichtigstem Luftfahrtdrehkreuz in Frankfurt am Main zum Warnstreik aufgerufen. Die Beschäftigten sollen am Dienstag von 02.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr die Arbeit niederlegen.

Der Flughafenbetreiber Fraport erwartet "erhebliche Beeinträchtigungen". Die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs werden demnach nicht besetzt sein. "Fluggäste, die ab Frankfurt reisen, werden so während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit haben, ihren Flug zu erreichen."

Fraport rief deshalb alle Passagiere auf, während der Streikdauer von einer Anreise zum Flughafen abzusehen und sich für weitere Informationen frühzeitig an die jeweilige Airline oder ihren Reiseanbieter zu wenden. Auch nach Anlauf des Flugbetriebs ab 20.00 Uhr werde es noch zu Beeinträchtigungen und Verzögerungen kommen.

Erst am Donnerstag waren wegen des Warnstreiks des Sicherheitspersonals an den drei Flughäfen Köln-Bonn, Düsseldorf und Stuttgart mehr als 600 Flüge gestrichen worden. Zehntausende Passagiere waren betroffen. Am Montag hatte das Sicherheitspersonal an den beiden Berliner Flughäfen die Arbeit niedergelegt.

AFP

*Merkur.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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